Warum klagen Investoren gegen JPMorgan wegen eines 328‑Millionen-Dollar-Krypto-Ponzi?

Warum klagen Investoren gegen JPMorgan wegen eines 328‑Millionen-Dollar-Krypto-Ponzi?
Devesh Kumar
12. März 2026, 21:46 PM
  • Investoren reichen eine Sammelklage ein und werfen JPMorgan vor, ein Krypto-Ponzi im Umfang von $328 million ermöglicht zu haben.
  • Die Klage besagt, dass $253 million über ein mit Goliath verbundenes JPMorgan-Konto geflossen seien.
  • Staatsanwälte werfen dem Betreiber von Goliath, Christopher Delgado, Betrug vor.

Investoren von Goliath Ventures haben eine vorgeschlagene Sammelklage beim US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk Kaliforniens eingereicht und werfen JPMorgan Chase vor, ein angebliches Krypto-Ponzi in Höhe von $328 million ermöglicht zu haben.

Die Klage behauptet, JPMorgan habe während des Betriebs als Hauptbank von Goliath fungiert und Einzahlungen und Überweisungen zu Coinbase-Wallets abgewickelt, trotz mehrerer Warnzeichen.

Es wird angenommen, dass mehr als 2.000 Investoren betroffen sind.

Was die Klage vorwirft

Die Klageschrift argumentiert, dass JPMorgan „die wesentliche Bankeninfrastruktur bereitgestellt“ habe, die Goliath Ventures ermöglichte, seine Geschäfte trotz roter Flaggen weiterzuführen, die nach Ansicht der Investoren Alarmzeichen hätten sein müssen.

Laut Einreichung wurden zwischen Januar 2023 und Juni 2025 ungefähr $253 million auf ein mit Goliath verknüpftes JPMorgan-Konto eingezahlt.

Etwa $123 million wurden anschließend von diesem Konto auf Coinbase-Wallets transferiert, während ungefähr $50 million an Investoren als angebliche Renditen ausgezahlt wurden.

Ermittler gehen davon aus, dass Goliath letztlich mindestens $328 million von mehr als 2.000 Investoren eingesammelt hat.

Die Klageschrift stellt fest, dass ein Betrug dieses Ausmaßes angesichts des Umfangs und des Geldflusses nicht unentdeckt durch einen einzigen Bankkanal hätte laufen können.

Wie das Schema funktionierte und wer angeklagt ist

Behörden zufolge akzeptierte Goliath Ventures, zuvor bekannt als Gen-Z Venture Firm, Investoreneinlagen über JPMorgan-Konten, bevor Gelder auf bei Coinbase geführte Kryptowährungs-Wallets transferiert wurden.

Christopher Alexander Delgado, der als Betreiber hinter Goliath identifiziert wurde, wurde wegen Drahtbetrugs und Geldwäsche festgenommen.

Die Klage äußert zudem Bedenken hinsichtlich der Know-Your-Customer-Compliance und behauptet, die Bank habe gewusst, dass Goliath als nicht lizenzierter Betreiber eines „Private-Equity“-Kryptowährungsfonds fungierte.

Weiter heißt es, Investorenmittel seien vermischt und zur Auszahlung an frühere Teilnehmer verwendet worden, ein Muster, das mit den Mechanismen klassischer Ponzi‑Systeme übereinstimmt.

Bei Verurteilung in allen Punkten drohen Delgado bis zu 30 Jahre Haft in einem Bundesgefängnis.

Weitere Banken und Zahlungswege

Gerichtsunterlagen deuten darauf hin, dass Goliath auch Konten bei der Bank of America unterhielt.

Berichten zufolge war Delgado Mitunterzeichner eines der auf den Firmennamen geführten Konten.

Investoren wurden angewiesen, Gelder entweder auf Konten bei JPMorgan oder Bank of America einzuzahlen oder Geld direkt an von Goliath kontrollierte Coinbase-Wallets zu senden.

Ermittler geben an, Delgado habe die alleinige Kontrolle über diese Wallets gehalten.

Reaktionen und das weitere Vorgehen

Die Klage wurde vom Investor Robby Alan Steele und Rechtsvertretern betroffener Anleger eingereicht. Die Klage nennt noch keinen Gesamtschadensbetrag.

Anwälte, die an dem Fall beteiligt sind, sagen, dass weitere Klagen folgen könnten, sobald mehr Personen und Stellen identifiziert werden, denen eine Rolle zugeschrieben wird.

Die Strategie zielt darauf ab, Ansprüche gezielt zu verfolgen, um die Rückzahlungen für Investoren zu maximieren.

Im Mittelpunkt des Falls steht, ob JPMorgan versäumte, auf angebliche Warnzeichen zu reagieren, während es Goliaths Konten verwaltete.

Das Ergebnis könnte beeinflussen, wie Banken künftig Hochrisiko‑Kunden und krypto-bezogene Transaktionen überwachen.