Oracle-Aktie fällt trotz Entlassungsberichten: Das steckt dahinter

Oracle-Aktie fällt trotz Entlassungsberichten: Das steckt dahinter
Rivanshi Rakhrai
01. Apr. 2026, 17:42 PM
  • Oracle-Aktie fällt trotz jüngster Rallye und starker Vorbörsgewinne.
  • Berichtete Entlassungen sollen aggressive Ausweitung der KI-Infrastruktur finanzieren.
  • Analysten bleiben für langfristiges, KI- und Cloud-getriebenes Wachstum optimistisch.

Die Aktien von Oracle Corporation notierten am April 1, 2026 tiefer, obwohl die Anlegerstimmung durch die ausgeweitete Strategie für künstliche Intelligenz (KI) und geplante Kostensenkungsmaßnahmen gestützt blieb.

Die Aktie wurde in den frühen Handelsstunden bei $146.29 gehandelt, ein Minus von 0.7%.

Der Rückgang folgt auf eine starke Vortagssession, in der die Aktie um rund 6% gestiegen war.

Entlassungen zur Unterstützung der KI-Expansion

Oracle streicht laut Medienberichten Tausende von Stellen weltweit, um seine wachsenden Ambitionen für KI-Rechenzentren zu finanzieren.

Nach den Berichten stiegen die Aktien im vorbörslichen Handel um 2.6%, was auf erste Zustimmung der Anleger zu dem Schritt hindeutet.

Analysten bei Barclays erklärten, die Entlassungen seien weitgehend erwartet worden und könnten die Kosteneffizienz verbessern, während Oracle den Ausbau seiner KI-Infrastruktur beschleunigt.

Die Bank behält ihr Overweight-Rating für die Aktie bei.

Die Umstrukturierung spiegelt einen umfassenderen strategischen Wandel wider, da das Unternehmen Ressourcen in wachstumsstarke KI- und Cloud-Segmente umschichtet.

Massive KI-Ausgaben im Zuge einer branchenweiten Aufrüstung

Oracles Investitionspläne sind Teil eines breiteren Branchentrends, da große Technologieunternehmen ihre Ausgaben erhöhen, um die wachsende Nachfrage nach KI-gesteuerten Diensten zu bedienen.

Das Unternehmen plant, in 2025 bis zu $50 billion durch eine Mischung aus Fremd- und Eigenkapital aufzubringen, um seine Expansion zu unterstützen.

Die Finanzierung soll die steigende Cloud-Nachfrage von Kunden wie Meta, OpenAI und xAI stützen.

Andere Tech-Konzerne wie Alphabet, Microsoft, Meta und Amazon investieren gemeinsam in diesem Jahr nahezu $700 billion in KI-Infrastruktur, was bei Anlegern Bedenken hinsichtlich kurzfristiger Cashflows und Renditen aufwirft.

Anleger-Bedenken wegen der Ausgaben

Die Oracle-Aktie steht in den letzten Monaten unter anhaltendem Druck, da Anleger die Folgen hoher Investitionsausgaben für KI-Infrastruktur abwägen.

Der Übergang des Unternehmens hin zu Infrastructure-as-a-Service, insbesondere zur Unterstützung von KI-Workloads, hat Bedenken hinsichtlich steigender Kosten und möglicherweise niedrigerer Margen im Vergleich zum traditionellen Softwaregeschäft geweckt.

Einige Anleger haben zudem in Frage gestellt, ob die Bereitstellung von Rechenkapazität für Kunden wie OpenAI langfristig rentabel sein kann.

Die Aktie liegt seit Jahresbeginn weiterhin etwa 25% im Minus und ist seit ihrem Allzeithoch im September des Vorjahres deutlich gefallen, was diese Bedenken widerspiegelt.

Analysten zeigen sich für die langfristige Perspektive konstruktiv

Trotz kurzfristiger Belastungen haben mehrere Brokerhäuser eine positivere Haltung gegenüber Oracles Strategie eingenommen.

Der Bernstein-Analyst Mark Moerdler sagte Anfang dieser Woche: "Die wirtschaftlichen Aussichten von Oracle sind besser, als wir dachten", und fügte hinzu, dass das Unternehmen sich als ein wichtiger Nutznießer des KI-Ausbaus herauskristallisiere.

Er sagte weiter: "Wir halten Oracle aufgrund seines Geschäfts mit KI-Rechenzentren und seines Kern-Datenbankgeschäfts für einen der bevorzugten Investmentkandidaten."

Bernstein behält ein Outperform-Rating und ein Kursziel von $319 bei, was darauf hindeutet, dass die Märkte Oracles sich entwickelndes Wachstumsprofil unterschätzen könnten.

Unterdessen hat die Bank of America ihre Berichterstattung wiederaufgenommen und stuft die Aktie mit Buy sowie einem Kursziel von $200 ein.

Analyst Tal Liani beschrieb Oracle als "einen Giganten, der alles auf KI-Infrastruktur und die Cloud setzt", und hob damit das Ausmaß seiner Ambitionen hervor.

Mit der Beschleunigung des KI-Investitionszyklus wird Oracles Strategie zunehmend als potenzieller langfristiger Werttreiber und weniger als kurzfristiges Risiko gesehen.