Europa-Bulletin: EZB hält die Zinsen stabil, Aena erweitert britische Flughäfen, österreichisches Gericht entscheidet gegen Meta
- Die EZB hält die Zinsen stabil, da Wachstums- und Inflationsprognosen steigen.
- Aena stärkt die Präsenz im Vereinigten Königreich mit einem Vertrag zwischen Leeds Bradford und dem Flughafen Newcastle.
- Das österreichische Gericht entscheidet, dass Metas Werbemodell gegen die DSGVO verstößt und die Datenregeln verschärft.
Die europäischen Märkte wurden am Donnerstag abgeschlossen, wobei alle politische Entscheidungsträger, Regulierungsbehörden und Dealmaker im Fokus standen.
Die EZB entschied sich für Stabilität, da Wachstum und Inflation widerstandsfähiger als erwartet waren, während die Unternehmensaktivität das Vertrauen in die langfristige Nachfrage unterstreichte.
Deutschland stellte einen bedeutenden neuen Fonds vor, um Investitionen nach Jahren der Stagnation wiederzubeleben, und das Oberste Gericht Österreichs fällte ein wegweisendes Urteil, das digitale Werbung in der gesamten EU neu gestalten könnte.
Die EZB hält die Zinsen wieder stabil
Die Europäische Zentralbank (EZB) ließ am Donnerstag die Zinssätze unverändert, sodass die Einlagenfazilität bei 2,0 % und der Hauptrefinanzierungszinssatz zum vierten Mal in Folge bei 2,15 % lag.
Dieser Schritt unterstreicht die überraschende Widerstandsfähigkeit der Eurozonenwirtschaft trotz US-Zöllen und anhaltender globaler Handelsspannungen, wobei die EZB die Wachstumsprognosen auf 1,4 % für 2025, 1,2 % im Jahr 2026 und 1,4 % für 2027 anhob.
Auch die Inflationsprognosen stiegen nach oben, auf 2,1 % im Jahr 2025 und 1,9 % im Jahr 2026, und liegen nahe am Ziel der EZB von 2 %, da die hartnäckige Inflation im Dienstleistungssektor und die solide Inlandsnachfrage weiterhin bestehen.
Die politischen Entscheidungsträger betonten einen datenabhängigen Ansatz und signalisierten, dass es keine Dringlichkeit gibt, die Zinsen zu senken, selbst wenn die Risiken ausgeglichen erscheinen.
Die Märkte erwarten nun, dass die Zinsen bis 2026 stabil bleiben, gestützt durch Deutschlands fiskalischen Druck und einen weiterhin angespannten Arbeitsmarkt.
Aena erweitert seine UK-Flughafenpräsenz
Der spanische Flughafenbetreiber Aena hat zugestimmt, eine 51%ige Beteiligung an einer neuen Holdinggesellschaft zu erwerben, die den Leeds Bradford Airport vollständig besitzen und 49 % am Flughafen Newcastle halten wird, in einem Geschäft im Wert von 270 Millionen Pfund (360 Millionen US-Dollar).
Der Verkäufer, InfraBridge, behält die restlichen 49 % und vertieft damit eine bereits bestehende Partnerschaft am London Luton Airport, wo Aena ebenfalls 51 % besitzt.
Zusammen beförderten die beiden Flughäfen im vergangenen Jahr rund 9,5 Millionen Passagiere, womit Aenas Gesamtverkehr im Vereinigten Königreich zusammen mit Lutons 17 Millionen auf etwa 26,5 Millionen stieg.
CEO Maurici Lucena bezeichnete diesen Schritt als einen wichtigen Schritt zur Expansion in wachstumsstarke Märkte, wobei Aena anstrebt, bis 2026 15 % seines EBITDA aus Auslandsaktivitäten zu erzielen.
Die Transaktion benötigt noch behördliche Genehmigungen und soll im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen werden.
Deutschland stellt einen Wachstumsfonds in Höhe von 30 Milliarden Euro vor
Deutschland hat am Donnerstag den 30 Milliarden Euro (35,2 Milliarden US-Dollar) großen Deutschlandfonds eingeführt, mit dem Ziel, bis zu 100 Milliarden Euro an privaten Investitionen freizuschalten, um eine schleppende Wirtschaft anzukurbeln.
Der Fonds, der gemeinsam von den Finanz- und Wirtschaftsministerien über die staatliche Entwicklungsbank KfW betrieben wird, ist darauf ausgelegt, das Risiko für Investoren zu senken, die Garantien, Darlehen und Eigenkapitalanteile nutzen, anstatt direkte Staatsausgaben, nach Jahren wirtschaftlicher Stagnation.
Der Fokus liegt klar auf zukunftsorientierten Bereichen: Dekarbonisierung der Schwerindustrie, Unterstützung von KMU und Unterstützung von Sektoren wie kritischen Rohstoffen, erneuerbaren Energieversorgern sowie Deep-Tech-, Biotech- und Verteidigungs-Start-ups.
Wichtige Maßnahmen umfassen 8 Milliarden Euro an Garantien für große Industrieprojekte, 600 Millionen Euro für Geothermie, einen erweiterten Zukunftsfonds II für Risikokapital, neue Verteidigungsexportfinanzierungen und Verbriefungsinstrumente für kleine Unternehmen.
Insgesamt hofft die Regierung, dass das Programm Investitionen von bis zu 130 Milliarden Euro generiert und Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit einen bedeutenden Schub verleiht.
Das österreichische Gericht verurteilt Metas Werbemodell
Der Oberste Gerichtshof Österreichs entschied am Donnerstag, dass Metas Modell für personalisierte Werbung gegen die DSGVO verstößt, was das Unternehmen dazu zwingt, den Umgang mit Nutzerdaten in der EU grundlegend zu überarbeiten.
Nach dem Urteil muss Meta den Nutzern innerhalb von 14 Tagen nach einer Anfrage vollen Zugriff auf alle persönlichen Daten gewähren, einschließlich Herkunft, Wem und deren Nutzung und deren Nutzung, und weist damit Argumente zurück, dass diese Informationen durch Geschäftsgeheimnisse geschützt sind.
Das Gericht stellte fest, dass Meta unrechtmäßig Daten von Drittanbieter-Apps und -Websites gesammelt, sensible Details wie politische Ansichten, sexuelle Orientierung und Gesundheitsinformationen ohne gültige Zustimmung verarbeitet und diese Daten unsachgemäß kombiniert hat.
Der Fall wurde 2014 vom Datenschutzaktivisten Max Schrems eingereicht und schließlich nach elf Jahren, drei nationalen Gerichtsurteilen und zwei Entscheidungen des obersten EU-Gerichts abgeschlossen.
Schrems wurde 500 € Schadensersatz zugesprochen, während Meta nun mit Bußgeldern rechnen muss, falls es sich nicht daran hält.
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