Kospi stürzt 5 %, Nikkei 4 %: Kriegsängste und $115-Öl erschüttern Asien

Kospi stürzt 5 %, Nikkei 4 %: Kriegsängste und $115-Öl erschüttern Asien
Devesh Kumar
30. März 2026, 06:26 AM
  • Asiatische Aktien fallen breit, Südkorea und Japan führen die Verluste an.
  • Ausweitender Nahostkonflikt vertieft die Befürchtungen eines anhaltenden Energieschocks.
  • Brent-Rohöl nähert sich $115 und verstärkt Inflations- sowie Margendruck.

Die asiatischen Märkte begannen die Woche defensiv, da Anleger mit einem stärkeren geopolitischen Schock konfrontiert waren.

Was die Stimmung traf, war nicht nur die jüngste Kampfesrunde im Nahen Osten, sondern auch das wachsende Gefühl am Markt, dass sich der Konflikt verfestigt.

Diese Kombination veranlasste Händler, Risiken an den Aktienmärkten abzubauen, wobei die heftigsten Verkäufe in Nordasien konzentriert waren.

Stark von Ölpreisen abhängige Volkswirtschaften sind besonders verwundbar gegenüber einem anhaltenden Anstieg der Energiepreise, die im fünften Kriegswochenverlauf weiterhin sehr volatil bleiben.

Kriegsängste lösen einen breit angelegten Risk-off-Handelsauftakt aus

Die Aktienmärkte in Asien fielen am Montag flächendeckend, und der Rückzug unterstrich, wie schnell geopolitische Spannungen die regionale Risiko­bereitschaft beeinträchtigen können.

Südkorea trug die Hauptlast des Ausverkaufs, wobei der Kospi mehr als 5% verlor und der Kosdaq um 3.97% nachgab.

Auch Japan wurde hart getroffen: Der Nikkei 225 fiel um 3.97% und der breitere Topix gab 3.9% nach.

Australiens S&P/ASX 200 fiel 1.46%, während Hongkongs Hang Seng 1.52% verlor und Chinas Festlands-CSI 300 0.77% einbüßte.

Das Ausmaß der Rückgänge deutete auf eine klassische Flucht aus Risiko hin, da Anleger anfingen, die Möglichkeit einzupreisen, dass sich der Nahostkrieg hinzieht und einen tieferen Energieschock verursacht.

Die Marktstimmung war eher vorsichtig als chaotisch.

Anleger reagierten nicht auf eine einzelne Schlagzeile, sondern auf die kumulative Erkenntnis, dass sich der Krieg in einer Weise ausweitet, die den Ausblick schwerer modellierbar macht.

Entwicklungen am Wochenende, darunter Raketenangriffe auf Israel durch die Iran-nahe Huthi-Bewegung im Jemen, verstärkten das Gefühl, dass sich der Konflikt über weitere Fronten ausbreitet.

Ölschock wirkt sich in Asien aus

Für asiatische Anleger ist die wichtigste Verbindung zwischen einem weit entfernten Krieg und lokalen Aktienkursen das Rohöl.

Brent stieg am Montag auf rund $115 je Barrel und steuert auf einen rekordverdächtigen Monatsanstieg zu, nachdem er im März etwa 59% zugelegt hat.

Die Märkte achten nicht nur auf das aktuelle Angebot, sondern auch auf die Möglichkeit, dass der Konflikt die Versorgung über die Straße von Hormuz weiter stören könnte.

In Asien ist das besonders relevant, da viele der größten Volkswirtschaften der Region bedeutende Energieimporteure sind.

Höhere Ölpreise schlagen sich in den Inputkosten der Industrie, den Schifffahrtskosten, im Kerosinpreis, bei den Strompreisen und in der Kaufkraft der Haushalte nieder.

Sie drücken zudem die Unternehmensmargen in einer Phase, in der das Wachstum ohnehin ungleich ist.

Das Ergebnis ist eine schädliche Kettenreaktion: Kriegsrisiken treiben den Rohölpreis, höhere Rohölpreise verschärfen Inflationsängste, und diese Ängste belasten Aktien, weil sie sowohl Gewinne als auch die Konsumnachfrage bedrohen.

Asien reagiert nicht bloß als Spiegelbild ausländischer Schlagzeilen.

Die Region reagiert über einen direkten makroökonomischen Übertragungsweg.

Ein anhaltender Ölschock würde zuerst die importabhängigen Volkswirtschaften treffen und Anleger zwingen, alles von Gewinnprognosen bis zu Zinserwartungen neu zu überdenken.