Nvidia-Aktie steigt – die Gründe sind größer als gedacht

Nvidia-Aktie steigt – die Gründe sind größer als gedacht
Devesh Kumar
10. März 2026, 16:26 PM
  • Nvidia legt nach der Partnerschaft mit Mira Muratis KI‑Startup Thinking Machines Lab zu.
  • Abkommen sieht bis zu ein Gigawatt Rechenleistung der Vera‑Rubin‑Systeme der nächsten Generation vor.
  • Investoren richten den Blick auf die GTC 2026, da Huang möglicherweise die künftige Chip‑Roadmap präsentiert.

Nvidia-Aktie (NASDAQ: NVDA) kletterte am Dienstag um nahezu 1,5 % aufwärts, nachdem drei separate Katalysatoren innerhalb derselben Handelssession zusammenkamen.

Der Anstieg erfolgte vor dem Hintergrund zurückhaltender Stimmung an der Wall Street, da Händler die Entwicklungen im Iran-Krieg bewerten – einen Tag, nachdem Präsident Donald Trump angedeutet hatte, dass sein Wahlkampf dem Ende nahe sei.

Nvidia profitiert stark von einer bedeutenden Startup-Investition, der Vorstellung einer Softwareplattform und wachsender Dynamik vor einer der wichtigsten Chip-Konferenzen des Jahres.

Nvidia setzt auf die eigene Nachfragepipeline

Der wichtigste Katalysator ist eine mehrjährige strategische Partnerschaft mit Thinking Machines Lab, dem KI-Startup, das von Mira Murati gegründet wurde, der ehemaligen Chief Technology Officer von OpenAI.

Nvidia tätigt eine direkte Investition in das Unternehmen und wird mindestens ein Gigawatt an Rechenleistung über seine Vera Rubin-Beschleunigersysteme der nächsten Generation bereitstellen; die Bereitstellung soll Anfang nächsten Jahres beginnen.

Ein Gigawatt ist eine bedeutende Größe. Branchenmanager schätzen die Kosten zur Sicherstellung dieses Niveaus an KI-Rechenleistung auf rund $50 Milliarden.

Finanzielle Details des konkreten Deals wurden nicht offengelegt, doch das Ausmaß signalisiert ein ernsthaftes Commitment beider Seiten.

Zuletzt wurde berichtet, dass Thinking Machines Gespräche über eine Finanzierungsrunde mit einer Bewertung von $50 Milliarden führt, viermal so hoch wie die $12 Milliarden-Marke Mitte 2025.

Die Struktur des Deals offenbart Nvidias übergeordnete Strategie. Es ist derselbe kreislaufartige Investitionsansatz, den Nvidia bereits mit OpenAI und Anthropic verfolgt.

Nvidia finanziert vielversprechende KI-Labs; diese Labs nutzen das Kapital, um Nvidias Chips und Infrastruktur zu kaufen. Nachfrage und Angebot werden so direkt an der Quelle verknüpft.

„Diese Partnerschaft beschleunigt unsere Kapazität, KI zu bauen, die Menschen formen und zu ihrer eigenen machen können“, sagte Murati in einer gemeinsamen Erklärung.

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NemoClaw und die GTC befeuern die Rallye

Der zweite Katalysator ist eine Software-Geschichte. Nvidia bereitet den Launch von NemoClaw vor, einer Open‑Source‑Plattform für KI‑Agenten, die sich an Enterprise‑Softwarefirmen richtet.

KI‑Agenten sind Softwareprogramme, die selbstständig schlussfolgern, planen und mehrstufige Aufgaben ausführen können.

Nvidia hat NemoClaw großen Unternehmensnamen vorgestellt, darunter Salesforce, Cisco, Google, Adobe und CrowdStrike, im Vorfeld seiner jährlichen Entwicklerkonferenz.

Die Plattform wird sogar für Unternehmen zugänglich sein, deren Produkte nicht auf Nvidia‑Hardware laufen — ein beabsichtigter Schritt, um die Adoption zu verbreitern und Nvidias Software‑Präsenz in der Unternehmens‑IT zu verankern, unabhängig von Chip‑Abhängigkeiten.

Sie enthält zudem integrierte Sicherheits‑ und Datenschutzfunktionen, womit ein zentrales Anliegen der Firmenkunden adressiert wird.

Der dritte Faktor ist das Timing. Die GTC 2026 beginnt am 16. März in San Jose – in sechs Tagen.

UBS‑Analyst Timothy Arcuri wies auf einen „Aufwärtsbias“ für NVDA vor dem Event hin, behielt die Kaufempfehlung und ein $245 Kursziel bei.

Aaron Rakers von Wells Fargo bestätigte die Lage und verwies auf historische Muster, die zeigen, dass Nvidia den Halbleiterindex in den drei Monaten nach der GTC typischerweise um rund 30 % übertrifft.

Von Jensen Huang wird erwartet, dass er die vollständige Vera Rubin‑Roadmap erläutert und möglicherweise einen Ausblick auf die Feynman‑Architektur der nächsten Generation gibt, wodurch Hyperscaler mehrere Jahre in die Zukunft planen können.