Rally in Luft- und Raumfahrt beschleunigt: Sind Verteidigungsaktien jetzt zu teuer?

Rally in Luft- und Raumfahrt beschleunigt: Sind Verteidigungsaktien jetzt zu teuer?
Devesh Kumar
25. März 2026, 13:02 PM
  • Verteidigungsaktien steigen, da Spannungen mit Iran die Stimmung im Sektor stärken.
  • Bewertungen ziehen nach starker Rallye bei Luftfahrtwerten an.
  • ATI als teuer eingestuft trotz Rückenwind durch Margenausweitung.

Aktien aus Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung sind gestiegen, da geopolitische Spannungen die Gruppe stützen, doch nicht jeder Titel wirkt günstig.

Der Spezialmaterialhersteller ATI ist derzeit mit der Einstufung 'Halten' versehen und hat ein 12‑Monats-Kursziel von $139.86, was nach einer starken Rallye und einer relativ hohen Bewertung nur begrenztes Aufwärtspotenzial widerspiegelt.

Karman Holdings hat im März zudem mehr als 10% zugelegt und nähert sich einem wichtigen technischen Kaufpunkt, was das anhaltende Anlegerinteresse im Sektor unterstreicht.

Rallye im Sektor rückt Bewertungen in den Fokus

Aktien aus Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung haben nach der Eskalation der US-Iran-Spannungen zugelegt, da dies die Nachfrageerwartungen für die Gruppe gestärkt hat.

Die jüngste Bewegung hat auch wieder Aufmerksamkeit auf führende Namen des Sektors gelenkt, wobei Unternehmen wie Curtiss-Wright zu den Top-Performern zählen.

Die breite Rallye hat den Fokus auf die Bewertungen geschärft.

Während die Dynamik weiterhin verteidigungsnahe Positionen begünstigt, zwingt der Kursanstieg Anleger abzuwägen, wie viel Aufwärtspotenzial bereits eingepreist ist und wo Risiken weitere Gewinne begrenzen könnten.

ATI-Positionierung: Zugewinne bereits eingepreist, Risiken bleiben

ATI ist mit der Einstufung 'Halten' versehen und weist ein 12‑Monats-Kursziel von $139.86 auf, gestützt durch ein erwartetes KGV (forward) von etwa 34.

Diese Bewertung liegt deutlich über dem durchschnittlichen KGV im Materialsektor des S&P von rund 18 bis 20 und macht das Unternehmen im Vergleich zu Wettbewerbern relativ teuer.

Das Unternehmen profitierte von starken Rückenwinden in Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung, einschließlich einer Ausweitung der Margen.

Dennoch bleiben Risiken. Volatilität bei Inputkosten und anhaltende Störungen in der Lieferkette könnten die Rentabilität künftig belasten.

Das Wachstum von ATI ist zudem eng an Produktionshochläufe bei zivilen Luftfahrt-OEMs gebunden.

Diese Hochläufe bleiben aufgrund anhaltender Engpässe in der Lieferkette unsicher, wodurch die Sichtbarkeit für künftige Volumina und Margen begrenzt ist.

Karman Holdings nähert sich einem Kaufpunkt

Karman Holdings entwickelt sich zu einer Beobachtungsaktie: Die Papiere bilden vor den Quartalszahlen eine Basis und nähern sich einem Cup-with-handle-Kaufpunkt von $107.56.

Die Aktie ist im März um mehr als 10% gestiegen, was das anhaltende Interesse an Zulieferern mit Verteidigungsbezug widerspiegelt.

Die jüngste Performance im Sektor hebt zudem eine wachsende Divergenz zwischen Gewinnern und Nachzüglern hervor, solange die geopolitischen Spannungen anhalten.

Worauf achten

Bei ATI liegt der Fokus darauf, wie sich Inputkosten und Lieferkettenbedingungen entwickeln und ob sich die Produktionspläne der zivilen Luftfahrt stabilisieren.

Da die Aktie bereits mit einem Aufschlag gehandelt wird, werden die Umsetzung bei Margen und Lieferzeitplänen entscheidend sein, um weiteres Aufwärtspotenzial zu rechtfertigen.

Bei Karman richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Quartalsergebnisse und darauf, ob sie einen Ausbruch über $107.56 stützen können.

Im gesamten Sektor deutet die anhaltende Rotation in verteidigungsnahe Titel darauf hin, dass die Dynamik intakt bleibt, obwohl die Auswahl zunehmen dürfte, da die Bewertungen anziehen.

Das Defensivthema bleibt bestehen, doch die Lücke zwischen Marktenthusiasmus und den zugrunde liegenden Fundamentaldaten verengt sich.

Anleger werden voraussichtlich Unternehmen belohnen, die Rückenwinde in eine konsistente operative Umsetzung und dauerhafte Margen verwandeln können, während sie anhaltende Probleme in der Lieferkette meistern.