Amazons $200B KI-Wette beunruhigt Anleger – Analysten widersprechen

Amazons $200B KI-Wette beunruhigt Anleger – Analysten widersprechen
Ananthu C U
07. Apr. 2026, 22:11 PM
  • Amazons $200 billion KI-Offensive sorgt für Befürchtungen, doch der Nachfrageausblick bleibt stark.
  • Wachsendes Auftragsbestand deutet darauf hin, dass Amazon hohe KI-Ausgaben monetarisieren kann.
  • Bewertung wird attraktiver, da KI die Produktivität steigert und langfristiges Aufwärtspotenzial bietet.

Amazons aggressiver Vorstoß in die künstliche Intelligenz sorgt bei Anlegern wegen stark steigender Investitionsausgaben für Besorgnis, Analysten argumentieren jedoch, die Strategie stehe im Einklang mit der stark ansteigenden Cloud-Nachfrage.

Während das Unternehmen seine Investitionen in Rechenzentren hochfährt, deuten Kennzahlen wie das Wachstum des Auftragsbestands und verbesserte Produktivität darauf hin, dass sich die langfristige Rendite gegenüber dem kurzfristigen Margendruck durchsetzen könnte.

KI-Ausgaben dämpfen das Sentiment

Amazon erhöht seine Investitionen in künstliche Intelligenz in einem Tempo, das einige Anleger verunsichert, obwohl Analysten betonen, dass die Ausgaben notwendig sind, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.

Das Unternehmen plant, in diesem Jahr bis zu $200 billion für KI-bezogene Investitionsausgaben bereitzustellen und wäre damit möglicherweise der größte Ausgeber unter den Big-Tech-Peers.

Das Ausmaß dieser Investition hat Befürchtungen geweckt, dass Amazon Milliarden in den Ausbau von Rechenzentren steckt, ohne sofortige Erträge zu sehen.

Die Aktien von Amazon sind seit Jahresbeginn um rund 8 % gesunken, was die Anlegerunsicherheit über steigende Kosten und unklare kurzfristige Erträge widerspiegelt.

BNP-Paribas-Analyst Nick Jones wies diese Bedenken jedoch zurück und erklärte, dass die erhöhten Ausgaben von Amazon „angemessen und notwendig angesichts der Nachfrageniveaus und der Größe der zukünftigen Chance“ seien. Er bekräftigte ein Outperform-Rating mit einem $320 Kursziel.

Wachstum des Auftragsbestands signalisiert künftige Monetarisierung

Jones argumentiert, dass die Anlegerbedenken überzogen sein könnten und verweist darauf, dass das Verhältnis von Auftragsbestand zu Capex eine relevantere Kennzahl sei als die reinen Ausgabensummen.

Amazon und andere Hyperscaler, darunter Alphabet, bauen Rechenzentrumskapazitäten im Einklang mit steigender vertraglicher Nachfrage aus.

Den Angaben von Jones zufolge hat sich der Auftragsbestand des Unternehmens in den letzten Quartalen beschleunigt, was auf eine hohe Sichtbarkeit künftiger Umsätze hindeutet.

„Die Sorgen sind übertrieben“, sagte der Analyst und betonte, dass Infrastrukturinvestitionen eng an bereits bestehende Nachfrage gekoppelt seien.

Er schätzt, dass der Bau einer Gigawatt-Rechenzentrumskapazität etwa $50 billion kostet, aber nach Inbetriebnahme rund $15 billion Jahresumsatz generieren kann.

Mit einem robusten Auftragsbestand wird erwartet, dass Amazon Kapazitäten schnell in Umsatz umwandelt, sobald neue Infrastruktur online geht.

Jones merkte außerdem an, dass diese Projektionen konservativ sein könnten. Amazon könnte von Mengenvorteilen beim Bau profitieren und KI innerhalb des eigenen Ökosystems einsetzen, was die Renditen über das externe Cloud-Geschäft hinaus steigern würde.

Attraktive Bewertung und KI-getriebene Produktivitätsgewinne

Über die Infrastrukturinvestitionen hinaus verzeichnet Amazon auch Verbesserungen in der operativen Effizienz.

Der Umsatz pro Mitarbeiter ist nach BNP-Paribas-Schätzungen deutlich gestiegen und stieg von unter $300,000 im ersten Quartal 2022 auf mehr als $540,000 im vierten Quartal 2025.

Jones sieht darin den Beleg für Produktivitätsgewinne durch KI-Einführung, da Unternehmen zunehmend physische Arbeit durch digitale Prozesse ersetzen.

Sachlich getrennt hob Ari Sass, Präsident von M.D. Sass, Amazon als attraktive Chance hervor, trotz der allgemein vorsichtigen Haltung gegenüber großen Technologiewerten.

„Wir kaufen nicht einfach billige Aktien und hoffen auf eine Rückkehr zum Mittelwert. Diese Zeiten sind vorbei“, sagte Sass. „Wir suchen nach soliden Geschäftsgrundlagen und angemessenen Bewertungen.“

Sass verwies auf Amazons dominierende Stellung im Einzelhandel und im Cloud-Computing über Amazon Web Services sowie auf seine KI-Investitionen, einschließlich eines $8 billion Anteils an Anthropic.

Er bemerkte auch, dass Amazons Bewertung attraktiver geworden sei. Die Aktie wird derzeit mit dem rund 22‑fachen der geschätzten Gewinne für 2027 gehandelt, verglichen mit einem fünfjährigen Durchschnitt des Forward-KGV von 40 und einem Höchststand über 70.

Während Amazon seine KI-Fähigkeiten und Cloud-Infrastruktur weiter ausbaut, deuten Analysten darauf hin, dass die aggressiven Ausgaben das Unternehmen langfristig in eine Stellung bringen könnten, von der es langfristiges Wachstum nutzen kann, auch wenn kurzfriste Anlegerbedenken bestehen bleiben.