AMD-Aktien steigen am Freitag um 4 %: Ist Intels Bericht zum vierten Quartal der Auslöser?

AMD-Aktien steigen am Freitag um 4 %: Ist Intels Bericht zum vierten Quartal der Auslöser?
Devesh Kumar
23. Jan. 2026, 17:23 PM
  • AMD stieg am Freitag um etwa 4 %, nachdem Intels Q1-Prognose enttäuschte und kurzfristige Lieferbeschränkungen hervorhob.
  • Intel übertraf die Erwartungen aus dem vierten Quartal, aber das Management warnte, dass das Angebot im ersten Quartal "am niedrigsten" sein würde, bevor es sich später verbessern würde.
  • Investoren sehen AMD profitierend, da Rechenzentrumskunden nach Alternativen zu eingeschränkten Intel-Lieferungen suchen.

Die Aktie Advanced Micro Devices (NASDAQ: AMD) stieg am Freitag um etwa 4 %, da Investoren nach Intels enttäuschender Prognose für das vierte Quartal in den Chiphersteller umstrukturiert wurden.

Dieser Schritt unterstreicht eine kritische Marktdynamik: Wenn Intel die von den Kunden geforderten Chips nicht erfüllen kann, steht AMD bereit, das Geschäft zu übernehmen.

Intel übertraf am Donnerstagabend die Quartalsprognosen und meldete einen Umsatz von 13,7 Milliarden US-Dollar sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,15 US-Dollar, beide über den Erwartungen der Analysten, doch die eigentliche Geschichte lag in der vorausschauenden Prognose.

Das Unternehmen warnte vor einem schwachen ersten Quartal mit einem Umsatz von nur 11,7 Milliarden US-Dollar und einem bereinigten Gewinn nahezu null – ein Fehlschlag, der die Intel-Aktie am Freitag um über 15 % fallen ließ.

Was Intel berichtete und warum Händler sich dafür interessieren

Das Lieferketten-Geständnis kam direkt vom Management.

CFO David Zinsner teilte den Investoren mit, dass Intels verfügbares Halbleiterangebot im ersten Quartal "sein niedrigstes Niveau" erreichen werde, bevor es sich in den folgenden Quartalen verbessert.

Die Bemerkungen zeigen, dass das Unternehmen die Kundennachfrage nach Serverchips in Rechenzentren mit künstlicher Intelligenz nicht decken kann, obwohl diese Nachfrage weiterhin robust bleibt.

Das war kein Nachfrageproblem; Es war ein Versorgungsproblem.

Hyperscaler und Unternehmen wollen Intel-Serverprozessoren kaufen, aber Intel hat nicht genug Lagerbestände, um Bestellungen in dem Maßstab zu erfüllen, den Kunden erwarten.

CEO Lip-Bu Tan räumte ein, dass die Produktionserträge "weiterhin unter dem liegen, was ich mir wünsche."

Dieses Eingeständnis vermittelte eine deutliche Botschaft: Intels operative Herausforderungen bestehen trotz fünf aufeinanderfolgender Quartale, in denen sie die Umsatzprognosen übertroffen haben.

Das Unternehmen schöpft die Effizienz aus seiner bestehenden Kapazität, kann aber das Angebot nicht schnell genug ausbauen, um vom KI-Infrastrukturboom in der Branche zu profitieren.

AMD-Aktie: Eine neue Tür öffnen

AMD-Aktien stiegen am Freitag etwa 3,8 bis 4 % intraday, was die Anleger erkennt, dass Intels Liefermangel Türen für Wettbewerber öffnet.

Die Marktkapitalisierung des Chipherstellers stieg auf etwa 413 Milliarden US-Dollar und übersteigt damit Intels Bewertung von 259 Milliarden US-Dollar trotz Intels Aktienzuwachs von 87 % im Jahresverlauf im Jahr 2025.

AMDs Zuwachs von über 100 Prozent zeigt anhaltendes Vertrauen der Investoren in ein Unternehmen, das kurzfristig keine Angebotsbeschränkungen hat.

Die Verbindung ist einfach: Wenn Intel keine Server-CPUs an Rechenzentrumsbetreiber liefern kann, suchen diese Kunden nach Alternativen.

AMDs MI300-KI-Beschleuniger und EPYC-Serverprozessoren decken diesen Bedarf direkt.

Wenn das Angebot in der Branche eingeschränkt ist, profitieren Lieferanten, die liefern können, von höheren Umsätzen pro Einheit und Margenausweitung – ein entscheidender Dynamik, da die Investitionen in KI-Infrastruktur weltweit schneller werden.

Eine vorsichtige Einschränkung ist jedoch angebracht.

AMD handelt nach historischen Maßstäben weiterhin zu einer relativ hohen Bewertung.

Dieser Schritt signalisiert keinen dauerhaften strukturellen Wandel in der Wettbewerbsdynamik, spiegelt aber die unmittelbare Marktlogik wider, da Intels Schwäche im ersten Quartal ein Fenster der Chancen für besser positionierte Wettbewerber schafft.

Die wahre Geschichte entfaltet sich in den nächsten sechs Monaten.

Wenn Intels Lieferbeschränkungen auch über das erste Quartal hinaus anhalten, könnten AMDs Gewinne nachhaltiger sein. Wenn Intel die versprochene Erholung umsetzt, könnte die AMD-Aktie stark umkehren.