Der Iran‑Krieg ruiniert Ihr Portfolio: 5 Wege, es zu sichern
- Analysten greifen zu Put‑Optionen, da Aktien und Anleihen gemeinsam fallen.
- Die Nachfrage nach Dollar steigt, da Anleger im Konflikt Schutz suchen.
- Ölrisiken im Zusammenhang mit Hormus rücken Rohstoffe in den Fokus.
Der US‑iranische Konflikt hat am Freitag, den 13. März, seinen 14. Tag erreicht, und da kein Ende in Sicht ist, suchen Anleger nach Absicherungen, um Verluste auszugleichen.
Derzeit scheint keine Strategie zu greifen: Aktien fallen, Anleihen schwächen sich, und da Dollar, Öl und Gold gleichermaßen vom geopolitischen Schock erfasst werden, suchen Anleger nach neuen Wegen, ihr Kapital zu schützen.
In einem solchen Szenario wirkt das traditionelle 60/40‑Konzept von Wall Street weit weniger verlässlich als üblich, und Anleger suchen einen Ausweg aus einer kriegsgetriebenen Mischung aus Inflation, Volatilität und politischer Unsicherheit.
Analysten liefern Anlegern inzwischen ihre Einschätzungen – hier, wie Sie in Krisenzeiten ein Sicherheitsnetz aufbauen können.
1. Absicherung gegen Abwärtsrisiken kaufen
Eine der deutlichsten Veränderungen ist die Hinwendung zu Put‑Optionen und anderen Formen der Portfolio‑Versicherung. Interessant ist diese Entwicklung insbesondere, weil breite Diversifikation in diesem Monat kaum Schutz bot.
Dieses Sentiment bestätigte Goldman Sachs, das erklärte, man habe „das Netto‑Aktien‑Beta leicht reduziert durch eine Kombination aus nichtlinearer Absicherung gegen Abwärtsrisiken bei Aktien, Kredit‑Hedges und dem Einsatz liquider Mittel in unseren Strategien zur Absicherung von Tail‑Risiken.“
Die Investmentbank sagte, das Ziel sei es, „Downside‑Konvexität und asymmetrischen Schutz“ zu schaffen und gleichzeitig etwas Aufwärtspotenzial zu erhalten.
Andere Analysten verfolgten einen ähnlichen Ansatz: Sie reduzierten die Aktienexposure auf neutral und ergänzten Absicherungen durch Put‑Optionen auf Aktien und Unternehmensanleihen, um Portfolios vor weiteren Kursverlusten zu schützen.
Das ist relevant, weil es sich nicht um eine gewöhnliche Risk‑Off‑Phase handelt.
Staatsanleihen, die üblicherweise Aktienverluste abfedern, bewegen sich hier in dieselbe Richtung wie Aktien, sodass explizite Versicherungen zu kaufen kostengünstiger erscheint, als nur auf Diversifikation zu setzen.
2. Mehr Dollar und liquide Mittel halten
Ein weiterer Trend, der sich aus dem US‑iranischen Krieg abzeichnet, ist die starke Erholung des US‑Dollars.
Pictet Asset Management sagte, seine Portfolios hätten „ihre Gewichtung in US‑Dollar erhöht“ und argumentierte, die Funktion der Währung als sicherer Hafen werde in den Vordergrund treten.
Die Analysten sagten außerdem voraus, dass der Dollar Spielraum zur Aufwertung habe, falls sich der Konflikt hinzieht.
Seit Beginn des Konflikts hat sich der Dollar verstärkt, obwohl Aktien fielen und Anleiherenditen stiegen – eine Kombination, die unterstreicht, wie ungewöhnlich dieses Marktumfeld geworden ist.
Mehr Dollar zu halten verschafft Anlegern sowohl ein defensives Asset als auch liquide Mittel („dry powder“), falls sich Preise bei Aktien oder Krediten nach unten korrigieren.
3. Rohstoffe aus dem Umfeld der Straße von Hormus halten
Wenn dieser Konflikt ein finanzielles Nervenzentrum hat, dann ist es die Straße von Hormus.
Goldman Sachs warnte, dass „ein vorübergehender Anstieg der Ölpreise auf 100 USD pro Barrel das globale Wachstum um 0,4 Prozentpunkte verlangsamen könnte.“
Macquarie‑Stratege Vikas Dwivedi sagte, Öl könne auf rund 150 USD pro Barrel steigen, falls die Krise andauert, und warnte, dass jede Störung in der Logistik eine Dominowirkung auf die Energiemärkte auslösen könnte.
Deshalb schauen einige Anleger nicht nur auf Rohöl, sondern auf einen breiteren Korb von Gütern, die über denselben Störungsweg betroffen wären.
Speiseöle und Aluminium stärkten sich ebenfalls, da der Konflikt lieferkettenbedingte Versorgungsängste und Inflationssorgen für Rohstoffe schürte.
4. Gold als zentrale Absicherung beibehalten
Gold hat sich in diesem Monat nicht geradlinig entwickelt, bleibt aber eines der bevorzugten Zufluchtswerte am Markt.
Einer Umfrage von Bank of America zufolge betrachteten 50 % der Befragten Gold als die beste Absicherung, selbst nach einem starken Anstieg des Metalls im vergangenen Jahr.
Obwohl die Goldpreise mit der Intensität des Krieges volatil geworden sind, zeigen die Daten, dass es weiterhin zu den bevorzugten Absicherungen gegen die breitere Unsicherheit zählt.
Es gibt einen einfachen Grund, warum Gold weiterhin wichtig ist, selbst wenn der Dollar Stärke zeigt.
Bloomberg‑Stratege Skylar Montgomery Koning argumentierte Anfang März, dass zwar der Dollar der wichtigste sichere Hafen sein könne, Gold aber die besseren Karten habe, wenn Anleger befürchten, ein Energieschock werde die Inflation anheizen.
5. Aktien sorgfältig auswählen, nicht blind kaufen
Die letzte Lektion dieses Marktes ist, dass nicht jede kriegsbezogene Strategie funktioniert, sobald alle aufspringen.
Die Analysten warnten, dass „wenn die meisten Anleger es bemerkt haben, die Gewinne in diesen Sektoren größtenteils bereits eingepreist sind.“
Mit anderen Worten: Verteidigungs‑ oder Energiewerte zu jedem Preis zu kaufen, ist keine Strategie an sich.
Dennoch kann selektives Kaufen nach starken Marktverwerfungen Sinn machen.
Eddie Ghabour, CEO von Advis Wealth, sagte, der Ausverkauf habe „eine erstklassige Gelegenheit für Anleger geschaffen, sich neu zu positionieren.“
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