Warum der Netflix-WBD-Deal schlecht für Kinos ist, die nach der Pandemie kämpfen

Warum der Netflix-WBD-Deal schlecht für Kinos ist, die nach der Pandemie kämpfen
Ananthu C U
22. Dez. 2025, 14:35 PM
  • Kinos kämpfen immer noch mit der Erholung, da Streaming und weniger Blockbuster die Besucherzahlen belasten.
  • Ein möglicher Warner Bros.-Deal könnte Kinostarts reduzieren und die Exklusivitätsfenster verkürzen.
  • Die Kinos investieren stark in Verbesserungen, um das Publikum trotz ungleichmäßiger Kassenerholung zurückzuholen.

Die Übernahme von Warner Bros Discovery durch Netflix dürfte den Druck auf die Kinos erhöhen, die nach der Pandemie Schwierigkeiten haben, die Plätze zu füllen.

Die Weihnachtsveröffentlichung von Avatar: Fire and Ash, dem dritten Teil einer der erfolgreichsten Hollywood-Franchises, wurde als Auftrieb für Kinos erwartet, die sich noch von der Pandemie erholen.

Stattdessen zeigte die zurückhaltende Eröffnung den fragilen Zustand des Kinogeschäfts, selbst wenn Kinobesitzer mit neuer Unsicherheit durch mögliche Konsolidierungen zwischen großen Studios konfrontiert sind.

Eine IMAX-3D-Vorführung von Avatar in einem AMC-Kino mit 14 Sälen in einem Vorort von New York City war am Premierenabend nur etwa halb voll.

Obwohl der Film am Eröffnungswochenende schätzungsweise 88 Millionen Dollar in den USA und Kanada einspielte, war die Darbietung solide und nicht spektakulär und hob die breiteren Herausforderungen der Branche hervor.

Netflix WBD-Deal führt zu Risiken der Studio-Konsolidierung

Kinobetreiber sind zunehmend besorgt über die Auswirkungen einer möglichen Übernahme von Warner Bros. Discovery.

Netflix hat zugestimmt, Warner Bros. für 72 Milliarden Dollar zu übernehmen, während Paramount ein konkurrierendes feindliches Angebot abgegeben hat.

Branchenvertreter warnen, dass beide Ergebnisse die Anzahl der ausschließlich im Kino veröffentlichten Filme verringern könnten.

"Wenn etablierte Studios übernommen werden, gibt es einen deutlichen Produktionsrückgang", sagte Michael O'Leary, Geschäftsführer von Cinema United, der Theatervorführungsbranche, in einem Bericht des Wall Street Journal.

Weniger Studioveröffentlichungen und kürzere Kinoexklusivitätsfenster könnten die Zuschauerzahlen weiter belasten.

Netflix bietet in der Regel zwei oder drei Wochen Kinoexklusivität für ihre Originalfilme an, wie zum Beispiel den kürzlich erschienenen Frankenstein und Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery.

Obwohl sowohl Netflix als auch Paramount angekündigt haben, die traditionellen Veröffentlichungsstrategien beizubehalten.

Die Kinobesucherzahlen sind in den letzten Jahren bereits stark zurückgegangen, da Streaming-Plattformen an Bedeutung gewonnen haben und die Pandemie die Filmproduktion gestört hat.

Viele Theater schlossen dauerhaft, und die Überlebenden mussten stark in Modernisierungen investieren.

Laut Datex Property Solutions machen immobilienbezogene Ausgaben mittlerweile mehr als ein Drittel mehr als einen höheren Anteil an den Verkäufen aus im Vergleich zu 2019.

Die Kinokassenerholung bleibt ungleichmäßig

Die Kinokassen zeigten 2025 Anzeichen einer Stabilisierung, mit erwarteten Ticketverkäufen im Inland etwa 8,8 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg von 3 % gegenüber 2024, hauptsächlich aufgrund höherer Ticketpreise, so Nash Information Services.

Dennoch liegt diese Zahl deutlich unter den über 11 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz, die in den fünf Jahren vor der Pandemie verzeichnet wurden.

Analysten schätzen, dass die Einnahmen an den Kinokassen jährlich etwa 10 Milliarden Dollar erreichen müssen, damit Kinobetreiber die Rentabilität vor der Pandemie wiedererlangen können.

Dieses Niveau zu erreichen, hängt von einer konsistenten Pipeline großer Veröffentlichungen ab.

Während Filme wie A Minecraft Movie große Zuschauermengen angezogen haben, haben Produktionsstörungen durch die Pandemie und die anschließenden Hollywood-Arbeitsstreiks den Fluss der Blockbuster gebremst.

Das Theatererlebnis neu erfinden

Mit begrenzter Kontrolle über die Filmversorgung konzentrieren sich die Kinobetreiber darauf, das persönliche Erlebnis zu verbessern.

Marcus Corp. hat beispielsweise in den letzten zehn Jahren 390 Millionen Dollar für die Aufrüstung von Sitzplätzen, Bildschirmen, Soundsystemen und Speisen ausgegeben.

Andere Betreiber haben Bowlingbahnen, Spielplätze und eigenständige Bars hinzugefügt, um Kunden anzulocken.

Flix Brewhouse, eine Restaurant-Kinokette, hat durch Lebensmittel- und Getränkeverkäufe, einschließlich hausgebrautem Bier, profitabel geworden, doch die Führungskräfte betonen, dass Kinoexklusivität weiterhin entscheidend für ihr Geschäftsmodell ist.

Auch die Gewohnheiten des Publikums haben sich verändert. Jüngere Zuschauer bevorzugen zunehmend Streaming, obwohl Daten von Kalibrate zeigen, dass Kinobesucher der Generation Z in größerer Zahl zurückkehren.

Treueprogramme wie AMCs Stubs A-List helfen ebenfalls, wiederkehrende Gäste anzuziehen, auch wenn die Kinos selten ausverkauft sind.

Während Hollywood große Deals abwägt und das Publikum Kosten gegen Bequemlichkeit abwägt, bleibt die Zukunft der Kinos ungewiss, abhängig von der Branchenstruktur und der anhaltenden Anziehungskraft des großen Leinwand-Erlebnisses.