Die EU wechselt zum 15-Minuten-Stromhandel mit Kraftstoffen gegenüber einer Gewinnsteigerung von 15 % für Batteriespeicher

Die EU wechselt zum 15-Minuten-Stromhandel mit Kraftstoffen gegenüber einer Gewinnsteigerung von 15 % für Batteriespeicher
Sayantan Sarkar
10. Dez. 2025, 15:33 PM
  • Der Umstieg der EU auf 15-Minuten-Strompreisgestaltung wird voraussichtlich die Gewinne der europäischen BESS um über 15 % steigern.
  • Die Änderung erhöht das Arbitragepotenzial mit einem durchschnittlichen Anstieg von 14 % auf den europäischen Strommärkten.
  • Eine verbesserte Marktgranularität könnte den langfristigen durchschnittlichen BESS-Umsatz von 60 US-Dollar/MWh auf etwa 70 US-Dollar/MWh erhöhen.

Batteriespeichersysteme (BESS) sind in ganz Europa auf deutlich höhere Gewinne vorbereitet, wobei die Analyse von Rystad Energy in einigen Ländern auf potenzielle Steigerungen von über 15 % hindeutet.

Der positive Wandel folgt auf Änderungen der im Oktober eingeführten Strompreisstruktur der Europäischen Union (EU), die die Ökonomie von BESS-Projekten deutlich attraktiver machen.

Das aktualisierte Stromsystem der Europäischen Union bestimmt nun alle 15 Minuten die Strompreise, eine Abweichung gegenüber dem vorherigen Stundensystem.

Wechsel auf 15-minütige Handelsintervalle

Diese Änderung bietet Betreibern von Battery Energy Storage System (BESS) erweiterte Möglichkeiten für Arbitrage – indem Strom in günstigen Zeiten gekauft und verkauft wird, wenn die Preise höher sind.

Seit seiner Einführung hat dieses neue System zu einem durchschnittlichen Anstieg des Arbitragepotenzials um 14 % auf den europäischen Strommärkten geführt.

Während einige Länder, wie Österreich und die Slowakei, erhebliche Preissteigerungen von über 20 % verzeichneten, verzeichneten andere, wie Portugal, Norwegen und Schweden, nur moderate Anstiege.

Diese jährlichen Preisschwankungen, wenn sie zu einer ungefähren 20%igen Steigerung der Batterieeinnahmen führen, können laut der Analyse die Gesamtrendite über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten um etwa 3 % erhöhen.

"In Ländern mit weniger Flexibilität bei der Stromerzeugung und -verbrauch kann ein hoher Anteil an intermittierenden erneuerbaren Energien zu großen Preisschwankungen führen", sagte Sepehr Soltani, leitender Analyst für Energiespeicherung bei Rystad Energy, in der Analyse.

Der Wechsel von der traditionellen stündlichen Festlegung der EU-Strompreise zu 15-Minuten-Handelsintervallen oder 15-Minuten-Marktzeiteinheiten (MTUs) eröffnet neue Wege zur Umsatzgenerierung.

Quantifizierung von Arbitrage-Gewinnen in ganz Europa

Der Wandel des europäischen Tages-voraus-Strommarktes im Oktober, der von stündlichen auf 15-minütige MTUs wechselte, erleichterte den Energiehandel innerhalb der Viertelstunde. Diese Änderung erwies sich als deutlich profitabler als das Handeln über eine volle Stunde.

Arbitragemöglichkeiten erwiesen sich mit kürzeren Handelsintervallen als profitabler, wie in Litauen und Deutschland gezeigt wurde.

In Litauen ergab die Energieverschiebung über 15 Minuten etwa 263 US-Dollar pro Megawattstunde (MWh), was einem Anstieg von 14 % im Vergleich zum stündlichen Handel entspricht.

Ähnlich war in Deutschland die Viertelstunden-Arbitrage um 16 % lukrativer als die stündliche Arbitrage.

"Im Gegensatz dazu sind die Preise in Gegenden mit flexibler Stromversorgung, wie Norwegen mit Wasserkraft und Portugal mit Wasserkraft und Gas, innerhalb einer Stunde stabiler", sagte Soltani.

Ein Vergleich von Rystad Energy untersuchte die potenziellen Gewinne aus 1-Stunden-Energiearbitrage in europäischen Strommärkten in zwei unterschiedlichen Szenarien und deutet auf eine mögliche Einnahmesteigerung für europäische Speicherbetreiber hin, wenn kürzere Handelsintervalle eingeführt werden.

Die Analyse ergab, dass ein Arbitragezyklus im 15-Minuten-Marktszenario vier Lade- und vier Entlastungsschritte erfordert.

Im Gegensatz dazu erfordert derselbe Arbitragezyklus im 60-Minuten-Marktszenario nur einen einzigen Lade- und Entlastungsschritt.

Langfristige Umsatzprognosen und operative Faktoren

Während die aktuellen Energiearbitragemargen außergewöhnlich hoch sind (etwa +150 US-Dollar pro MWh), ist dieses Niveau langfristig nicht nachhaltig.

Eine pragmatischere langfristige durchschnittliche Umsatzprognose liegt bei etwa 60 US-Dollar pro MWh. Dieser Durchschnitt würde eine geschätzte interne Rendite (IRR) von etwa 6 % aus reiner Energie-Arbitrage ergeben.

Eine Verbesserung der Marktgranularität könnte jedoch die durchschnittlichen Einnahmen auf etwa 70 US-Dollar pro MWh erhöhen und somit den IRR um etwa drei Prozentpunkte steigern, so Rystad.

"Die größte Herausforderung beim Geldverdienen durch Arbitrage ist, dass die Preisvolatilität unvorhersehbar ist. In Europa haben die 15-Minuten-Märkte erst vor zwei Monaten begonnen", fügte Soltani hinzu.

Arbitrage-Möglichkeiten bieten letztlich einen wertvollen Maßstab zur Abschätzung der potenziellen maximalen Rentabilität eines BESS-Projekts.

Unter Berücksichtigung von Faktoren wie Effizienzverlusten, Systemverfügbarkeit, Marktliquidität und Absicherungsstrategien – die die Abhängigkeit von isolierten extremen Preisspitzen verringern – werden die tatsächlichen Arbitrageeinnahmen in realen Day-Future-Märkten niedriger sein.