BBVA integriert ChatGPT in den täglichen Bankbetrieb

BBVA integriert ChatGPT in den täglichen Bankbetrieb
Diya Poddar
12. Dez. 2025, 11:42 AM
  • BBVA stellt ChatGPT Enterprise auf 120.000 Mitarbeiter ein, nachdem Pilotprojekte deutliche Produktivitätssteigerungen zeigen.
  • KI wird zum zentralen Betriebsausgaben, da BBVA Werkzeuge skaliert, um Effizienz, Automatisierung und Governance zu steigern.
  • BBVA erweitert KI im Kundenservice und entwickelt agentische Werkzeuge, die autonome Bankgeschäfte ermöglichen.

BBVA verlagert künstliche Intelligenz von begrenzten Studien in die alltägliche Bankarbeit, indem sie den Zugang zu ChatGPT in fast der gesamten Organisation ausweitet.

Der spanische Kreditgeber gewährt mehr als 120.000 Mitarbeitern Zugang zu ChatGPT Enterprise, nachdem ein interner Pilot messbare Effizienzsteigerungen gezeigt hat, berichtet Bloomberg.

Die Expansion spiegelt einen umfassenderen Wandel im Finanzsektor wider, in dem Banken KI zunehmend in die Kerngeschäfte integrieren, anstatt sie als experimentelles Werkzeug zu behandeln.

Für BBVA steht die Priorität darin, die interne Produktivität zu verbessern und gleichzeitig langfristige digitale Fähigkeiten über Geschäftsbereiche hinweg zu stärken.

Vom Piloten zum täglichen Gebrauch

Die Entscheidung folgt auf ein Pilotprogramm, an dem 11.000 Mitarbeiter in mehreren Teams beteiligt sind.

BBVA berichtete, dass die Studie gezeigt habe, dass das Personal etwa drei Stunden pro Woche für Routineaufgaben wie das Entwerfen von Dokumenten, das Zusammenfassen von Informationen und die Bewältigung wiederholter interner Anfragen spart.

Basierend auf diesen Ergebnissen entschied sich die Bank, ChatGPT Enterprise auf den Großteil ihrer Belegschaft zu skalieren, anstatt den Zugang auf Fach- oder technische Rollen zu beschränken.

Der Umzug positioniert KI als Standardwerkzeug am Arbeitsplatz und nicht als spezielles Produktivitätsmittel.

Kosten und betriebliche Veränderung

Obwohl BBVA und OpenAI die finanziellen Bedingungen ihrer Vereinbarung nicht bekannt gaben, deuten typische Unternehmenspreismodelle darauf hin, dass die Einführung von KI-Tools in diesem Umfang für eine globale Organisation eine erhebliche jährliche Ausgabe darstellen kann.

Die Investition zeigt, wie große Banken beginnen, KI-Ausgaben als Teil der Kernbetriebskosten zu behandeln.

Statt kurzfristiger Tests richtet BBVA die KI-Implementierung mit langfristigen Zielen für Effizienz, Automatisierung und Prozessoptimierung aus.

Dieser Ansatz spiegelt den wachsenden Druck auf Banken wider, Arbeitsabläufe zu modernisieren und gleichzeitig Kosten und regulatorische Komplexität zu managen.

BBVA erklärte, dass Governance-Rahmenwerke und -kontrollen die Nutzung von ChatGPT durch Mitarbeiter leiten und so eine verantwortungsvolle Einführung in regulierten Bankumgebungen weltweit sicherstellen werden.

Interne KI-Fähigkeiten

Der ChatGPT-Rollout baut auf der bestehenden KI-Infrastruktur von BBVA auf. Die Bank beschäftigt mehr als 1.000 Wissenschaftler, die KI-Modelle entwerfen und ausführen, unterstützt von rund 2.500 Datenspezialisten.

Diese Teams wenden KI bereits in Bereichen wie Risikomanagement, Betrugserkennung und Kundenanalyse ein.

ChatGPT wurde entwickelt, um diese interne Expertise zu ergänzen, indem es ein allgemeines KI-Tool bereitstellt, das abteilungsübergreifend eingesetzt werden kann, einschließlich Technologie, Unternehmensfunktionen und Einzelhandelsgeschäften.

Das Ziel ist es, die Reibung zwischen spezialisierten KI-Teams und alltäglichen Geschäftsanwendern zu verringern.

Kundentools und agentische KI

BBVA erweitert seine KI-Ambitionen zudem auf kundenorientierte Dienste.

Sein digitaler Finanzassistent Blue ist derzeit in Spanien und Mexiko aktiv und kann etwa 150 Kundenanfragen bearbeiten.

Dazu gehören alltägliche accountbezogene Fragen und Serviceinteraktionen.

Die Bank arbeitet nun daran, die Fähigkeiten des Assistenten zu erweitern, damit er Transaktionen eigenständig durchführen kann.

Diese Art von Funktionalität, oft als agentische KI bezeichnet, würde es Systemen ermöglichen, im Namen eines Nutzers innerhalb festgelegter Regeln zu handeln und so digitale Banking-Erfahrungen potenziell neu zu gestalten.