Goldman Sachs: Der Markt irrt sich bei diesen 2 neuen Börsengängen

Goldman Sachs: Der Markt irrt sich bei diesen 2 neuen Börsengängen
Devesh Kumar
24. März 2026, 12:24 PM
  • Agibanks Börsengang wurde in Größe und Preis reduziert, was auf schwache Nachfrage beim Debüt hindeutet.
  • Forgent notiert über dem Ausgabekurs, wird von Goldman aber weiterhin als unterbewertet eingeschätzt.
  • Goldman erwartet eine Erholung bei Börsengängen, warnt jedoch vor Bewertungsrisiken.

Die globale Anlegerstimmung war in den vergangenen Wochen alles andere als positiv.

Der Krieg im Nahen Osten wirkt sich auf nahezu jede Nation aus, Anleger flüchten angesichts zunehmender Verluste in sichere Häfen, und Volkswirtschaften sehen sich mit Versorgungsengpässen konfrontiert.

Neuemissionen unter solchen Bedingungen bringen große Risiken mit sich.

Doch selbst bevor die jüngste Eskalation im Nahen Osten die Marktvolatilität weiter erhöhte, standen bereits neue Börsengänge unter Skepsis.

Goldman Sachs weist darauf hin, dass Anleger bei zwei jüngsten Börsengängen zu schnell zu skeptisch geworden seien.

Agibanks hartes Debüt

Agibank, der in São Paulo ansässige digitale Kreditgeber, ging am 11. Februar an der NYSE unter dem Ticker AGBK an die Börse.

Es nahm $240 million ein, nachdem es 20 million shares zu je $12 verkauft hatte, und zwar in einem deutlich reduzierten Deal.

Das war ein dramatischer Rückzug von dem ursprünglichen Plan, 43,6 million shares zu $15 bis $18 zu verkaufen, was sowohl Bewertungsannahmen als auch die Deal-Größe drücken musste.

Der erste Handelstag der Aktie trug wenig zur Stimmungsverbesserung bei.

AGBK schloss in der Debütsession bei $10,75, ein Rückgang von 10,42% gegenüber dem Ausgabepreis und deutlich unter selbst den reduzierten Bedingungen des Unternehmens.

Der Börsengang traf auf Skepsis, da Anleger bereits durch den fast 20%igen Rückgang nach dem IPO des brasilianischen Wettbewerbers PicPay verunsichert waren.

Hier geht Goldman einen anderen Weg als die Mehrheit.

Während der Markt Agibanks geschrumpftes Angebot als Warnsignal interpretierte, ist die Analystenstimmung für die Aktie konstruktiv geblieben.

Mehrere Quellen stufen AGBK als Buy bis Strong Buy ein und zeigen durchschnittliche Kursziele deutlich über dem aktuellen Handelsniveau.

Das bullishe Argument lautet, dass Anleger ein schlechtes Debüt auf das gesamte Geschäftsmodell extrapoliert haben.

Forgents Rechenzentrumsangebot

Wenn Agibank eine Geschichte über eine schwache Aufnahme ist, dreht sich Forgent Power Solutions mehr um gedämpfte Begeisterung.

Das Unternehmen, das elektrische Verteilungsausrüstung für Rechenzentren, Stromnetzprojekte und Industrieanlagen herstellt, legte seinen Ausgabepreis für den Börsengang auf $27 je Aktie fest.

Die Aktie wurde seit dem Debüt um die Mitte der $30 gehandelt, was nicht schlecht ist, doch Goldman ist eindeutig der Ansicht, dass das Unternehmen in Bezug auf den Ausbau der KI-Infrastruktur weiterhin unterbewertet wird.

Goldman-Analyst Joe Ritchie bestätigte im März die Einstufung „Buy“ für Forgent und hob sein Kursziel auf $49 an, das höchste Ziel unter den großen Häusern.

Das ist ein guter Abstand im Vergleich zu Kurszielen von $44 bei Barclays und $45 bei TD Cowen. Morgan Stanley nimmt mit einer Equal-Weight-Einstufung und einem Ziel von $38 eine vorsichtigere Haltung ein.

Goldmans Kernargument hängt mit der Positionierung zusammen.

Forgent wird als „bevorzugter marginaler Lieferant in kritischer Energieinfrastruktur“ beschrieben, ein Ausdruck, der den Kern der These zur Nachfrage von Rechenzentren trifft.

Der größere Kontext ist hier wichtig. Goldman sagte im Februar, dass US-IPO-Erlöse sich 2026 vervierfachen und mit $160 Milliarden einen Rekord erreichen könnten — im Vergleich zu etwa $48 Milliarden im Jahr 2025.

Die gleiche Prognose enthielt jedoch auch die Warnung, dass Bewertungsrisiken real bleiben, insbesondere in Sektoren, in denen die Nachfrage an den öffentlichen Märkten schnell kippen kann.