Nvidia-Aktie +1,5 %: Warum die Quartalszahlen den KI-Handel machen oder brechen können

Nvidia-Aktie +1,5 %: Warum die Quartalszahlen den KI-Handel machen oder brechen können
Utkarsh Roshan
25. Feb. 2026, 16:41 PM

Der bevorstehende Ergebnisbericht von Nvidia am Mittwochnachmittag fällt in einen kritischen Moment für die US-Aktienmärkte.

Anleger sind zunehmend beunruhigt über die Aussichten für künstliche Intelligenz und die Nachhaltigkeit der massiven Infrastrukturinvestitionen.

Während die meisten Wall-Street-Analysten starke Ergebnisse des Chipherstellers erwarten, gestützt durch hohe Investitionen in Rechenkapazitäten, wächst die Unsicherheit darüber, wie die Märkte reagieren werden.

Ängste vor durch KI verursachten Umwälzungen und der Belastbarkeit kapitalintensiver Strategien beginnen, die Anlegerstimmung zu dominieren.

Nachdem sie mehrere Jahre Marktgewinne getrieben hatten, haben sich Nvidias Aktien in den letzten Monaten abgekühlt und sind seit Beginn des vierten Quartals nur um 3,4 % gestiegen.

Vor den heute später erwarteten Zahlen notierte die Nvidia-Aktie rund 1,6 % im Plus bei etwa 195 US-Dollar.

Die Verlangsamung spiegelt die Sorgen der Anleger über das Ausmaß der KI-Ausgaben großer Kunden wie Alphabet und Microsoft wider.

Druck auf den breiteren Technologiesektor

Der Stimmungswechsel hat sich negativ auf mehrere Teile des Technologiesektors ausgewirkt, die als anfällig für KI-getriebene Disruption gelten.

Die Aktien von Unternehmen wie Intuit, Gartner und Workday liegen seit Jahresbeginn mehr als 39 % im Minus.

Ein Bloomberg-Index, der die „Magnificent Seven“ verfolgt, zu denen Apple, Amazon, Meta Platforms und Tesla gehören, liegt 2026 um 5,5 % im Minus.

Diese Rückgänge haben zum Druck auf den S&P 500 beigetragen, der seit seinem Höchststand Ende Januar um mehr als 1 % gefallen ist.

Die Gewinnerwartungen an Nvidia bleiben hoch

Trotz jüngster Schwäche bleibt Nvidia das weltweit wertvollste Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von etwa 4,7 Billionen US-Dollar, was ihm erheblichen Einfluss auf die Leitindizes verleiht.

Analysten erwarten, dass Nvidias Umsatz im vierten Geschäftsquartal, das am 31. Januar endete, um 68 % auf 66 Milliarden US-Dollar steigen wird.

Der bereinigte Gewinn wird voraussichtlich um 72 % auf 1,53 US-Dollar je Aktie steigen.

Das Unternehmen hat die Erwartungen 13 Quartale in Folge übertroffen, doch die Prognosen steigen weiter.

Anleger richten zudem ihren Fokus auf die Bruttomargen, die im vergangenen Jahr durch hohe Produktionskosten für Blackwell‑Chips unter Druck standen.

Die bereinigte Bruttomarge dürfte im vierten Quartal 75 % erreichen, den höchsten Wert seit mehr als einem Jahr, und im laufenden Geschäftsjahr auf einem ähnlichen Niveau bleiben.

Die Data-Center-Sparte dürfte beinahe 90 % des Umsatzes ausmachen, mit erwarteten etwa 58,7 Milliarden US-Dollar, angetrieben von der Nachfrage der Hyperscaler und ersten Beiträgen durch Blackwell‑Systeme.

Capex-Bedenken dominieren die Anlegerdebatte

Ein zentrales Anliegen in Bezug auf KI-Investitionsausgaben (Capex) prägt weiterhin die Stimmung rund um Nvidia und den breiteren KI-Handel.

Das erste betrifft Investitionsausgaben der Hyperscaler, darunter Microsoft, Meta, Amazon, Alphabet und Oracle.

Laut Goldman Sachs könnten die gemeinsamen Ausgaben in diesem Jahr 1 Billion US-Dollar übersteigen.

Morgan Stanley schätzt, dass die kumulierten Ausgaben bis zum Ende des Jahrzehnts 4 Billionen US-Dollar erreichen könnten.

Diese Verpflichtungen verbrauchen einen großen Teil des freien Cashflows, begrenzen Aktienrückkäufe und erhöhen die Abhängigkeit von den Kreditmärkten.

Anleger sind weiterhin besorgt, dass die Renditen dieser Investitionen noch nicht deren Umfang rechtfertigen.

Ein positiver Ausblick von Nvidia und Äußerungen des Chief Executive Officer Jensen Huang zur langfristigen Nachfrage dürften die Debatte über die Nachhaltigkeit dieser Ausgaben verschärfen.

Historie der Volatilität nach Quartalsberichten

Die Historie der Quartalsergebnisse deutet darauf hin, dass starke Zahlen nicht immer sofort zu Aktiengewinnen führen.

Die Aktie ist nach fünf der letzten acht Quartalsberichte gefallen, selbst wenn die Erwartungen übertroffen wurden.

Im Jahr 2024 reichten die Kursbewegungen nach Zahlen von einem Anstieg um 13,08 % im Februar bis zu einem Rückgang um 8,35 % im August, was das Potenzial für starke Volatilität unterstreicht.

Da die Erwartungen hoch und die Stimmung fragil sind, bereiten sich Anleger auf eine weitere entscheidende Reaktion vor.