Micron-Aktie: Hier ist der Grund, warum es trotz gemischter Prognosen immer noch ein Kauf ist

Micron-Aktie: Hier ist der Grund, warum es trotz gemischter Prognosen immer noch ein Kauf ist
Devesh Kumar
05. Jan. 2026, 16:31 PM
  • Rekordpreise für DRAM und HBM trieben die Margen im ersten Quartal auf 56 %, während für das zweite Quartal 68 % prognostiziert waren.
  • Die HBM-Kapazität ist für 2026 vollständig ausverkauft, eingeschränkt durch Reinraum- und Ausrüstungsbeschränkungen.
  • Die Nachfrage nach KI-Rechenzentren erhöht strukturell die Speicherintensität und die Gewinnwirkung.

Die Aktie Micron (NASDAQ: MU) stieg nach einem Rekordumsatz von 13,64 Milliarden US-Dollar und einem robusten Gewinnwachstum im ersten Geschäftsquartal 2026 im Jahresvergleich an.

Der Analystenkonsens prognostiziert nun Ganzjahresgewinne von etwa 32,14 US-Dollar pro Aktie, ein fast vierfacher Anstieg gegenüber 8,29 US-Dollar im Vorjahr.

Die starke Nachfrage nach Rechenzentren hat sowohl DRAM als auch High-Bandwidth Memory (HBM) Preise auf Niveaus getrieben, die seit einem Jahrzehnt nicht mehr gesehen wurden.

Doch unter den Schlagzeilen verbirgt sich eine echte Spannung: Der heutige Superzyklus könnte nicht ewig dauern, und Investoren müssen die Chance gegen die historische Zyklik des Unternehmens abwägen.

Micron-Aktie: DRAM- und HBM-Liftmargen

Der Kern des Bullcases ist täuschend einfach: Die Speichernachfrage übersteigt das Angebot bei weitem.

Micron berichtete, dass die Preise für DRAM (Dynamic Random Access Memory) im ersten Quartal 2026 im Geschäftsjahr 2026 aufeinandergehend um etwa 20 % gestiegen sind, verursacht durch akute Industrieengpässe.

Dieser Preisanstieg führt direkt zu einer Margensteigerung.

Im ersten Quartal erreichte die Bruttomarge 56 %, ein Rekord. Für das zweite Quartal steuert das Unternehmen auf eine Bruttomarge von 68 %, ein Niveau, das darauf hindeutet, dass die Preissetzungsmacht nahezu monopolistische Ausmaße erreicht hat.

Die eigentliche Geschichte dreht sich jedoch um HBM (High Bandwidth Memory).

Die gesamte HBM-Kapazität von Micron für 2026 ist bereits ausverkauft, aber das Unternehmen ist durch langfristige Liefervereinbarungen vollständig den Kunden verpflichtet.

CEO Sanjay Mehrotra erklärte im Earnings Call, dass das Unternehmen derzeit nur 50–67 % der Kundennachfrage decken kann, da die HBM-Produktion physisch durch Reinraum- und Ausrüstungskapazitäten eingeschränkt ist.

Diese Knappheit führt zu Margenhebel, die gewöhnliche Speicheranbieter nie genießen.

Bernstein-Analysten prognostizieren, dass die DRAM-Preise im ersten Halbjahr 2026 vierteljährlich um 20–25 % steigen werden, was auf 32–40 US-Dollar im EPS für das Geschäftsjahr 2026 über verschiedene Analystenmodelle hindeutet.

Der adressierbare Markt für HBM selbst wächst schneller, als irgendjemand erwartet hatte.

Micron erwartet nun, dass der HBM-Markt bis 2028 100 Milliarden US-Dollar erreichen wird, was einer jährlichen Wachstumsrate von 40 % entspricht, bis 2026–27.

Diese Beschleunigung wird durch den unstillbaren Appetit der Hyperscaler auf GPU-Speicher angetrieben.

Jedes KI-Rechenzentrumsrack benötigt nun sechs- bis achtmal mehr DRAM als herkömmliche Unternehmensserver.

Für Anleger bedeutet das, dass der Gewinnanstieg nicht nur ein zyklischer Comeback ist; sie spiegelt strukturelle, mehrjährige Rückenwinde bei den Ausgaben für KI-Infrastruktur wider.

Zyklisches Risiko bleibt der wichtigste Vorbehalt für Anleger

Das Gegenargument ist ebenso einfach: Gedächtnis ist das zyklischste Segment der Halbleiterindustrie.

Die Geschichte warnt, dass das heutige knappe Angebot die kapitalintensiven Ausgaben von morgen verursacht.

Micron selbst erhöht im Geschäftsjahr 2026 die Investitionsausgaben (Capex) auf 20 Milliarden US-Dollar, und die Konkurrenten Samsung und SK Hynix werden wahrscheinlich folgen.

Wenn all diese neuen Fabriken 2027–28 gleichzeitig in Betrieb genommen werden – genau zu einer Zeit, in der das Wachstum der KI-Hardware nachlässt, könnte die Branche in Überangebot geraten.

Zusätzlich bestehen Bewertungsfragen. Bei aktuellen Preisen von etwa 315 US-Dollar pro Aktie handelt Micron zu erhöhten Vielfachen gegenüber dem Gewinn 2026 und bewertet unter dauerhaft engen Bedingungen.

Die kurzfristigen Katalysatoren sind von enormer Bedeutung.

Die Trader werden voraussichtlich die Cloud-Investitionsprognosen in den Ergebnissen von Nvidia und Microsoft genau beobachten und wöchentliche DRAM-Preisindizes der Broker beobachten.

Wenn sich die Preise abflachen oder der Bestand sich wieder aufbaut, ist mit Volatilität zu rechnen.