Der Adobe-Aktienkurscrash verstärkt die Steigerung: Ist es ein Schnäppchen oder eine Wertfalle?

Der Adobe-Aktienkurscrash verstärkt die Steigerung: Ist es ein Schnäppchen oder eine Wertfalle?
Crispus Nyaga
22. Jan. 2026, 14:04 PM
  • Der Adobe-Aktienkurs ist auf den niedrigsten Stand seit 2023 eingebrochen.
  • Der Absturz spiegelt den anderer Softwareunternehmen wie Atlassian und ServiceNow wider.
  • Technische Analysen deuten auf weitere negative Seiten kurzfristig hin.

Der Aktienkurs von Adobe setzte sich diese Woche fort und erreichte den niedrigsten Stand seit dem 22. November und verwandelte eines der bekanntesten Softwareunternehmen in einen gefallenen Angel. ADBE fiel auf ein Tief von 294 US-Dollar, 53 % weniger als der Höchststand 2024, wobei die Marktkapitalisierung von 288 Milliarden US-Dollar auf 120 Milliarden Dollar sank.

Der Ausverkauf der Adobe-Aktien ist Teil des anhaltenden Softwarecrashs

Der anhaltende Kurscrash von Adobe ist Teil des Ausverkauf der führenden Softwareunternehmen, da Investoren sich Sorgen über Störungen durch künstliche Intelligenz von Unternehmen wie OpenAI und Anthropic machen.

Zum Beispiel fiel die Aktie von ServiceNow auf ein Tief von 125 US-Dollar, nach dem Allzeithoch von 240 US-Dollar. Sie ist auf den niedrigsten Stand seit Juni 2024 gestiegen.

Ebenso stürzte die Intuit-Aktie auf ein Tief von 523 US-Dollar ab, dem niedrigsten Stand seit November 2023 und 35 % unter dem Allzeithoch.

Die Salesforce-Aktie fiel von einem Allzeithoch von 367 $ auf 220 US-Dollar und ist damit der größte Nachzügler im Blue-Chip-Dow-Jones-Index.

Der Aktienkurs von Atlassian fiel auf ein Tief von 120 US-Dollar, deutlich niedriger als sein Allzeithoch von fast 500 US-Dollar. Andere Softwareunternehmen wie Box, Dropbox, Workday, AppLovin und Autodesk sind alle stark zurückgegangen.

Analysten glauben, dass Adobes Geschäft gestört werden könnte, da KI-Tools von Unternehmen wie Anthropic und OpenAI immer fortschrittlicher werden. In Zukunft wird es möglich sein, die Designlösungen, die Adobe anbietet, mit KI-Chatbots größtenteils zu erreichen.

Gleichzeitig gibt es Bedenken hinsichtlich des Wettbewerbs in der Branche, da viele Unternehmen und Kunden sich für deren Konkurrenten wie Figma und Canva entscheiden.

ADBE ist zu einem Schnäppchen geworden

Positiv ist, dass Adobe durch den anhaltenden Crash zu einem Schnäppchen geworden ist . Daten, die von Seeking Alpha zusammengestellt wurden, zeigen, dass das Unternehmen ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 aufweist, deutlich niedriger als der Sektormedian von 25 und der Fünfjahresdurchschnitt von 30.

Das Forward PEG-Verhältnis ist auf 0,5 gefallen, was ebenfalls unter dem Sektorsmedian von 1,6 und dem Fünfjahresdurchschnitt von 1,88 liegt.

Das Unternehmen ist zudem zu einem Schnäppchen geworden, das auf der Rule-of-40-Methode basiert, der das Umsatzwachstum und die Margen eines Unternehmens betrachtet. Im Fall von Adobe hat das Unternehmen eine vorausschauende Umsatzwachstumskennzahl von 10 %, eine Nettogewinnmarge von 30 % und eine EBITDA-Marge von 38 %. Das bedeutet, dass das Unternehmen eine Rule of 40-Metrik von mindestens 40 hat, was es zu einem Schnäppchen macht.

Daher wird der Aktienkurs von Adobe wahrscheinlich auf die kommenden Finanzergebnisse reagieren, die mehr Informationen darüber liefern, ob sich das Wachstum von Umsatz und Rentabilität beschleunigen. Wall-Street-Analysten erwarten, dass der Umsatz bei 6,2 Milliarden US-Dollar liegen wird, womit die Jahreszahl auf 26 Milliarden US-Dollar steigt. In diesem Jahr wird es dann 28,38 Milliarden US-Dollar einbringen, während der Gewinn je Aktie von zuvor 23,46 US-Dollar auf 26,38 US-Dollar steigen wird.

Technische Analyse des Adobe-Aktienkurses

Das wöchentliche Diagramm zeigt, dass der Aktienkurs der ADBE in den letzten Monaten stark abwärts gefallen ist und von einem Hoch von 642 $ im Januar 2024 auf ein Tief von 294 $ in dieser Woche gestiegen ist.

Sie stürzte unter das wichtige Unterstützungsniveau bei 332 US-Dollar ab, das niedrigste Niveau im April letzten Jahres, ein Zeichen dafür, dass die Bären weiterhin die Kontrolle behalten. Er ist zudem unter den 50-Wochen- und 100-Wochen-Exponentiellen gleitenden Durchschnitt (EMA) und den Supertrend-Indikator gefallen.

Top-Oszillatoren wie der Relative Strength Index (RSI) und die MACD-Indikatoren sind weiterhin nach unten gegangen.

Daher ist das wahrscheinlichste Szenario, dass die Aktie weiter fällt, da die Verkäufer das nächste wichtige Unterstützungsniveau bei 272 $ anstreben, das niedrigste Niveau im September 2022.

In Zukunft wird sich die Aktie jedoch wahrscheinlich wieder erholen, wenn die Anleger auf Schnäppchenjagd sind, insbesondere angesichts dessen, was das Unternehmen sein Wachstumspotenzial zeigt.