Tesla-Aktie fällt am Montag um 2% – Analyst rät zur Vorsicht

Tesla-Aktie fällt am Montag um 2% – Analyst rät zur Vorsicht
Utkarsh Roshan
06. Apr. 2026, 17:37 PM
  • Tesla fällt nach Auslieferungszielverfehlung und wachsendem Lagerbestand.
  • JPMorgan warnt vor Abwärtsrisiken und nennt Ausführungs- sowie Nachfragerisiken.
  • Investoren richten den Fokus auf KI, während kurzfristige Fundamentaldaten schwächer werden.

Die Tesla-Aktie versuchte am Montag eine Erholung, konnte nach dem enttäuschenden Auslieferungsbericht der letzten Woche jedoch kein Momentum halten.

Die Aktie lag im frühen Handel rund 2% tiefer bei $353.41.

Der breitere Markt zeigte leichte Stärke, der Nasdaq stand 0.3% im Plus, während der Dow Jones Industrial Average unverändert blieb.

Die Tesla-Aktie war bereits am Donnerstag vor dem Feiertagswochenende um 5.4% gefallen, nachdem die Auslieferungszahlen für das erste Quartal die Erwartungen verfehlt hatten.

Auslieferungsziel verfehlt und Lageraufbau

Tesla meldete 358,023 Fahrzeuge im ersten Quartal, und damit weniger als die von Wall Street erwarteten rund 366,000 Einheiten.

Das Unternehmen produzierte zudem etwa 50,000 Fahrzeuge mehr, als es auslieferte.

Der daraus resultierende Lageraufbau hat Befürchtungen hinsichtlich künftigen Preisdrucks und möglicher Produktionsanpassungen geweckt.

JPMorgan-Analyst Ryan Brinkman hob das Thema in einer Notiz hervor und schrieb, dass der „rekordartige Anstieg unverkaufter Fahrzeuge die Free-Cashflow-Probleme verschärft.“

Er merkte an, dass Lagerbestände Kapital binden, bis sie verkauft sind.

Tesla hat historisch Free Cashflow generiert, doch dieser Trend könnte sich kurzfristig nicht fortsetzen.

Für dieses Jahr wird erwartet, dass das Unternehmen negativen Free Cashflow aufweist, da die Kapitalausgaben deutlich anziehen.

Die Ausgaben werden voraussichtlich etwa $20 Milliarden erreichen, gegenüber $8.5 Milliarden im Vorjahr.

Ein Großteil dieser Investitionen fließt in Initiativen im Bereich künstliche Intelligenz, einschließlich Robotik und anderer aufkommender Technologien.

JPMorgan weist auf Abwärtsrisiken hin

JPMorgan bekräftigte seine Underweight-Einstufung für Tesla und hielt an einem Kursziel von $145 fest, was von den jüngsten Niveaus aus ein erhebliches Abwärtspotenzial impliziert.

„We ... advise investors approach TSLA shares with a high degree of caution,“ sagte Brinkman.

„Obwohl sowohl das Technologierisiko als auch das Ausführungsrisiko deutlich geringer zu sein scheinen als einst befürchtet, erscheint die Expansion in volumenstärkere Segmente mit niedrigeren Preispunkten im Verhältnis zu Nachfrage, Ausführung und Wettbewerb mit größeren Risiken behaftet.“

Die Firma senkte nach dem Auslieferungsrückstand ihre Gewinnprognose je Aktie für 2026 auf $1.80 von $2, womit sie unter den Konsensprognosen liegt.

Brinkman fügte hinzu, dass Tesla zwar ein differenziertes Geschäftsmodell, ein starkes Produktportfolio und führende Technologie habe, diese positiven Aspekte aber „mehr als durch überdurchschnittliches Ausführungsrisiko, zunehmenden Wettbewerb, wachsende Kontroversen in Bezug auf die Marke und eine Bewertung, die offenbar viel einpreist, aufgewogen werden.“

Anhaltende Schwäche der Tesla-Aktie

Der Rückgang am Donnerstag markierte Teslas siebte Woche in Folge mit Verlusten; die Aktie fiel in diesem Zeitraum um etwa 14%.

Der Abwärtstrend begann, nachdem das Unternehmen im Januar besser als erwartete Zahlen für das vierte Quartal gemeldet hatte.

Trotz der starken Ergebnisse konnte die Aktie keinen Auftrieb gewinnen, da Anleger nach neuen Katalysatoren suchten.

Marktteilnehmer konzentrieren sich zunehmend auf Teslas KI-bezogene Chancen, darunter autonomes Fahren und Robotik, statt auf die kurzfristige Auslieferungsleistung.

Uneinheitliche Analystenstimmen bleiben

Nicht alle Analysten sind gleichermaßen vorsichtig. Baird senkte sein Kursziel leicht auf $538 von $548, beließ jedoch die Einstufung bei Outperform.

Das Unternehmen erklärte, dass schwächere Zahlen beim Energieeinsatz die Aktie kurzfristig belasten könnten.

Es wies außerdem darauf hin, dass sich die Diskussionen der Investoren von den Kern-Automobilkennzahlen hin zu Energie- und breiteren strategischen Initiativen verschoben haben.

Die Divergenz der Meinungen spiegelt die derzeitige Positionierung von Tesla wider.

Während die langfristigen Erwartungen an KI und neue Geschäftsfelder geknüpft bleiben, belasten kurzfristige Faktoren wie Auslieferungen, Lagerbestände und Cashflow weiterhin die Stimmung.