Diese Software-Aktie ist 74 % gefallen, steht aber vor einer starken Erholung

Diese Software-Aktie ist 74 % gefallen, steht aber vor einer starken Erholung
Devesh Kumar
27. Feb. 2026, 15:24 PM

Figma (NYSE: FIG) ist eines jener seltenen IPOs, bei denen die Kurskurve gebrochen wirkt, das zugrunde liegende Geschäft jedoch nicht.

Die Aktie wurde bei $33 im IPO am 31. Juli 2025 bewertet, eröffnete bei $85 und schloss am ersten Handelstag bei $115.50 – ein explosiver Einstieg von 250 %, der als größter Ersttagsanstieg in mindestens drei Jahrzehnten für ein an US-Börsen gehandeltes Unternehmen mit einer Kapitalaufnahme von mehr als $1 Milliarde bezeichnet wird.

Nun der Gegensatz: FIG schloss zuletzt bei $30.22, rund 74 % unter dem Schlusskurs des ersten Tages und weit unter dem 52-Wochen-Hoch von $142.92.

Genau diese Diskrepanz bringt Investoren dazu, erneut hinzuschauen: Das Unternehmen verzeichnet weiterhin ein Umsatzwachstum von rund 40 %, selbst nachdem der Post-IPO-Hype abgeklungen ist.

Figma-Aktie: Warum der Aktienkurs eingebrochen ist

Der „Absturz“ der Figma-Aktie liest sich eher wie eine Geschichte über IPO-Mechanismen als wie ein geschäftlicher Zusammenbruch.

Nach Figma's Debüt wurde die Marktkapitalisierung bis zum Ende der ersten Sitzung weithin mit rund $68 Milliarden angegeben, ein extremer Startpunkt für jeden neu gelisteten Softwarewert.

Von dort aus konnte die Aktie nur fallen, als der Markt von der Feier des IPOs zur Bewertung des Unternehmens als normales, wettbewerbsorientiertes SaaS-Geschäft (Software-as-a-Service) überging.

Diese Neubewertung wurde schwieriger, da Investoren insgesamt weniger bereit waren, für Wachstum Prämienmultiplikatoren zu zahlen.

Wichtig ist: Figmas operatives Geschäft blieb intakt: Der Umsatz im Q4 lag bei etwa $304 million, ein Plus von 40 % im Jahresvergleich, und der Jahresumsatz betrug rund $1.056 billion.​

Die Bodenbildung

Bei etwa $30 notiert FIG wieder in der Nähe seines IPO-Preises, was psychologisch wichtig ist, weil Langfristigeigner und neue Investoren dann weniger über „was es früher wert war“ streiten und mehr über „was es verdienen kann“ diskutieren.

Ein weiterer Grund, warum das Bodenargument lauter wird: Analysten an der Wall Street haben das Papier insgesamt nicht aufgegeben.

StockAnalysis zeigt eine Konsens-Empfehlung „Kaufen“ und ein durchschnittliches 12-Monats-Kursziel von $50.50, was rund 63 % Aufwärtspotenzial gegenüber den jüngsten Kursen impliziert.​

Warum das Comeback-Szenario glaubwürdig wirkt

Drei Datenpunkte tragen den Großteil der Argumentation.

Erster Punkt ist die Retention. Figma meldete zum 31. Dez. 2025 eine Net-Dollar-Retention-Rate von 136 %.

Einfach ausgedrückt heißt das: Bestehende Kunden geben im Zeitverlauf deutlich mehr aus, noch bevor neue Kunden berücksichtigt werden.

Zweiter Punkt ist die Guidance. Das Management prognostizierte für 2026 einen Umsatz von $1.366–$1.374 billion, was mehreren Berichten zufolge über den Analystenerwartungen von rund $1.287 billion lag.

Dritter Punkt ist der kurzfristige Katalysator: Figma plant, KI stärker zu monetarisieren.

Das Unternehmen will ab März kostenpflichtige KI-Credits und nutzungsbasierte Preise einführen, eine Verschiebung, die den Umsatz daran koppelt, wie stark Kunden die KI-Funktionen tatsächlich nutzen, und nicht nur daran, wie viele Plätze sie kaufen.​

Risiken, auf die Anleger achten sollten

Das ist kein kostenloses Mittagessen – selbst bullische Einschätzungen räumen die reale Unsicherheit ein.

Investitionen in KI-Infrastruktur können Druck auf die Margen ausüben, und mindestens ein Bericht wies auf erwartete Margenkompression im Zusammenhang mit diesen Ausgaben hin.​

Die größere Frage ist die Umsetzung.

Wenn Kunden sich dagegen sträuben, für KI-Nutzung zu zahlen, oder wenn die Nutzung nicht so skaliert, wie das Management hofft, könnte die Preisänderung unter den Erwartungen bleiben.

Für den Moment lässt sich Figmas Geschichte am besten als ein Beobachtungskandidat darstellen, bei dem Fundamentaldaten und Aktienkurs zwei unterschiedliche Geschichten erzählen. Die nächsten ein bis zwei Quartale werden zeigen, ob diese Lücke gerechtfertigt ist.