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Lloyds-Aktie rutschte in eine Korrektur: Jetzt günstig einsteigen?

Lloyds-Aktie rutschte in eine Korrektur: Jetzt günstig einsteigen?
Crispus Nyaga
05. März 2026, 07:11 AM

Lloyds-Aktienkurs ist nach einem Rückgang um rund 15 % von seinem höchsten Stand in diesem Jahr plötzlich in eine technische Korrektur geraten. Am Donnerstag wurde er bei 98,28p gehandelt, nach einem Jahreshöchststand von 114,65p. Ist die Blue-Chip-Bankaktie damit ein Schnäppchen geworden?

Lloyds-Kurssturz spiegelt den anderer europäischer Banken wider 

Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass Lloyds nicht die einzige Bankaktie ist, die zuletzt stark gefallen ist. NatWest, ein vergleichbares Institut, das die Royal Bank of Scotland und Coutts betreibt, ist von einem Jahreshöchststand von 705p auf 594p zurückgefallen.

Barclays fiel auf 430p von seinem Allzeithoch von 500p. Standard Chartered, ein Unternehmen mit Schwerpunkt auf Schwellenmärkten, fiel in der ersten Februarwoche von 1.918p auf 1.700p. Auch die HSBC-Aktien gaben sowohl in London als auch in Hongkong nach.

Der laufende Ausverkauf bei Bankaktien beschränkt sich nicht auf London; auch einige führende europäische Institute haben nachgegeben. Unicredit, Deutsche Bank, Societe Generale und BNP Paribas liegen ebenfalls im Minus.

Der laufende Kurssturz von Lloyds ist daher nicht Ausdruck einer spezifischen Schwäche der Bank. Vielmehr resultiert er daraus, dass Anleger nach einer spektakulären Hausse Gewinne mitnehmen. Anleger fragen sich zudem, ob die gute Phase noch länger anhält, da der Bankensektor tendenziell sehr zyklisch ist.

MFS-Zusammenbruch beeinflusst den Rückgang von Bankaktien

Die Aktie ist ebenfalls gefallen, während Anleger den jüngsten Zusammenbruch von Market Financial Solutions (MFS) bewerten. Das Unternehmen brach kürzlich unter Betrugsvorwürfen zusammen, darunter die doppelte Verpfändung von Vermögenswerten. Während Lloyds nicht von der Krise betroffen ist, waren andere Institute wie Jefferies, Barclays, Apollo Global Management,  Macquarie und Elliot Management betroffen.

Historisch gesehen beginnen Anleger nach solchen großen Zusammenbrüchen zu hinterfragen, ob weitere Kollapsereignisse folgen könnten — eine Situation, die als systemisches Risiko bezeichnet wird. 

Außerdem gibt es wegen des andauernden Krieges im Nahen Osten Sorgen um die britische Wirtschaft. Ein großes Risiko sind die steigenden Energiepreise in Großbritannien, die die Inflation hartnäckiger machen und das Wirtschaftswachstum verhaltener ausfallen lassen könnten. 

Positiv für Lloyds ist, dass eine hartnäckige Inflation es der Bank of England (BoE) erschweren könnte, die Zinsen zu senken. Höhere Zinssätze wären für Lloyds und andere Banken vorteilhaft.

Die Aktie gab nach den jüngsten Geschäftszahlen nach. Das Unternehmen teilte mit, dass der Gewinn vor Steuern von £6 Mrd. im Vorjahr auf £6,6 Mrd. gestiegen sei. Der zugrunde liegende Nettozinsertrag stieg um 6 % auf £13,6 Mrd.

Das Unternehmen kündigte außerdem ein umfassendes Aktienrückkaufprogramm in Höhe von über £1,75 Mrd. an. Dadurch beliefen sich die gesamten Kapitalrückflüsse 2025 auf über £3,9 Mrd.

Das Unternehmen erwartet einen zugrunde liegenden Nettozinsertrag von £14,9 Mrd. sowie eine Rendite auf greifbares Eigenkapital von 16 %.

City-Analysten gehen davon aus, dass der Nettozinsertrag bis 2027 auf £16,1 Mrd. und 2028 auf £16,9 Mrd. steigen wird.

Technische Analyse des Lloyds-Kurses 

lloyyds share price
LLOY-Aktienchart | Quelle: TradingView

Der Tageschart zeigt, dass der LLOY-Kurs in den vergangenen Monaten eingebrochen ist. Er ist von einem Hoch von 114,65p im Februar auf aktuell 98p gefallen. Er notiert in der Nähe seines niedrigsten Standes seit dem 5. Januar. 

Positiv ist, dass es Anzeichen für ein Island-Reversal-Muster gibt. Dieses Muster entsteht, wenn sich ein Wertpapier nach der Bildung einer Kurslücke konsolidiert. Daher ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass die Aktie kurzfristig wieder ansteigt. 

Diese Erholung würde eintreten, wenn Anleger die Kursrücksetzer zum Kauf nutzen. Sollte dies der Fall sein, ist die nächste wichtige Marke bei 110p zu beobachten, was etwa 13 % über dem aktuellen Niveau liegt.