Oracles Q3-Zahlen liegen vor: Cloud-Zahlen sind kaum zu übersehen

Oracles Q3-Zahlen liegen vor: Cloud-Zahlen sind kaum zu übersehen
Devesh Kumar
10. März 2026, 21:59 PM
  • Oracles Cloud-Umsatz steigt im starken Q3-Bericht um 44%.
  • Verbleibende Leistungsverpflichtungen steigen auf $553B aufgrund der KI-Nachfrage.
  • Aktien springen im nachbörslichen Handel, da Anleger die starken Ergebnisse begrüßen.

Oracle hat der Wall Street in den vergangenen sechs Monaten eine turbulente Fahrt beschert.

Die Aktie stieg nach den Ergebnissen des ersten Quartals um 36%, nur um nach dem zweiten Quartal um 12% zu fallen, obwohl der Umsatz die Erwartungen übertraf.

Nun, mit den Ergebnissen des dritten Quartals, die nach Handelsschluss am Dienstag veröffentlicht wurden, meldet sich Oracle erneut zu Wort.

Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass der Markt zuhört, wobei das starke Cloud-Wachstum die Stimmung hebt.

Die Aktie stieg im nachbörslichen Handel zeitweise um bis zu 7%, da Anleger das Update begrüßten.

Oracles Q3-Ergebnisse: Die entscheidende Kennzahl

Beginnen wir mit der Schlagzahl: Oracles Cloud-Umsatz belief sich im Q3 FY2026 auf $8.9 billion, ein Plus von 44% gegenüber dem Vorjahr.

Die Zahl lag knapp über dem Analystenkonsens von $8.85 billion.

Der Gesamtumsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 22% – ein Ergebnis, das auf eine starke zugrunde liegende Wachstumsdynamik hinweist, statt nur die Erwartungen zu erfüllen.

Um das 44%-Wachstum im Cloud-Bereich einzuordnen, müssen Anleger verstehen, was Oracle werden will.

Das Unternehmen wurde auf Datenbanksoftware aufgebaut, die Firmen auf ihren eigenen Servern betrieben.

Seit mehreren Jahren baut es sich als Anbieter von Cloud-Infrastruktur um, das heißt, es vermietet nun Rechenleistung über das Internet an Unternehmen und tritt damit in Konkurrenz zu Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud.

Das ist ein bei weitem größerer und deutlich lukrativerer Markt. Der Cloud-Umsatz macht inzwischen etwa 52% von Oracles Gesamtumsatz aus, nach rund 43% vor einem Jahr.

Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) des Unternehmens, vertraglich zugesicherte zukünftige Umsätze, die noch nicht erfasst wurden, stiegen im Q3 FY2026 auf $553 billion, nach $523 billion im Q2 und deutlich gegenüber dem Vorjahr, was das Ausmaß der bereits in Oracles Cloud-Pipeline verankerten langfristigen Nachfrage hervorhebt.

Die Schuldenfrage ist nicht verschwunden

Oracle ist eine starke Wachstumsstory – darunter liegt jedoch eine echte Komplikation.

Das Unternehmen trägt erhebliche langfristige Schulden, und im letzten Quartal verunsicherte es Anleger, als es seine Prognose für Investitionsausgaben (CapEx) auf rund $50 billion anhob, um KI-Rechenzentren zu finanzieren.

Investitionsausgaben sind Vorabinvestitionen, die ein Unternehmen tätigt, um künftige Kapazitäten aufzubauen. $50 billion auszugeben ist eine große Wette auf eine Zukunft, die noch nicht vollständig eingetreten ist.

Diese Ankündigung, zusammen mit einem Umsatz, der im Q2 die Erwartungen übertraf, löste im Dezember dennoch einen 12%-Abverkauf nach den Ergebnissen aus.

Anleger sahen die Ausgabensumme und zweifelten daran, ob sich die Ausgaben durch entsprechende Renditen rechtfertigen lassen würden.

Das klare Übertreffen der Erwartungen im Q3 mildert diese Sorge zwar etwas, beseitigt sie aber nicht.

Das Ausmaß des durch Schulden finanzierten Ausbaus bleibt ein echtes Risiko, und die Leser sollten wissen, dass ein starkes Quartal nicht gleich eine saubere Bilanz ist.

Selbst mit dem 7%-Anstieg nach Börsenschluss stand Oracles Aktie vor den Zahlen bei rund $149, deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt und etwa 50% unter ihrem Höchststand im September.

Die Bewegung nach Börsenschluss ist ein Anfang, kein Erholungszeichen.