Indien befreit Auslandsinvestitionsgewinne vor April 2017 von verschärften Steuerregeln

Indien befreit Auslandsinvestitionsgewinne vor April 2017 von verschärften Steuerregeln
Ananthu C U
01. Apr. 2026, 14:28 PM
  • Indien schützt Gewinne aus Auslandsinvestitionen vor April 2017 vor neuen Regeln.
  • Die Maßnahme folgt auf ein Oberstes-Gerichtshofs-Urteil, das ausländische Investoren verunsichert hatte.
  • Ziel ist, Ängste vor rückwirkender Besteuerung zu mindern und Vertrauen der Investoren zu stärken.

Indien werde strengere Regelungen zur Bekämpfung von Steuervermeidung nicht auf Gewinne aus Auslandsinvestitionen anwenden, die vor April 2017 getätigt wurden, erklärte die indische Einkommensteuerbehörde am Mittwoch. Die Maßnahme ziele darauf ab, Befürchtungen vor rückwirkenden Maßnahmen unter ausländischen Investoren zu verringern.

Die Klarstellung folgt auf ein Urteil des Obersten Gerichtshofs im Dezember, das das US-amerikanische Investmentunternehmen Tiger Global für steuerpflichtig erklärte wegen des Verkaufs seiner 38%-Beteiligung an der indischen E‑Commerce‑Firma CarTrade Technologies für $1.6 billion im Jahr 2018.

Die Entscheidung verunsicherte ausländische Fonds und warf Fragen auf, ob indische Behörden ältere Transaktionen erneut prüfen könnten, insbesondere solche, die über Mauritius strukturiert wurden.

Was sagte die Einkommensteuerbehörde?

„Alle Investitionen, die vor dem 1. April 2017 getätigt wurden, werden durch die Änderungen in Regeln, Vorschriften oder Auslegungen nicht berührt“, erklärte die Einkommensteuerbehörde in einer Mitteilung und fügte hinzu, die Klarstellung diene dazu, Bedenken hinsichtlich Transaktionen auszuräumen, die zum jeweiligen Zeitpunkt im Einklang mit den damals geltenden Gesetzen und den Richtlinien der Reserve Bank of India durchgeführt wurden.

„Es wird gehofft, dass die erteilte Klarstellung dazu beiträgt, Vertrauen und Zutrauen ausländischer Investoren in Indiens Steuersystem zu stärken und seinen Ruf als transparenten, investorenfreundlichen Standort zu wahren“, ergänzte die Behörde.

Warum ist das für ausländische Investoren wichtig?

Die Erklärung bietet ein Maß an Rechtssicherheit, das ausländische Fonds seit langem anstreben, insbesondere solche, die Investitionen über Mauritius unter einem bilateralen Steuerabkommen kanalisierten, das Indien 2016 änderte und dessen Änderungen ab April 2017 in Kraft traten.

Riaz Thingna, Partner bei Grant Thornton Bharat, sagte, die Maßnahme mache deutlich, dass Investitionen vor dem 1. April 2017 gegenüber späteren Änderungen der Steuervorschriften geschützt seien.

Er fügte hinzu, dies sollte helfen, Befürchtungen über eine rückwirkende Anwendung von Steueränderungen zu mildern, und unterstreiche Indiens Stellung als transparentes und wettbewerbsfähiges Umfeld für ausländisches Kapital.

Rechtlicher Hintergrund und jüngste Streitfälle

Der Oberste Gerichtshof hatte im Dezember entschieden, dass Tiger Global Steuern auf den Verkauf von CarTrade Technologies zahlen müsse, nachdem festgestellt worden war, dass der Fonds seine Einheiten in Mauritius als Durchleitungsgesellschaften für Investitionen in Indien genutzt hatte.

Das Gericht hielt fest, dass für auf diese Weise getätigte Investitionen vor 2017 kein Anspruch auf Vorteile aus dem Indien-Mauritius-Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung geltend gemacht werden könne.

Steuerliche Unsicherheit lastet seit langem auf der Stimmung ausländischer Investoren in Indien, insbesondere in Bezug auf die Anwendung des Mauritius-Abkommens.

Die Bilanz des Landes in Sachen rückwirkende Besteuerung steht international in der Kritik: Der britische Konzern Vodafone gewann 2020 einen $2 billion rückwirkenden Steuerfall nach einem 12-jährigen Rechtsstreit, der auch eine internationale Schiedsgerichtsbarkeit in Den Haag umfasste. Der deutsche Autohersteller Volkswagen bestreitet derzeit eine Forderung über $1.4 billion an Nachsteuern im Zusammenhang mit Autoimporten nach Indien.

Die Klarstellung vom Mittwoch löst diese weitergehenden Streitfragen nicht, signalisiert jedoch, dass die Behörden bestrebt sind, unter den vergangenen Transaktionen klare Verhältnisse zu schaffen und das Vertrauen der ausländischen Investoren zurückzugewinnen, um im Wettbewerb um globales Kapital bestehen zu können.