US-Aktien eröffnen wegen Befürchtungen vor der Fed-Unabhängigkeit in den roten Zahlen: Dow fällt um über 300 Punkte

US-Aktien eröffnen wegen Befürchtungen vor der Fed-Unabhängigkeit in den roten Zahlen: Dow fällt um über 300 Punkte
Utkarsh Roshan
12. Jan. 2026, 15:48 PM
  • Die Aktienkurse fielen, nachdem das Justizministerium eine strafrechtliche Untersuchung gegen Fed-Chef Powell eingeleitet hatte.
  • Die Bankaktien fielen, als Trump den Druck auf die Geldpolitik verstärkte.
  • Gold stieg, als Investoren Risiken für die Unabhängigkeit der Zentralbank abwogen.

Die US-Aktien fielen am Montag, nachdem das Justizministerium eine strafrechtliche Untersuchung gegen den Vorsitzenden der Federal Reserve, Jerome Powell, eingeleitet hatte, was eine starke Eskalation von Präsident Donald Trumps langjährigem Versuch markierte, Druck auf die Zentralbank auszuüben.

Der Dow Jones Industrial Average fiel um 388 Punkte bzw. 0,8 %. Der SandP 500 fiel um 0,3 %, während der Nasdaq Composite ebenfalls nach unten gehandelt wurde, da Investoren auf die ungewöhnliche Entwicklung reagierten und politische Risiken neu bewerteten, während die Märkte nahe Rekordhochs schweben.

Bankaktien sinken, während die politische Unsicherheit wächst

Finanzaktien führten zu Beginn der Sitzung Verluste, was sowohl Bedenken hinsichtlich regulatorischer Risiken als auch des breiteren politischen Kontexts widerspiegelt.

Die Aktien von Citigroup fielen um etwa 3 %, während JPMorgan Chase und Bank of America um mehr als 1 % zurückgingen. Capital One fiel um etwa 6 %.

Zu der Unruhe kam hinzu, dass Trumps erneuter Aufruf, die Kreditkartenzinsen für ein Jahr auf 10 % zu begrenzen, die Bankaktien belastete.

Kritiker argumentieren, dass der Vorschlag, der die Erschwinglichkeit verbessern soll, die Kreditvergabe einschränken und die Rentabilität der Banken beeinträchtigen und den Zugang zu Krediten für Verbraucher möglicherweise verringern könnte.

Powell bestätigt die Untersuchung, wehrt sich aber

Powell bestätigte am Sonntagabend in einer ungewöhnlichen direkten Videoerklärung, dass Bundesstaatsanwälte eine strafrechtliche Untersuchung im Zusammenhang mit seiner Aussage vor dem Senatsausschuss für Banken bezüglich der Renovierung der Bürogebäude der Federal Reserve eingeleitet haben.

In seinen Äußerungen stellte Powell die Untersuchung als Versuch dar, die Unabhängigkeit der Zentralbank zu untergraben, und sagte, er werde dem politischen Druck nicht nachgeben. Seine derzeitige Amtszeit als Fed-Vorsitzender endet im Mai.

"Es geht darum, ob die Fed weiterhin die Zinssätze auf Basis von Beweisen und wirtschaftlichen Bedingungen festlegen kann oder ob die Geldpolitik stattdessen durch politischen Druck oder Einschüchterung gesteuert wird", sagte Powell in der Erklärung.

Die Untersuchung hat eine ohnehin schon angespannte Pattsituation zwischen dem Weißen Haus und der Zentralbank verschärft.

Trump hat Powell wiederholt dafür kritisiert, die Zinsen nicht aggressiver zu senken, selbst als sich die Inflation stabilisierte und die Fed im zweiten Teil des Jahres 2025 drei Zinssenkungen durchführte.

Fed-Unabhängigkeit im Rampenlicht

Das Timing der Sonde ist besonders empfindlich. Es wird weithin erwartet, dass die Federal Reserve bei ihrer bevorstehenden Sitzung weitere Zinssenkungen aussetzt, während die politischen Entscheidungsträger bewerten, wie sich Inflation und Wirtschaftswachstum zu Beginn des neuen Jahres entwickeln.

Trump hat deutlich gemacht, dass er die Zinsen weiter fallen will, und bereitet sich darauf vor, seinen bevorzugten Nachfolger von Powell bekanntzugeben, wenn der Vorsitzende im Mai zurücktritt, was einen weiteren politischen Druck erhöht.

Die Marktvolatilität stieg, als die Nachricht bekannt wurde. Der Cboe Volatility Index, oft als Angstindikator der Wall Street bezeichnet, stieg, als Händler Schutz am Optionsmarkt erhöhten.

Gewinnsaison und Inflationsdaten bevorstehend

Die Marktturbulenzen kommen, während Investoren ihre Aufmerksamkeit auf den Beginn der Gewinnsaison des vierten Quartals richten.

Große Unternehmen wie JPMorgan, Bank of America, Wells Fargo, Morgan Stanley, Delta Air Lines, Taiwan Semiconductor Manufacturing Company und Goldman Sachs werden diese Woche Ergebnisse vorlegen.

Diese Berichte sollen Aufschluss über Konsumausgaben, Handelsaktivitäten und Dealmaking werfen und Anlegern helfen zu beurteilen, ob die Unternehmensfundamentaldaten die aktuellen Aktienbewertungen unterstützen können.

Darüber hinaus werden die Märkte neue Inflationsdaten verarbeiten, wobei die Verbraucherpreisindexzahlen am Dienstag und die Produzentenpreisindexdaten am Mittwoch erscheinen.

Sollten die Berichte Anzeichen einer Lockerung des Preisdrucks zeigen, könnten Anleger erneut weitere Zinssenkungen über die derzeitige Prognose der Federal Reserve hinaus von einer Senkung von 25 Basispunkten in diesem Jahr einplanen. Die Märkte setzen jedoch weiterhin auf zwei Kürzungen.

Im Moment liegt der Fokus eindeutig auf Washington. Der Konflikt um die Unabhängigkeit der Zentralbank hat eine neue Quelle der Unsicherheit in die Märkte gebracht, die bereits mit hohen Bewertungen und sich ändernden politischen Erwartungen im Jahresverlauf zu kämpfen haben.