Warum die Oracle-Aktie heute um rund 3 % steigt

Warum die Oracle-Aktie heute um rund 3 % steigt
Utkarsh Roshan
25. Feb. 2026, 17:47 PM

Die Oracle-Aktie stieg am Mittwoch, nachdem Analysten von Oppenheimer gesagt hatten, der lang anhaltende Rückgang der Aktie habe eine attraktive Kaufgelegenheit geschaffen.

Oppenheimer hat Oracle in einer Research-Notiz von 'Perform' auf 'Outperform' hochgestuft und ein Kursziel von $185 festgelegt.

Das Unternehmen sagte, dass Oracles umfangreiche Investitionen in KI-Infrastruktur zwar Zeit benötigen könnten, um sich finanziell auszuzahlen, die Bewertung der Aktie jedoch auf ein kaum zu ignorierendes Niveau gefallen sei.

Die Oracle-Aktie legte im frühen Handel um etwa 3 % zu und lag bei $149.45.

Die Aktie wird nun mit etwa dem 19‑fachen des erwarteten Gewinns für die nächsten 12 Monate gehandelt, deutlich weniger als das über 40‑fache im September.

Oracle-Aktie: Vom Rekordhoch zum anhaltenden Abschwung

Die Oracle-Aktie erreichte am 10. September ein Rekordhoch von $328.33, nachdem das Unternehmen eine Erhöhung der verbleibenden Leistungszusagen aus Kundenverträgen um $300 Milliarden angekündigt hatte.

Damals begrüßten Investoren die Offenlegung als Hinweis auf eine starke langfristige Nachfrage nach den Cloud-Dienstleistungen des Unternehmens.

Später stellte sich jedoch heraus, dass ein großer Teil des Auftragsbestands mit Arbeiten für OpenAI verbunden war.

In Kombination mit einem breiteren Ausverkauf bei Technologiewerten und Sorgen darüber, wie Oracle die Ausweitung seiner KI‑Infrastruktur finanzieren würde, löste die Enthüllung einen anhaltenden Rückgang des Aktienkurses aus.

Seitdem wird das Vertrauen der Anleger durch Unsicherheit bezüglich des Kapitalbedarfs, Gegenparteirisiken und der langfristigen Rentabilität von Oracles Cloud‑ und KI‑Strategie belastet.

Analyst sieht verbessertes Chance‑Risiko‑Verhältnis

Brian Schwartz von Oppenheimer sagte, die starke Kompression des Bewertungsmultiplikators habe das Gleichgewicht zugunsten der Anleger verschoben.

„Auch wenn unser Urteil möglicherweise früh sein mag, da es Zeit brauchen wird, bis Oracle als kapitalintensiveres Unternehmen in künftigen Ergebnissen finanziellen Erfolg zeigt, sehen wir nach der mehr als halbierten Multiplikatorenkürzung seit September ein günstiges Chancen‑Risiko‑Verhältnis“, schrieb Schwartz.

Er bezeichnete Oracle als einen erstklassigen 'Gewinn‑je‑Aktie‑Wachstumswert' und argumentierte, dass eine verbesserte Profitabilität helfen sollte, das Anlegervertrauen wiederaufzubauen.

In seinem Basisszenario bzw. im optimistischen Szenario erwartet Schwartz, dass sich Oracles Gewinn je Aktie bis zum Geschäftsjahr 2030 jeweils verdoppeln bzw. verdreifachen wird.

Er sagte außerdem, das Unternehmen reduziere sein Risikoprofil, insbesondere die Sorgen in Bezug auf die Abhängigkeit von OpenAI, und dass jüngste Finanzierungsentwicklungen die Sichtbarkeit des langfristigen Wachstums verbessert hätten.

OpenAI‑Wachstum mildert Bedenken

Eines der Hauptprobleme für Oracle war die Abhängigkeit von OpenAI, einem großen Kunden für seine Cloud‑Infrastruktur.

Oppenheimer sagte, diese Bedenken würden nachlassen, da sich das Geschäft von OpenAI weiter ausdehne.

Dem Unternehmen zufolge hat sich die wöchentliche Nutzerzahl von OpenAI bis Anfang Februar wieder auf über 800 Millionen beschleunigt.

Zudem konzentriert sich das Unternehmen verstärkt auf Unternehmenskunden und scheint sein erstes dediziertes Verkaufsteam aufzubauen.

Außerdem gilt OpenAI allgemein als nahe an einer Finanzierungsrunde im Umfang von rund $100 Milliarden, was seine finanzielle Lage und die Fähigkeit, langfristige Verpflichtungen gegenüber Partnern wie Oracle zu erfüllen, weiter stärken könnte.

Diese Entwicklungen haben die Befürchtungen reduziert, OpenAI könnte Schwierigkeiten haben, Oracles groß angelegte Rechenzentrumsinvestitionen zu unterstützen.

Ausblick zu Kapitalausgaben und Finanzierung

Der Übergang von Oracle zu einem kapitalintensiveren Modell, das auf dem massiven Bau von Rechenzentren basiert, bleibt ein zentrales Thema für Anleger.

Oppenheimer schätzt, dass Oracle bis zum Geschäftsjahr 2030 rund $330 Milliarden an Kapitalausgaben benötigen wird, um seine KI‑ und Cloud‑Ambitionen zu unterstützen.

Obwohl die Summe erheblich ist, sagte das Unternehmen, die Finanzierungsrisiken würden zunehmend beherrschbar.

Anfang dieses Monats kündigte Oracle Pläne an, über eine Anleiheemission zwischen $45 Milliarden und $50 Milliarden aufzubringen, was voraussichtlich zur Finanzierung des Infrastrukturausbaus beitragen soll.

Schwartz sagte, die jüngsten Kapitalbeschaffungsmaßnahmen des Unternehmens sollten das Cloud‑Wachstum unterstützen und gleichzeitig die Belastung der Bilanz begrenzen.

Er fügte hinzu, dass Oracles Cloud‑Infrastrukturgeschäft relativ unempfindlich gegenüber KI‑getriebener Disruption sei, da nicht‑finanzielle und ERP‑Anwendungen nur einen kleinen Anteil am Gesamtumsatz ausmachten.