Starbucks-Aktie notiert heute im Minus – das sind die Gründe

Starbucks-Aktie notiert heute im Minus – das sind die Gründe
Ananthu C U
18. März 2026, 15:04 PM
  • RBC stuft Starbucks wegen steigender Kosten und Margenrisiken herab.
  • Aktie YTD +16%, gilt bei Analysten jedoch als hoch bewertet.
  • Arbeitskonflikte und Governance-Probleme erhöhen die Vorsicht der Investoren.

Die Aktien von Starbucks gerieten unter Druck, nachdem RBC Capital Markets den Kaffee-Konzern herabgestuft hatte und dabei steigende Arbeitskosten, erhöhte Anlegererwartungen und Unsicherheit hinsichtlich einer Margenverbesserung anführte.

Die Analysten stuften das Rating von „Outperform“ auf „Sector Perform“ herab, beließen jedoch das Kursziel bei $105, was nur einen moderaten Aufwärtsspielraum gegenüber dem aktuellen Kurs impliziert.

Die Starbucks-Aktie fiel am Mittwoch um 0.9% auf $96.69.

Trotz der Herabstufung hat sich die Aktie in diesem Jahr stark entwickelt und seit Januar rund 16% zugelegt, womit sie den S&P 500, der im gleichen Zeitraum um 1.9% gefallen ist, deutlich übertrifft.

Arbeitskosten und Investitionsbedenken belasten Ausblick

RBC erklärte, die frühere positive Einschätzung, die im November 2024 initiiert wurde, basierte auf der Erwartung, dass relativ kleine und temporäre Investitionen ausreichen würden, um das US-Geschäft von Starbucks zu drehen.

Analysten gehen jetzt jedoch davon aus, dass diese Annahmen nicht mehr gelten, da das Unternehmen anhaltende arbeitsbezogene Herausforderungen und höhere als erwartete Investitionsbedarfe zu bewältigen hat.

Im Juli 2025 kündigte Starbucks Pläne an, in den folgenden zwölf Monaten mehr als $500 million zusätzlich für Arbeit auszugeben, was das Ausmaß der erforderlichen operativen Anpassungen widerspiegelt.

„Die Investitionen in das Geschäft sind größer als wir zuvor erwartet hatten und es fehlt an Sichtbarkeit bei Kosteneinsparungen [und] folglich bei Margenverbesserungen“, sagte RBC-Analyst Logan Reich.

Reich fügte hinzu, dass die zur Unterstützung des Wachstums erforderlichen Investitionen offenbar dauerhafter sind als ursprünglich angenommen, was den Weg zu einer verbesserten Profitabilität verkompliziert.

„Während wir weiterhin glauben, dass es Spielraum für weitere Top-Line-Verbesserungen in Nordamerika gibt und die Wachstumsziele für FY28 bei same-store sales als erreichbar betrachten, sind die zur Erzielung dieser Verbesserungen erforderlichen Investitionen größer und nachhaltiger als wir zuvor dachten, und der Pfad zur Margenverbesserung bleibt einigermaßen unklar“, schrieb er.

Bewertungsbedenken und hohe Erwartungen

RBC wies zudem auf Bewertungsbedenken hin und stellte fest, dass die Starbucks-Aktie im Vergleich zu historischen Durchschnitten mit einem Aufschlag gehandelt wird.

Der Analyst argumentierte, dass die Erwartungen der Anleger an das Wachstum hoch bleiben, wodurch nur begrenzter Spielraum für positive Überraschungen besteht.

Er ergänzte, dass das Chance-Risiko-Profil der Aktie auf dem aktuellen Niveau ausgeglichen erscheine, wodurch sie für neue Investoren an Attraktivität verliere.

„Angesichts konsistenter, schrittweiser Verbesserungen der Umsatzzahlen, während das Management die Turnaround-Strategie umsetzt, halten wir die Anlegererwartungen hinsichtlich fortgesetzter Verbesserungen und solider Umsetzung für hoch“, schrieb Reich.

„Die Aktie wird mit einem Aufschlag gegenüber historischen Durchschnitten gehandelt. Modellrechnungen der Gewinn- und Verlustrechnung bis FY35 deuten darauf hin, dass das Chance/Risiko-Verhältnis auf dem aktuellen Niveau ausgeglichen ist“, sagte er.

Nach Daten von FactSet bleibt die Analystenstimmung zu Starbucks gemischt: 40% bewerten die Aktie mit Buy, 48% mit Hold und der Rest empfiehlt Sell.

Arbeitskonflikte und Governance-Bedenken bestehen fort

Über finanzielle Aspekte hinaus steht Starbucks weiterhin wegen seines Umgangs mit Arbeitsbeziehungen unter Beobachtung.

Stimmrechtsberatungsfirmen haben Bedenken hinsichtlich des Umgangs des Unternehmens mit anhaltenden Arbeitskonflikten und der Governance-Aufsicht geäußert.

„Es gibt anhaltende Kontroversen im Zusammenhang mit Arbeitskonflikten, und es ist nicht klar, ob eine ausreichende Aufsicht des Vorstands über das Management der Arbeitsbeziehungen besteht“, schrieben die Analysten bei Institutional Shareholder Services.

Die Bedenken fallen in eine Phase andauernder Spannungen mit gewerkschaftlich organisierten Mitarbeitern, einschließlich Streiks in mehreren US-Städten und laufender Vertragsverhandlungen.

Glass Lewis kritisierte zudem die Entscheidung von Starbucks, ein Vorstandsressort zur Überwachung von Arbeitsfragen aufzulösen, und empfahl den Aktionären, gegen die Wiederwahl eines wichtigen Vorstandsmitglieds zu stimmen.

Das Unternehmen hat seine Governance-Struktur verteidigt und erklärt, dass die Zuständigkeiten für die Aufsicht über Arbeitsfragen auf den Vorstand verteilt wurden und man weiterhin auf langfristigen Aktionärswert fokussiert sei.

Starbucks wies außerdem auf Mitarbeiterleistungen wie Gesundheitsversorgung, Elternzeit und Studienunterstützung hin und positioniert sich damit als wettbewerbsfähiger Arbeitgeber im Einzelhandel.

Während das Unternehmen weiterhin Umsatzwachstum liefert und seine Turnaround-Strategie umsetzt, veranlassen die Kombination aus steigenden Kosten, arbeitsbezogenen Herausforderungen und hohen Erwartungen Analysten zu einer vorsichtigeren Einschätzung.

Für Investoren bleibt die zentrale Frage, ob Starbucks sein Wachstumstempo halten kann, während es diese Belastungen managt, oder ob die aktuellen Bewertungen bereits einen Großteil des Aufwärtspotenzials widerspiegeln.