Golds "tektonische Verschiebung": Analyst prognostiziert ein Preisziel von 5.000 US-Dollar angesichts anhaltender Inflation

Golds "tektonische Verschiebung": Analyst prognostiziert ein Preisziel von 5.000 US-Dollar angesichts anhaltender Inflation
Sayantan Sarkar
03. Jan. 2026, 12:02 PM
  • Die Analystin Chantelle Schieven prognostiziert, dass Gold "leicht auf 5.000 Dollar steigen" könnte, und bezeichnet die Marktverschiebung als "tektonisch".
  • Die Investitionsnachfrage wird voraussichtlich der Haupttreiber für die Goldpreise bis 2026 sein, unterstützt durch Zentralbankkäufe.
  • Strukturelle Inflation stellt Anleihen infrage und macht Gold zu einer wichtigen Portfoliodiversifizierung und sicheren Alternative.

Mit einem beeindruckenden Gewinn von 66 % beendeten die Goldpreise ihre beste Jahresentwicklung seit 1979 und hielten eine solide Unterstützung über 4.300 US-Dollar pro Unze.

Da das Edelmetall sein drittes Jahr in Folge mit Gewinnen verzeichnet, vermutet ein Marktstratege, dass es ein erhebliches Potenzial für die beispiellose Rallye gibt, die sich ins neue Jahr fortsetzen kann, was laut Chantelle Schieven, Leiterin der Forschung bei Capitalight Research, auf einen "tektonischen Wandel der globalen Finanzmärkte" hinweist.

In einem Interview mit Kitco News erklärte Schieven ihre tektonische Plattenanalogie damit, dass sich die Platten im Erdmantel zwar extrem langsam bewegen, es aber zu einem äußerst explosiven Moment kommen kann.

Golds explosive Verschiebung

Sie fügte hinzu, dass 2025 jenen explosiven Wandel darstellt, der die Finanzmarktlandschaft möglicherweise verändert hat.

Trotz wachsender Sorgen, dass die Goldrallye des Jahres den Markt in deutlich überkaufte Gebiete geführt hat, warnte Schieven Anleger davor, die derzeit hohe Bewertung nicht mit einem Ende des Aufwärtstrends zu verwechseln.

, Sagte sie:

Die Zentralbanken, die seit 2022 aggressiv Goldreserven anhäufen, sollen laut Schieven bis 2026 eine bedeutende Kraft am Markt bleiben und für Investoren einen Mehrwert schaffen.

Diese konstante Nachfrage aus dem offiziellen Sektor schafft einen Preisboden, der in früheren Marktzyklen fehlte.

Angesichts der aktuellen Marktbedingungen prognostizierte sie, dass die Preise im kommenden Jahr "leicht auf 5.000 US-Dollar" pro Unze steigen könnten.

Obwohl Zentralbankkäufe weiterhin eine bedeutende Unterstützung für den Goldmarkt darstellen werden, erwartet Schieven, dass die Investitionsnachfrage der Hauptfaktor sein wird, der die Preise bis 2026 antreibt.

Obwohl Gold offenbar auf einem hohen Punkt ist, ist es laut Schieven nicht übermäßig spekulativ ("schaumig").

Sie fügte hinzu, dass Gold in den Anlegerportfolios weiterhin unterrepräsentiert ist, insbesondere angesichts der aktuellen makroökonomischen Risiken.

Anhaltende Unsicherheit: Die Federal Reserve und die Herausforderung der Inflation

Die Federal Reserve beendete ihre letzte geldpolitische Sitzung mit einer insgesamt positiven Aussicht auf die Wirtschaft und einer Prognose, dass die Inflation allmählich auf ihr Zielniveau zurückkehren wird.

Trotz dieses Optimismus äußerte Schieven Zweifel daran, dass der Inflationsdruck so schnell nachlassen würde, wie die Fed es erwartet.

Sie argumentiert, dass grundlegende strukturelle Faktoren – insbesondere Deglobalisierung, verstärkte Handelsfragmentierung und anhaltende Unterinvestitionen in Rohstoffe – von Natur aus inflationäre Kräfte sind, die bestehen werden.

Höhere Inflation macht laut Schieven die traditionelle Rolle der Anleihen als sicherer Hafen komplexer.

Folglich sehen Anleger, die negative reale Renditen erzielt haben, Gold zunehmend nicht nur als spekulative Absicherung, sondern als wichtigen Portfoliodiversifizierer.

Anleihen werden nicht mehr als verlässlich sichere Investition wahrgenommen, insbesondere wenn die Inflation anhaltender ist, als die Zentralbanker erwarten, sagte Schieven.

Für Anleger, die glauben, dass die Inflation hoch bleiben wird, könnte der derzeitige Kauf von Anleihen keine günstige Entscheidung sein, fügte sie hinzu.

Schieven hob zudem subtile, aber bedeutende Veränderungen in der Fed-Politik hervor, wie etwa Bilanzanpassungen zur Begrenzung der Anleiherenditen.

Obwohl diese Maßnahmen eine vorübergehende Lösung bieten könnten, tragen sie wenig dazu bei, das Vertrauen in langfristige monetäre Stabilität wiederherzustellen – ein Faktor, der die Attraktivität von Gold weiter steigert.

Schieven vertritt eine optimistische Haltung und schlägt vor, dass 5.000 Dollar ein realistisches Ziel für das kommende Jahr sind. Sie sieht dieses Ziel als potenziell nur einen weiteren kurzfristigen Meilenstein innerhalb eines breiteren, anhaltenden Aufwärtstrends.

Während der langfristige Trend positiv bleibt, erwartet Schieven, dass die relative Volatilität hoch sein wird, was zu konstruktiven und gesunden Marktkorrekturen führen wird.