Die Wohnungskrise in Portugal verschärft sich, während der Preisanstieg die Debatte über die Erschwinglichkeit neu gestaltet

Die Wohnungskrise in Portugal verschärft sich, während der Preisanstieg die Debatte über die Erschwinglichkeit neu gestaltet
Diya Poddar
23. Dez. 2025, 14:09 PM
  • Portugal verzeichnete im dritten Quartal den größten jährlichen Hauspreisanstieg, angeführt von bestehenden Häusern.
  • Die Bezahlbarkeit von Wohnraum in Portugal hat sich in den letzten zehn Jahren schneller verschlechtert als in jedem anderen OECD-Land.
  • Eine Rekordzahl der ausländischen Bevölkerung im Jahr 2024 hat die Nachfrage in einem ohnehin schon angebotsbeschränkten Markt erhöht.

Der Wohnungsdruck Portugals verschärfte sich im dritten Quartal erneut, was die Bezahlbarkeit politisch weiter ins Rampenlicht rückte.

Frische offizielle Daten zeigten, dass die Preise in Rekordtempo gestiegen sind, was unterstreicht, wie weit der Markt für viele Einwohner unerreichbar ist.

Der jüngste Anstieg spiegelt eine Mischung aus starker Nachfrage, begrenztem Angebot und Bevölkerungswachstum wider, wobei politische Entscheidungsträger zunehmend unter die Kontrolle stehen, wie schnell Hilfen bereitgestellt werden können.

Da die Kosten weiterhin schneller steigen als die Einkommen, ist der Wohnraum zu einer der dringendsten wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen des Landes geworden.

Die Preise erreichen neue Rekorde

Die Immobilienpreise stiegen im dritten Quartal stark an und stellten damit einen weiteren Meilenstein für den Markt dar.

Zahlen des National Statistics Institute zeigten, dass der Durchschnittspreis eines Hauses im Vergleich zum Vorjahr um 17,7 % gestiegen ist.

Dies war der größte jährliche Anstieg seit Beginn der Datenreihe im Jahr 2009 und markierte das dritte aufeinanderfolgende Quartal mit Rekordwachstum.

Bestehende Häuser machten einen Großteil des Wachstums aus. Die Preise in diesem Segment stiegen im Jahresvergleich um 19,1 % und übertrafen damit den Gesamtmarkt.

Die Stärke der Wiederverkaufspreise unterstreicht die Intensität der Nachfrage in etablierten Vierteln, wo das Angebot besonders knapp bleibt und Neubauten Schwierigkeiten haben, Schritt zu halten.

Langfristige Erschwinglichkeitsbelastung

Die neuesten Daten tragen zu einem jahrzehntelangen Trend bei, der den Zugang zu Wohnraum stetig verringert hat.

In den letzten zehn Jahren verzeichnete Portugal den stärksten Rückgang der Erschwinglichkeit innerhalb der OECD, da die Immobilienpreise das Lohnwachstum konstant übertrafen.

Das Ungleichgewicht hat dazu geführt, dass viele Haushalte einen wachsenden Anteil ihres Einkommens für Wohnraum ausgeben oder ganz aus dem Eigentum ausgeplangt sind.

Strukturelle Einschränkungen bleiben ein entscheidender Faktor. Sozialwohnungen machen nur 1,1 % des portugiesischen Wohnungsbestands aus und gehören damit zu den niedrigsten Anteilen im OECD-Block.

Mit begrenztem öffentlich unterstütztem Wohnraum haben Marktdrucke direktere Auswirkungen auf Familien mit niedrigem und mittlerem Einkommen gehabt.

Bevölkerungswachstum und Nachfrage

Auch die Nachfrage wurde durch ein starkes Bevölkerungswachstum geprägt.

Im Jahr 2024 zählte Portugal einen Rekord von 1,5 Millionen ausländischen Einwohnern, was etwa 15 % der Gesamtbevölkerung entspricht.

Die Einwanderung hat die wirtschaftliche Aktivität und das Arbeitskräfteangebot unterstützt, aber auch den Druck auf einen Wohnungsmarkt erhöht, der ohnehin schon durch begrenztes Angebot eingeschränkt ist.

Städtische Zentren und Küstengebiete haben die Auswirkungen am stärksten zu spüren, da die Nachfrage sowohl von Bewohnern als auch von Neuankömmlingen weiterhin das Tempo der neuen Wohnungslieferung übertrifft.

Politische Reaktion und Finanzierungspläne

Die Wohnungsknappheit hat den Druck auf die von Premierminister Luís Montenegro geführte Regierung verstärkt, mit Maßnahmen zu reagieren, die sowohl Kosten als auch Angebot adressieren.

Die Mitte-rechts-Regierung hat für 2026 etwa 1,2 Milliarden Euro zugesagt, um den Wohnungsdruck zu bekämpfen, und hat Einkommensteuersenkungen vorgeschlagen, um die Last für einkommensschwache Haushalte zu verringern.

Auf der Angebotsseite sicherte sich die Regierung ein Darlehen von 1,34 Milliarden Euro von der Europäischen Investitionsbank, um den Bau und die Renovierung von etwa 12.000 Häusern landesweit zu unterstützen.

Diese Immobilien sind dafür gedacht, zu erschwinglichen Preisen vermietet zu werden, was eine seltene Erweiterung des Angebots in einem Markt bietet, in dem Engpässe zu einem prägenden Merkmal geworden sind.