Nvidia steckt $4B in Photonik – zwei Aktien schießen bereits durch die Decke

Nvidia steckt $4B in Photonik – zwei Aktien schießen bereits durch die Decke
Devesh Kumar
02. März 2026, 15:07 PM

Nvidia stellt zwei Schecks über je $2 Milliarden aus: einen an Lumentum, einen an Coherent, in einer kombinierten Wette über $4B, dass der nächste Engpass bei KI nicht die Rechenleistung, sondern das Licht ist.

Zusätzlich zu den hohen Investitionen unterzeichneten die Unternehmen mehrjährige, nicht-exklusive strategische Vereinbarungen, die multibillionenschwere Kaufverpflichtungen und künftige Kapazitätszugriffsrechte für zentrale Optikkomponenten umfassen.​

Die Wall Street brauchte nicht lange, um zu entscheiden, dass dies mehr ist als nur eine nette Hardware-Story.

Nach den Ankündigungen stiegen die Aktien von Lumentum und Coherent im vorbörslichen Handel um mehr als 7 %.

Warum interessiert sich Nvidia für Photonik?

Am einfachsten lässt sich Photonik so erklären: Es wird Licht statt Kupferkabel verwendet, um Daten zu übertragen.

In KI-Rechenzentren wird diese "Verkabelung" genauso wichtig wie die Chips, die die Rechenarbeit leisten, weil die größten KI-Systeme nicht mehr aus einer einzelnen GPU bestehen.

Es arbeiten tausende GPUs parallel und schaufeln ständig Daten hin und her.

Nvidia sagt damit im Kern, dass Kupfer auf praktischer Ebene an Grenzen stößt, wenn KI-Cluster in diesem Maßstab aufgebaut werden.

Optische Interconnects — laserbasierte Verbindungen und optische Vernetzung — können deutlich mehr Daten mit besserer Energieeffizienz übertragen, was wichtig ist, wenn Wärme und Strom die entscheidenden Beschränkungen in modernen Serverräumen sind.

Die Wortwahl in Nvidias Mitteilung zu Coherent ist ungewöhnlich direkt, wenn es um das strategische "Warum" geht.

Das Unternehmen erklärte, optische Interconnects und fortgeschrittene Paketintegration seien "fundamental" für die nächste Phase der KI-Infrastruktur, weil sie "ultrahochbandbreitige, energieeffiziente Konnektivität über KI-Fabriken hinweg" ermöglichen.

Mit anderen Worten: Nvidia versucht nicht nur, schnellere Engines zu bauen; es will sicherstellen, dass die Infrastruktur dem Datenaufkommen gewachsen ist.

Es gibt außerdem eine Logik in der Lieferkette.

Beide Vereinbarungen sind nicht-exklusiv, enthalten jedoch künftige Kapazitätszugriffsrechte, was darauf hindeutet, dass Nvidia Komponenten sichern will, die im Zuge des KI-Ausbaus knapp werden könnten.​

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Die nächste Schicht der KI-Infrastruktur

Für die Aktionäre von Lumentum und Coherent ist Nvidias Schritt ein doppeltes Signal: Kapital plus Nachfrage.

Die $2 Milliarden Investitionen sind für sich genommen groß, aber die Kaufverpflichtungen sind wichtig, weil sie eher auf eine Abnahmebeziehung als auf eine passive Finanzbeteiligung hindeuten.​

Deshalb fiel die Marktreaktion so schnell aus.

Investoren werten Nvidias Zuspruch effektiv als Bestätigung dafür, dass Photonik sich von einer "wichtigen Nische" zu einer "unverzichtbaren Infrastruktur" für KI-Rechenzentren entwickelt.​

Die größere Frage ist, ob dies ein einmaliger Kurssprung bleibt oder zu einer längerfristigen Neubewertung führt.

Wenn Nvidias "KI-Fabrik"-Rahmen zum Standardarchitekturmodell der Branche wird, könnte die Nachfrage nach fortschrittlichen Lasern und optischer Vernetzung vorhersehbarer werden als bei typischen zyklischen Hardwaregeschichten.

Aber die Umsetzung bleibt entscheidend.

Photonik ist produktionintensiv, Kapazitäten brauchen Zeit zum Aufbau, und dies sind mehrjährige Pläne, keine Übernacht-Umsätze.

Nvidia setzt eine Markierung, und Investoren müssen nun Lieferzeiten, Margen und die Frage einschätzen, ob Wettbewerber ähnliche Maßnahmen in der Lieferkette ergreifen, die die Wettbewerbslandschaft verändern.