Konflikt mit Iran könnte US-Inflation nahe 4 % treiben; Rezessionsängste steigen

Konflikt mit Iran könnte US-Inflation nahe 4 % treiben; Rezessionsängste steigen
Sayantan Sarkar
03. Apr. 2026, 19:24 PM
  • Benzin seit Februar um 20 % teurer und dürfte die US-Inflation anheizen.
  • Commerzbank sieht den US-CPI im März bei 3,3 %; bald nahe 4 %.
  • Anleger befürchten Wachstumseinbruch; deutsche Industrie warnt vor Kriegsfolgen.

Der Anstieg der Energiepreise, sichtbar an US-Tankstellen seit Anfang März, wird sich nächste Woche vollständig zeigen, wenn neue Verbraucherpreisstatistiken veröffentlicht werden. Die Benzinkosten — nach saisonaler Bereinigung schätzungsweise um 20 % gegenüber Februar gestiegen — dürften der größte einzelne Treiber des Inflationsanstiegs im Land sein.

Laut Commerzbank AG hat sich der Anstieg der Energiekosten bislang noch nicht in höheren Preisen für die meisten anderen Güter und Dienstleistungen niedergeschlagen, mit möglicher Ausnahme von Flugreisen.

„Das ist jedoch wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit“, schrieben die Analysten der Commerzbank in einem Bericht. 

US-Inflationsprognosen und sich ausbreitender Preisdruck

Die jüngsten deutlichen Preiserhöhungen für Computerchips und Industriemetalle dürften laut dem Bericht die Kosten bestimmter Elektronik- und IT-Produkte in die Höhe treiben. 

Anzeichen dieses Preisdrucks traten bereits auf Produzentenebene und bei den Importpreisen im Februar zutage.

„Insgesamt erwarten wir, dass die US-Verbraucherpreise im März gegenüber Februar um 0,9 % gestiegen sind und im Vergleich zu März 2025 um 3,3 % zugenommen haben“, sagten die Commerzbank-Chefvolkswirte Christoph Balz und Ralph Solveen. 

Die Jahresrate lag im Februar bei 2,4 %.

Für die „Kernrate“ (ohne Energie und Nahrungsmittel) erwarten beide Experten eine monatliche Zunahme von 0,3 % und eine Jahresrate von 2,7 %. 

Der Rückgang der Inflation, gemessen am Consumer Price Index (CPI), dürfte an diesem Punkt enden.

„In unserem Basisszenario, wonach der Krieg bis Ende Mai andauert, wird die Inflation in den kommenden Monaten voraussichtlich auf nahezu 4 % steigen“, fügten die Ökonomen hinzu. 

In any case, we have already pointed out on several occasions that consumer prices understate inflation risks.

Das Inflationsziel von 2 % basiert auf dem Personal Consumption Expenditure (PCE)-Deflator, den die Zentralbank priorisiert.

Die PCE-Inflationsrate liegt in der Regel etwas unter der CPI-Rate, und bereits vor dem Energiepreisschock betrug die Gesamt-PCE-Rate 2,8 %, die Kernrate 3,1 %.

Der durch den Konflikt im Iran ausgelöste Energiepreisschock wirkt sich auf die US-Wirtschaft aus. 

Waren anfänglich die inflationären Effekte im Fokus, so sorgen sich inzwischen immer mehr Investoren vorrangig um den Druck, den dies auf die Gesamtwirtschaft ausübt.

Szenario für die deutsche Industrie

Auch die deutsche Industrie rechnet mit erheblichen Auswirkungen durch den Iran-Krieg, vor allem wegen des erwarteten starken Anstiegs der Energiepreise. 

Einer Umfrage des Ifo-Instituts zufolge teilen mindestens 90 % der Industrieunternehmen diese Sorge.

Wie stark diese Belastung letztlich ausfallen wird, ist jedoch unsicher, da sie von schwer einschätzbaren Faktoren wie der Dauer des Konflikts abhängt.

Die für nächste Woche erwarteten Zahlen zu Auftragseingang, Produktion und Warenexporten werden laut Commerzbank keine neuen Erkenntnisse liefern.

Denn sie beziehen sich auf Entwicklungen im Februar, einem Zeitraum vor dem israelischen und US-Angriff auf den Iran.

„Das bedeutet jedoch nicht, dass die nächste Woche anstehenden Zahlen bedeutungslos sind“, sagten die Ökonomen. 

Die Daten werden Einblick in die Vorkriegs-Situation geben, insbesondere ob es Anzeichen für leicht erhöhte Nachfrage gab, selbst in nicht-rüstungsbezogenen Branchen, fügten sie hinzu. 

Die Verteidigungsaufträge der deutschen Regierung dürften zu einem deutlichen Produktionsanstieg in diesem Sektor geführt haben.

Die Commerzbank rechnet sowohl beim Auftragseingang als auch bei der gesamten Industrieproduktion mit einem Anstieg von 1 % im Monatsvergleich.

„Was die Produktion betrifft, dürfte das relativ kalte Wetter negativ gewirkt haben, sodass das Wachstum im Kernbereich des verarbeitenden Gewerbes voraussichtlich höher ausfällt“, fügten die Ökonomen hinzu. 

However, a genuine upward trend is unlikely to be evident either in industrial production or in the core measure of orders.