Warum die Rallye der Nvidia-Aktie steckt geblieben – und kann sie sich befreien?

Warum die Rallye der Nvidia-Aktie steckt geblieben – und kann sie sich befreien?
Utkarsh Roshan
22. Jan. 2026, 16:58 PM
  • Die Nvidia-Aktie bleibt im Bereich begrenzt, da Investoren auf kleinere KI-Namen umsteigen.
  • Die Unsicherheit im Export Chinas trübt weiterhin Nvidias kurzfristige Aussichten.
  • Politischer Widerstand in Washington erhöht das Risiko für den Verkauf von KI-Chips.

Nvidias Aktie bleibt unverändert, wobei die Aktien trotz der anhaltenden Ausweitung der Investitionen in künstliche Intelligenz im Technologiesektor Schwierigkeiten haben, wieder aufzusteigen.

Das Fehlen nachhaltiger Gewinne spiegelt eine breitere Abwandlung von Megacap-Technologieaktien wider sowie die anhaltende Unsicherheit bezüglich Nvidias Engagement in China.

Die Nvidia-Aktien stiegen am Donnerstag zu Beginn des Handels um rund 0,8 % bei 185,02 US-Dollar und bauten auf einem Anstieg von etwa 3 % gegenüber der Sitzung am Mittwoch auf.

Dennoch handelt die Aktie nahe dem Niveau, das zuletzt im August gesehen wurde, was zeigt, wie wenig Fortschritte sie in den letzten Monaten im Vergleich zu anderen Bereichen des Halbleiter- und KI-Ökosystems erzielt hat.

Die Unsicherheit in China belastet die Stimmung

Ein wesentlicher Faktor für Nvidias Sideways-Trading sind monatelange widersprüchliche Signale rund um den Zugang zum chinesischen Markt, der für die langfristige Wachstumsgeschichte weiterhin entscheidend ist.

Geschäftsführer Jensen Huang äußerte Zuversicht, dass US-Exportgenehmigungen es Nvidia ermöglichen könnten, die Auslieferungen seines H200-Chips mit künstlicher Intelligenz nach China wieder aufzunehmen.

Dieser Optimismus wurde jedoch wiederholt durch regulatorische Unsicherheit in Peking gemildert.

Berichte, dass die chinesischen Behörden die Anordnungen ausgesetzt haben, verbunden mit Hinweisen darauf, dass etwaige Genehmigungen selektiv statt breit gefächert sein könnten, kollidieren mit den Hoffnungen der Investoren auf eine potenzielle Umsatzmöglichkeit von 54 Milliarden Dollar.

Die Situation hat Erinnerungen an den Lagerrückgang im Vorjahr über 5,5 Milliarden Dollar geweckt, als abrupte politische Veränderungen Nvidias Fähigkeit unterbrachen, für China entwickelte Chips zu verkaufen.

Dieses geopolitische Tauziehen verschleiert weiterhin Nvidias kurzfristige Aussichten und lässt die Anleger unsicher, ob der chinesische Markt zum Wachstumskatalysator wird oder ein anhaltender Überhang bleibt.

Rotation innerhalb des KI-Handels

Gleichzeitig scheint sich die Begeisterung der Investoren im Bereich KI auf andere Segmente der Halbleiterindustrie verlagert zu haben.

Hersteller von Speicherprodukten wie Micron Technology haben starke Zuflüsse angezogen, ebenso wie Hersteller von Halbleiterproduktionsanlagen wie Applied Materials, die von steigenden Investitionsausgaben in der gesamten Chip-Lieferkette profitieren.

Auch Intel hat sich als herausragender Akteur etabliert, da Investoren auf eine Erholung im Server- und PC-Geschäft gesetzt haben.

Diese Rotationen haben die Nachfrage nach Nvidia-Aktien verwässert, obwohl das Unternehmen weiterhin der dominierende Anbieter von High-End-KI-Beschleunigern ist.

"Die Marktkapitalisierung der KI-Aktien an vorderster Front wie Nvidia... sind so stark gestiegen und sind zu einem so großen Teil der wichtigsten Benchmarks geworden, dass es vielen Anlegern schwerfällt, deutlich mehr dieser Aktien zu besitzen", schrieb UBS-Analyst Timothy Arcuri diese Woche in einer Forschungsnotiz.

Der politische Widerstand wächst in Washington

Nvidias Herausforderungen beschränken sich nicht auf Marktdynamiken. Präsident Donald Trumps Plan, Lizenzen zu erteilen, die es Nvidia erlauben, leistungsfähigere KI-Chips nach China zu liefern, hat wachsenden Widerstand unter den Abgeordneten Washingtons ausgelöst, darunter auch Mitglieder der eigenen Partei des Präsidenten.

Der Widerstand verstärkte sich diese Woche, als der Auswärtige Ausschuss des US-Repräsentantenhauses ein Gesetz einbrachte, das darauf abzielt, die Kongressaufsicht über den Export von KI-Chips zu verschärfen.

Die vorgeschlagene Maßnahme, bekannt als AI Overwatch Act, wurde letzten Monat von Abgeordnetem Brian Mast, R-Fla., dem Vorsitzenden des Ausschusses, eingebracht.

Nach dem Gesetzentwurf müssten sowohl der Auswärtige Ausschuss des Repräsentantenhauses als auch der Bankenausschuss des Senats innerhalb von 30 Tagen Lizenzen für den Versand fortschrittlicher KI-Chips genehmigen. Die Gesetzgeber hätten die Befugnis, Exporte durch eine gemeinsame Resolution zu blockieren.

Wenn der AI Overwatch Act verabschiedet wird, würde er bestehende Lizenzen für KI-Chip-Transfers widerrufen und ein vorübergehendes Verbot verhängen, bis die Regierung eine nationale Sicherheitsstrategie für KI-Exporte vorlegt.

Der Vorschlag enthält Ausnahmen für "vertrauenswürdige" US-Unternehmen, die Chips unter US-Kontrolle ins Ausland versenden, sofern sie bestimmte Sicherheitsstandards erfüllen.

Die Gesetzgebung kommt zu einer Zeit, in der die Trump-Regierung sich darauf vorbereitet, Nvidia den Verkauf seiner H200-Chips nach China zu erlauben – Prozessoren, die deutlich leistungsfähiger sind als die zuvor für den Export zugelassenen.

Kritiker argumentieren, dass solche Verkäufe die technologischen Vorteile der USA untergraben könnten, während Befürworter behaupten, sie seien notwendig, um die amerikanische Führungsrolle im KI-Bereich zu erhalten.