Saudi Aramco stellt nach Drohnenangriffen ihre größte Raffinerie still

Saudi Aramco stellt nach Drohnenangriffen ihre größte Raffinerie still
Ananthu C U
02. März 2026, 11:18 AM

Saudi Aramco hat am Montag den Betrieb ihrer größten inländischen Raffinerie nach einem Drohnenangriff in der Nähe der Anlage eingestellt. Das verstärkt Befürchtungen über Versorgungsstörungen im Nahen Osten und trieb die Ölpreise deutlich nach oben.

Die Schließung der Ras Tanura‑Raffinerie mit einer Kapazität von 550.000 Barrel pro Tag — Teil eines wichtigen Exportkomplexes an der Golfküste Saudi‑Arabiens — erfolgt, während sich der regionale Konflikt ausweitet und bereits vorsorgliche Stilllegungen von Öl‑ und Gasanlagen im Irak und in Israel erzwungen hat.

Behörden teilten mit, das Raffineriefeuer sei begrenzt und eingedämmt worden, doch der Vorfall hat die Befürchtungen über die Verwundbarkeit globaler Energieinfrastruktur verstärkt.

Raffinerie stillgelegt nach Abfangen von Drohnen

Saudi Aramco stellte die Anlage in Ras Tanura vorsorglich still, um Schäden zu prüfen, wie ein Bloomberg‑Bericht meldet.

Zwei Drohnen wurden in der Nähe des Komplexes abgefangen; Trümmer lösten an der Anlage ein Feuer aus.

Saudi‑Beamte gaben an, es habe keine Verletzten gegeben.

Das saudische Verteidigungsministerium bestätigte, dass der Brand durch abgefangene Drohnen verursacht wurde, während die staatliche Nachrichtenagentur SPA berichtete, dass einige Einheiten vorübergehend geschlossen wurden, die inländische Treibstoffversorgung jedoch unbeeinträchtigt blieb.

Die Raffinerie ist Teil eines größeren Exportzentrums, das Lagertanks, Verladepunkte und Liegeplätze für Rohölexporte umfasst.

Die umliegende Infrastruktur dient als eines der wichtigsten Exportterminals des Königreichs und macht den Standort für die globalen Ölmärkte strategisch bedeutsam.

„Der Angriff auf die Raffinerie Ras Tanura in Saudi‑Arabien markiert eine erhebliche Eskalation, wobei die Energieinfrastruktur im Golf nun eindeutig in den Fokus Irans gerückt ist“, sagte Torbjorn Soltvedt, leitender Nahost‑Analyst bei der Risikoanalysefirma Verisk Maplecroft, in einem Reuters‑Bericht.

Er fügte hinzu: „Der Angriff dürfte zudem Saudi‑Arabien und die benachbarten Golfstaaten näher dazu bewegen, sich den militärischen Operationen der USA und Israels gegen den Iran anzuschließen.“

Saudische Energieanlagen waren bereits zuvor Ziel von Angriffen, insbesondere 2019, als Angriffe auf die Anlagen in Abqaiq und Khurais vorübergehend mehr als die Hälfte der Rohölförderung des Königreichs lahmlegten.

Regionale Versorgungsstörungen breiten sich aus

Die Stilllegung der Raffinerie erfolgte vor dem Hintergrund einer breiteren Angriffswelle in der Region.

Die Ölförderung in der irakischen Region Kurdistan wurde ausgesetzt, da Unternehmen wie DNO, Gulf Keystone Petroleum, Dana Gas und HKN Energy den Betrieb vorsorglich stoppten, obwohl keine Schäden gemeldet wurden.

Die Region hatte rund 200.000 Barrel pro Tag über eine Pipeline zum Hafen Ceyhan in der Türkei exportiert.

Vor der Küste Israels wurde das von Chevron betriebene Leviathan‑Gasfeld geschlossen, während Energean die Förderung in kleineren Gasfeldern stoppte.

Die Schließungen reduzierten die Gasexporte nach Ägypten und störten regionale Energieflüsse.

Der Schiffsverkehr in der Nähe der Straße von Hormus — durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs transportiert wird — hat sich nach Angriffen auf Schiffe ebenfalls deutlich verlangsamt.

Berichten zufolge warteten Tanker in der Nähe der Wasserstraße wegen Sicherheits‑ und Versicherungsbedenken.

Ölpreise steigen wegen Versorgungsängsten

Die Märkte reagierten schnell: Brent‑Rohöl stieg um rund 8,4 % auf über 79 $ pro Barrel, und ICE‑Gasoil‑Futures schnellten um mehr als 20 % nach oben – der größte Intraday‑Anstieg seit März 2022.

Die Raffinerie Ras Tanura ist ein wichtiger Diesel‑Lieferant für Europa und produziert zudem Benzin.

Der Konflikt folgt auf US‑ und israelische Angriffe auf den Iran sowie auf Vergeltungsangriffe mit Raketen und Drohnen in der gesamten Region.

Analysten warnen, dass Schäden an Energieinfrastruktur die Unsicherheit in der Versorgung verlängern könnten.

Eine andauernde Störung würde das Inflationsrisiko erhöhen und weltweit eine Kostenbelastung für Unternehmen und Verbraucher darstellen.

Die Lage ist besonders heikel, da der Nahe Osten weiterhin zentral für die globalen Ölversorgungsketten ist.