Oracle-Aktie steigt um 10% nach Zahlen: Warum Analysten Kursziele senken

Oracle-Aktie steigt um 10% nach Zahlen: Warum Analysten Kursziele senken
Utkarsh Roshan
11. März 2026, 17:03 PM
  • Oracle übertraf die Gewinn- und Umsatzerwartungen im dritten Fiskalquartal.
  • Wachstum der Cloud-Infrastruktur wurde durch KI-Nachfrage getrieben.
  • Ansteigende Investitionsausgaben und Verschuldung bleiben zentrale Anlegerbedenken.

Die Oracle-Aktie schoss nach Vorlage besser als erwarteter Zahlen für das dritte Fiskalquartal deutlich nach oben.

Oracle meldete ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von $1.79 für das Quartal und übertraf damit die Wall-Street-Erwartungen von $1.70; ein Anstieg gegenüber $1.47 im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Der Umsatz belief sich auf $17.2 billion und lag damit über dem Konsens von $16.9 billion; das entspricht einem Anstieg von 22% gegenüber dem Vorjahr.

Die Zahlen trieben die Oracle-Aktie deutlich nach oben; im frühen Handel am Mittwoch stieg sie um 9.8% auf $164.16.

Cloud-Geschäft treibt Wachstum

Oracles Cloud-Sparte blieb der Haupttreiber des Unternehmenswachstums.

Das Cloud-Segment, das nun mehr als die Hälfte von Oracles Gesamtumsatz ausmacht, erzielte im Quartal $8.9 billion Umsatz und damit ein Wachstum von 44% gegenüber dem Vorjahr.

Das Wachstum wurde überwiegend von Oracle Cloud Infrastructure getrieben, dem Serververmietungs- und Compute-Plattformgeschäft des Unternehmens, dessen Umsatz um 84% sprang.

Die Cloud-Software-Sparte von Oracle verzeichnete einen Umsatzanstieg von 13%.

Unterdessen wiesen Oracles traditionelle Software-, Hardware- und Serviceeinheiten moderatere Zuwächse auf.

Diese Segmente erzielten $8.3 billion Umsatz, was einem Anstieg von 4% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Das Unternehmen meldete zudem einen deutlichen Anstieg des Auftragsbestands.

Verbleibende Leistungszusagen — ein Maß für vertraglich zugesicherte künftige Umsätze — stiegen um $29 billion auf $553 billion.

Ungefähr $300 billion dieses Betrags entfallen auf einen einzigen mehrjährigen Vertrag mit OpenAI.

Analysten sehen verbesserte Dynamik

Wall-Street-Analysten reagierten positiv auf die Zahlen.

Jackson Ader von KeyBanc Capital Markets bezeichnete die Ergebnisse als ermutigend.

„Die Ergebnisse und Kommentare waren ein Schritt in die richtige Richtung“, schrieb Ader in einer Research-Notiz.

Er wies darauf hin, dass Oracles Auftragsbestand sequenziell stärker als erwartet gewachsen sei, obwohl immer mehr Verträge so strukturiert werden, dass Kunden ihre eigenen Chips bereitstellen.

Ader bekräftigte seine Einstufung 'Overweight' für Oracle-Aktien und setzte ein Kursziel von $300.

Analysten senken Kursziele

Einige Analysten passten nach den Zahlen ihre Prognosen an.

Keith Bachman von BMO Capital Markets senkte sein Kursziel von $205 auf $200, beließ aber die Einstufung 'Outperform'.

Bachman sagte, das Quartal habe eine verbesserte Umsetzung gezeigt und hob positive Trends bei der Nachfrage nach Datenbanken, den Bruttomargen, den Investitionsausgaben und der Finanzierung hervor.

Er stellte fest, dass Oracles Bruttogewinnmarge in den vergangenen zwölf Monaten bei 68.54% lag.

Unterdessen senkte Piper Sandler das Kursziel von $240 auf $210 und behielt die Einstufung 'Overweight'.

Die Firma verwies auf eine breitere Multiple-Kompression im Softwaresektor, fügte aber hinzu, dass sich Oracles Perspektive verbessern könnte, falls das Unternehmen die Nachfrage nach künstlicher Intelligenz schneller als erwartet monetarisiert.

Piper Sandler hob außerdem hervor, dass Oracle mehr als $29 billion an KI-bezogenen Verträgen mit einer kapitalarmen Struktur unterzeichnet habe, bei der Kunden entweder im Voraus zahlen oder ihre eigene Hardware stellen.

Oracle weist Narrative zur KI-Disruption zurück

Bedenken, dass künstliche Intelligenz traditionelle Anbieter von Unternehmenssoftware verdrängen könnte, haben den breiteren Sektor in den vergangenen Monaten belastet.

In vorbereiteten Ausführungen ging Mike Sicilia direkt auf diese Bedenken ein.

Nachdem er mehrere KI-Integrationen im Oracle-Produktportfolio skizziert hatte, sagte Sicilia: „Dies sind keine Systeme, die durch eine kleine Sammlung nischenhafter Funktionen ersetzt werden können, die notdürftig zusammengefügt und im Namen von KI angehängt werden. Ja, einige kleinere oder einzelfokussierte SaaS-Anbieter könnten durchaus betroffen sein, aber Oracle wird nicht dazu gehören.“

Oracle bestätigte seine Prognose sowohl für das laufende Quartal als auch für das gesamte Fiskaljahr.

Hohe Ausgaben für Rechenzentren setzen sich fort

Trotz der starken Ergebnisentwicklung belasten Oracles aggressive Investitionen in Cloud-Infrastruktur weiterhin die Profitabilität und den Cashflow.

Das Unternehmen meldete einen operativen Cashflow von $7 billion für das Quartal, der jedoch durch $19 billion an Investitionsausgaben, die größtenteils auf die Erweiterung von Rechenzentren entfallen, aufgewogen wurde.

Oracle hat Aktienrückkäufe weitgehend gestoppt, um Mittel in Infrastrukturinvestitionen zu lenken.

Das Unternehmen bekräftigte Pläne, für das bis Mai laufende Fiskaljahr etwa $50 billion an Investitionsausgaben zu tätigen.

Zur Finanzierung dieser Investitionen emittierte Oracle im Quartal zusätzlich $27 billion an Schulden, womit die Gesamtverschuldung auf rund $135 billion anwächst.