Fed hält Zinsen unverändert, Nahost-Krieg trübt Ausblick

Fed hält Zinsen unverändert, Nahost-Krieg trübt Ausblick
Ananthu C U
18. März 2026, 20:02 PM
  • Fed hält Zinsen; kriegsbedingte Unsicherheit trübt den Ausblick.
  • Entscheidungsträger signalisieren weiterhin eine Zinssenkung trotz Inflationsrisiken.
  • Inflationsausblick angehoben, während der Arbeitsmarkt Anzeichen einer Abschwächung zeigt.

Vertreter der US Federal Reserve beließen die Zinsen am Mittwoch unverändert und verhielten sich zurückhaltend, da geopolitische Spannungen im Nahen Osten und gemischte Konjunktursignale den geldpolitischen Ausblick verkomplizieren.

Das Federal Open Market Committee (FOMC) stimmte mit 11-1 dafür, den maßgeblichen federal funds rate in einer Spanne von 3.5% bis 3.75% zu belassen, wie vom Markt erwartet.

Gouverneur Stephen Miran stimmte dagegen und forderte eine Zinssenkung um einen Viertelprozentpunkt.

Die Entscheidung stellt die zweite aufeinanderfolgende Pause der Zentralbank dar, obwohl sich der wirtschaftliche Hintergrund seit der vorherigen Sitzung deutlich verändert hat.

Fed weist auf Unsicherheit im Zuge des Nahost-Konflikts hin

In ihrer Erklärung nach der Sitzung hob die Fed die zunehmende Unsicherheit hervor, die mit geopolitischen Entwicklungen verbunden ist.

“Die Auswirkungen der Entwicklungen im Nahen Osten auf die US-Wirtschaft sind ungewiss,” sagten die Verantwortlichen. “Das Komitee achtet auf Risiken für beide Seiten seines Doppelmandats.”

Die Eskalation des Konflikts infolge US‑israelischer Angriffe auf den Iran hat die Ölpreise nach oben getrieben, weckt Inflationssorgen und bringt zugleich Risiken für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung mit sich.

Trotz dieses Drucks signalisierten die Entscheidungsträger, dass sie noch nicht bereit seien, die Zinsen anzupassen, und ziehen es vor, zu beobachten, wie sich die Lage auf die Gesamtwirtschaft auswirkt.

Die Zentralbank behielt zudem ihre Forward Guidance bei; die Projektionen zeigen weiterhin eine Zinssenkung im Jahr 2026 und eine weitere 2027.

Bemerkenswert: Kein Mitglied signalisierte eine Präferenz für Zinserhöhungen in diesem Jahr.

Formulierungen zum Arbeitsmarkt verändern sich, da Risiken auftreten

Die Fed nahm subtile, aber bedeutende Änderungen an ihrer Einschätzung des Arbeitsmarkts vor.

Die Verantwortlichen strichen frühere Formulierungen, die auf eine Stabilisierung der Beschäftigungsverhältnisse hindeuteten, und stellten stattdessen fest, dass die Arbeitslosenquote in den letzten Monaten “kaum verändert” gewesen sei.

Diese Änderung folgt auf einen schwächer als erwarteten Beschäftigungsbericht für Februar, der Fragen zur Widerstandsfähigkeit des Arbeitsmarkts aufwarf.

Gleichzeitig bekräftigte die Fed, dass “die Zunahme der Beschäftigung gering geblieben sei”, und hielt an ihrer Einschätzung fest, dass die wirtschaftliche Aktivität “sich in einem soliden Tempo ausgeweitet habe” und die Inflation “etwas erhöht” bleibe.

Diese gemischten Signale unterstreichen die Gratwanderung, vor der die Entscheidungsträger stehen, wenn sie Risiken für Inflation und Beschäftigung abwägen.

Aktualisierte Prognosen zeigen höheren Inflationsausblick

Neben der Zinsentscheidung veröffentlichte die Fed aktualisierte Wirtschaftsprojektionen, die moderate Änderungen ihres Ausblicks widerspiegeln.

Die Entscheidungsträger hoben ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum 2026 leicht auf 2.4%, zuvor 2.3%, an, während sie ihre Arbeitslosenprognose unverändert bei 4.4% beließen.

Die Inflationserwartungen wurden jedoch nach oben revidiert.

Die Verantwortlichen sehen die Inflation nun bei 2.7% bis Ende 2026, gegenüber zuvor geschätzten 2.4%.

Die Kerninflation, die Nahrungsmittel und Energie ausschließt, wird ebenfalls auf 2.7% prognostiziert.

Die Aufwärtsrevision spiegelt Sorgen wider, dass steigende Energiepreise in eine breitere Inflation einfließen könnten, obwohl Notenbanker solche Schocks traditionell als vorübergehend betrachten.

Investoren haben ihre Erwartungen entsprechend angepasst.

Während die Märkte weiterhin eine Zinssenkung bis Ende des Jahres erwarten, wurden die Erwartungen an eine frühere Lockerung zurückgeschraubt.

Die vorsichtige Haltung der Fed erfolgt, während sie sich in einem komplexen Umfeld zurechtfindet, das von geopolitischen Risiken, Inflationsdruck und Anzeichen einer Abschwächung des Arbeitsmarkts geprägt ist.