Figma-Aktie fällt: Googles KI-Tool Stitch schürt Ängste um Design-Software

  • Figma verliert 35 % seit Jahresbeginn, da Googles Stitch Sorgen um KI-Konkurrenz schürt.
  • Google baut KI-Design-Tools aus und setzt damit Aktien im Softwaresektor unter Druck.
  • Analysten sehen Aufwärtspotenzial, doch der Wettbewerb trübt die Aussichten für Figma.

Figma-Aktien setzten ihren Rückgang in dieser Woche fort, da die Anlegerbefürchtungen über Konkurrenz durch künstliche Intelligenz nach der Vorstellung eines neuen, auf Design ausgerichteten Produkts von Google zunahmen.

Die Aktie fiel am Mittwoch um 8 % und verlor am Donnerstag mehr als 4 %, womit die Verluste für das Jahr bei rund 35 % liegen.

Der Ausverkauf spiegelt den breiteren Druck im Softwaresektor wider, da die Märkte die Auswirkungen KI-getriebener Disruption auf traditionelle Geschäftsmodelle neu bewerten.

Googles Stitch schürt Wettbewerbsbedenken

Am Dienstag stellte Google Stitch vor, ein KI-gestütztes Design-Tool, das sich derzeit in der Beta-Phase befindet und es Nutzern ermöglicht, Projektentwürfe mithilfe einfacher Eingaben zu erzeugen.

Das Unternehmen beschrieb die Funktion als „Design-Agent“, der in der Lage ist, Echtzeit-Designkritiken zu liefern und auf Spracheingaben zu reagieren.

Obwohl Stitch noch nicht monetarisiert ist und kein klarer Zeitplan für eine breitere Verfügbarkeit vorliegt, hat sein Funktionsumfang Bedenken über zunehmenden Wettbewerb im Markt für Designsoftware ausgelöst.

Das Tool überschneidet sich mit zentralen Funktionen von Figma, insbesondere in Bereichen wie Interface-Design, Prototyping und kollaborativen Workflows.

Anleger konzentrieren sich zunehmend darauf, ob große Technologiekonzerne mit umfangreichen Ressourcen und Vertriebsnetzwerken die Wettbewerbslandschaft neu gestalten könnten.

Googles weitergehende Ambitionen in diesem Bereich wurden durch Aktualisierungen der AI Studio-Roadmap weiter betont.

In einem Beitrag auf X skizzierte Logan Kilpatrick kommende Funktionen, darunter „Design-Modus“, „Figma-Integration“ sowie tiefere Verknüpfungen mit Google Workspace und GitHub.

Diese Entwicklungen zeigen, wie schnell große Plattformen ihre Präsenz im Bereich KI-gestützter Produktgestaltung und des sogenannten „vibe coding“ ausbauen — ein Begriff, der zunehmend zur Beschreibung von promptbasiertem Softwareerstellen verwendet wird.

Marktreaktion spiegelt Befürchtungen vor KI-Disruption wider

Die Reaktion im Kurs von Figma unterstreicht, wie sensibel Softwarebewertungen gegenüber wahrgenommenen KI-Bedrohungen bleiben.

Obwohl sich das Unternehmen bei seinem Börsengang im Juli als Nutznießer der KI-Adoption darstellte, sieht es sich nun erneut einer genauen Prüfung seiner Wettbewerbsposition ausgesetzt.

Das Unternehmen hatte zuvor bereits erhebliche Aufmerksamkeit erregt, als Adobe 2023 versuchte, es für 20 Mrd. $ zu übernehmen — ein Deal, der später aufgrund regulatorischer Schwierigkeiten beendet wurde.

Auch Adobe-Aktien gerieten unter Druck und fielen in den vergangenen zwei Tagen um etwa 4 %.

Analysten merken an, dass eine spätere Kommerzialisierung von Stitch durch Google einen strategischen Schritt darstellen könnte, um mehr des Produkt-Design-Workflows zu erobern und Nutzer innerhalb des eigenen Enterprise-Ökosystems zu halten.

Analysten beurteilen Aussichten, während sich das Momentum stabilisiert

Laut Daten von TipRanks gaben von 9 Analysten 3 eine Kaufempfehlung, während 6 ein Hold-Rating aussprechen.

Der durchschnittliche Kursziel liegt bei $40,25 und signalisiert ein Aufwärtspotenzial von 66 %.

Zu den jüngsten Maßnahmen gehören: RBC Capital mit einem Sector-Perform-Rating und einem Kursziel von $31, Stifel mit der Bestätigung eines Hold-Ratings und einem Kursziel von $30 sowie Wells Fargo, das sein Overweight-Rating mit einem Kursziel von $42 bekräftigte.

Technische Indikatoren deuten darauf hin, dass sich eine gewisse Stabilisierung abzeichnen könnte.

Der Relative-Stärke-Index (RSI) von Figma ist nach einem Einbruch in überverkaufte Bereiche wieder in Richtung neutraler Zonen zurückgekehrt, was darauf hindeutet, dass der Verkaufsdruck nachlässt.

Gleichzeitig investiert das Unternehmen weiterhin in KI-Fähigkeiten durch Partnerschaften, darunter Kooperationen mit Anthropic und Google zur Integration generativer KI in seine Plattform.

Da der Wettbewerb jedoch intensiver wird und große Technologieunternehmen ihre KI-Toolkits ausbauen, bleiben Anleger darauf fokussiert, ob Figma seine Position in einem zunehmend überfüllten und schnell entwickelnden Markt für Designsoftware halten kann.