Oracle-Aktie 2026 um 25% gefallen: warum BofA 30% Aufwärtspotenzial sieht

Oracle-Aktie 2026 um 25% gefallen: warum BofA 30% Aufwärtspotenzial sieht
Ananthu C U
25. März 2026, 20:59 PM
  • BofA sieht 30% Aufwärtspotenzial bei Oracle durch starke KI- und Cloud-Nachfrage.
  • $553 billion Auftragsbestand erhöht Wachstumssichtbarkeit, aber Umsetzungsrisiko bleibt bestehen.
  • Steigende Capex und negativer Free Cashflow gelten als zentrale Risiken, auf die es zu achten gilt.

Die Aktien von Oracle stehen im Fokus, nachdem Bank of America die Berichterstattung mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von $200 wieder aufgenommen hat. Die Bank verweist trotz jüngster Rückgänge auf ein starkes langfristiges Wachstumspotenzial.

Die Aktie notierte 0.92% im Minus bei $145.78 und blieb damit deutlich unter dem Höchststand von $345.72 aus 2025. 

Das neue Kursziel impliziert etwa 30% Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau, liegt jedoch unter den weiter gefassten Street-Schätzungen von $250 bis $265.

Analyst Tal Liani beschrieb Oracle als „einen Riesen, der voll auf KI-Infrastruktur und Cloud setzt“, und stellte die Investitionsargumentation in den Kontext der beschleunigten Nachfrage nach künstlicher Intelligenz und Cloud-Diensten.

Wachstum des Auftragsbestands stützt bullische These

Ein zentraler Pfeiler im Ausblick der Bank of America sind Oracles Remaining Performance Obligations (RPO), die im jüngsten Quartal $553 billion erreichten. 

Die Zahl zeigt vertraglich gesicherte zukünftige Umsätze, die im Jahresvergleich um 325% stiegen und sich sequenziell um $29 billion erhöhten.

Das Unternehmen erklärte, ein Großteil des Wachstums sei durch groß angelegte, KI-bezogene Verträge getrieben worden. 

Viele dieser Vereinbarungen beinhalten Kundenvorauszahlungen oder von Kunden bereitgestellte GPUs, wodurch Oracles Bedarf, zusätzliches Kapital zur Erfüllung dieser Verträge aufzubringen, reduziert wird.

Die Bank of America bezeichnete den Auftragsbestand als Beleg für ein „großes und sichtbares Umsatzpotenzial“. 

Liani fügte hinzu, dass die Sichtweise der Bank „eine ausgewogene Einschätzung der beschleunigten Nachfrage nach KI-Infrastruktur hinsichtlich Timing, Konzentration und Kapitalbedarf von Oracles Transformation widerspiegelt.“

Der Auftragsbestand ist zu einer Schlüsselkennzahl für Investoren geworden, die Oracles Übergang zu KI‑getriebener Infrastruktur und Cloud‑Diensten bewerten, da er Einblick in künftige Umsatzströme bietet.

Starke Q3-Ergebnisse untermauern das Momentum

Oracles Ergebnisse des dritten Quartals im Geschäftsjahr 2026 untermauern die Wachstumserzählung. 

Das Unternehmen meldete einen Gesamtumsatz von $17.2 billion, ein Anstieg von 22% im Jahresvergleich, während der Cloud‑Umsatz um 44% auf $8.9 billion zulegte.

Der Umsatz mit Cloud‑Infrastruktur, eng verbunden mit KI‑Workloads, sprang um 84% auf $4.9 billion. 

Der Non‑GAAP‑Gewinn je Aktie betrug $1.79 und verzeichnete damit ein Wachstum von 21%.

Das Quartal war das erste seit mehr als 15 Jahren, in dem sowohl das organische Umsatzwachstum als auch der Non‑GAAP‑Gewinn je Aktie gleichzeitig um mindestens 20% zunahmen.

Oracle hob außerdem sein Umsatzziel für das Geschäftsjahr 2027 auf $90 billion an und bestätigte seine Prognose für 2026 in Höhe von $67 billion. 

Das Management wies darauf hin, dass die Nachfrage nach KI‑Infrastruktur weiterhin das Angebot übersteigt, was auf starke Rückenwinde für den Markt hinweist.

Risiken bei der Umsetzung und hohe Kapitalintensität bleiben bestehen

Trotz des optimistischen Ausblicks hob Bank of America mehrere Risiken hervor, die Oracles Fähigkeit beeinträchtigen könnten, seine Wachstumspläne umzusetzen.

Die Investitionsausgaben sollen deutlich steigen, mit Prognosen von rund $50 billion im Geschäftsjahr 2026 und weiteren Zuwächsen bis 2029. 

Infolgedessen dürfte der Free Cashflow in diesem Zeitraum negativ bleiben.

Die Bank warnte zudem, dass die Umwandlung des Auftragsbestands in tatsächliche Umsätze nicht garantiert ist, und wies auf das Umsetzungsrisiko als kritischen Faktor in der Investitionsbewertung hin. 

Der lange Investitionszyklus für den Aufbau von KI‑Infrastruktur könnte die Renditen weiter verzögern.

Außerdem bleibt die Kundenkonzentration ein Anliegen: Unternehmen wie OpenAI machen einen erheblichen Anteil der aktuellen Verpflichtungen aus.

Oracle hat bereits $30 billion über Investment‑Grade‑Anleihen aufgenommen, um den KI‑Aufbau zu finanzieren, wobei die Emission auf starke institutionelle Nachfrage stieß.

Insgesamt spiegelt die Wiederaufnahme der Berichterstattung durch Bank of America die Ansicht wider, dass zwar Risiken bestehen, ein Großteil des Abwärtsrisikos jedoch bereits eingepreist sein könnte. 

Die These der Bank beruht darauf, dass Oracle seinen massiven Auftragsbestand in Umsatz umwandeln und seine Infrastruktur schnell genug skalieren kann, um der wachsenden Nachfrage im KI‑Zeitalter gerecht zu werden.