Close Brothers-Aktie steigt um 23 % – Rückstellung von 430 Mio. $ dämpft Sorgen

Close Brothers-Aktie steigt um 23 % – Rückstellung von 430 Mio. $ dämpft Sorgen
Invezz Team
08. Apr. 2026, 11:27 AM
  • Close Brothers steigt, da die Schätzung der Rückstellungen entspricht.
  • Rechnung für Kfz-Finanzierung wird bei £320 Millionen gesehen, Kapitalbedenken lassen nach.
  • Aktien erholen sich, nachdem Sorgen durch Leerverkäufer nachließen.

Die Close Brothers-Aktie schoss am Mittwoch nach oben, nachdem der Spezialkreditgeber mitgeteilt hatte, die zu erwartenden Kosten des britischen Entschädigungsprogramms für Kfz-Finanzierungen lägen weitgehend im Rahmen der bereits gebildeten Rückstellungen und damit die Anlegerängste nach einem kürzlichen Angriff eines Leerverkäufers linderte.

Die Aktie stieg im Frühhandel um bis zu 23 %, wobei die Gewinne am späten Vormittag noch nahe 18 % lagen, da der Markt Anzeichen begrüßte, dass der Schaden durch das Entschädigungsprogramm beherrschbar sein könnte.

Die Kursbewegung markierte eine deutliche Kehrtwende für einen Kreditgeber, dessen Aktien im März starken Druck ausgesetzt waren, nachdem Viceroy Research argumentiert hatte, er habe seine Exponierung im Kfz-Finanzierungsskandal unterschätzt.

Market reaction

Close Brothers teilte mit, das Programm werde etwa £320 Millionen bzw. rund $430 Millionen kosten und liege damit weitgehend im Rahmen der bestehenden Rückstellung.

Das reichte aus, um die Anleger zu beruhigen, dass die endgültige Belastung vermutlich keine neue Lücke in der Bilanz der Gruppe reißen werde, trotz einiger harter Wochen, in denen Fragen zur Kapitalstärke die Investitionsdebatte dominierten.

Die Aktien des Kreditgebers waren Anfang März eingebrochen, nachdem Viceroy erklärt hatte, Close Brothers müsse seine Rückstellung womöglich mindestens verdoppeln; die Schätzungen reichten von £572 Millionen bis zu mehr als £1 Milliarde.

Das Update vom Mittwoch beseitigte nicht alle Unsicherheiten, deutete jedoch darauf hin, dass die letztendliche Belastung näher an den Annahmen des Managements liegen könnte als an dem aggressiveren Szenario des Leerverkäufers.

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What Close Brothers expects

Die Gruppe erklärte, die geschätzten Kosten würden ihre Common Equity Tier-1 (CET1)-Quote auf pro-forma-Basis per 31. Januar 2026 um etwa 25 Basispunkte auf 14 % reduzieren.

Damit würde sie weiterhin deutlich über ihrer mittelfristigen Zielspanne von 12 % bis 13 % liegen, ein entscheidender Punkt für Anleger, die befürchteten, Entschädigungskosten könnten zu drastischeren Kapitalmaßnahmen zwingen.

Close Brothers erklärte, die Schätzung beruhe unter anderem auf Annahmen wie einer Anspruchsquote von 75 % und einer durchschnittlichen Entschädigung von etwa £500 pro Kunde, unter dem Branchendurchschnitt von £829, der im Policy Statement der FCA genannt ist.

Die Gruppe fügte hinzu, die Durchführungskosten würden voraussichtlich etwa £66 Millionen betragen, zuzüglich £14 Millionen, die bereits gegen die bestehende Rückstellung verbucht wurden.

Background to the redress scheme

Das Update folgte Tage nachdem die Financial Conduct Authority den Rahmen für ein Entschädigungsprogramm für Kfz-Finanzierung festgelegt hatte, das die Gesamtrechnung für Kreditgeber auf etwa £9,1 Milliarden beziffert.

Im Mittelpunkt der Debatte stehen diskretionäre Provisionsvereinbarungen bei Autokrediten, einer der größten Verbraucherfinanzierungsskandale in Großbritannien in den letzten Jahren und eine wachsende Belastung für Banken und Spezialkreditgeber mit Kfz-Finanzierungsexponierung.

Close Brothers gehört zu den am stärksten beobachteten Unternehmen, weil es eine vergleichsweise konzentrierte Exponierung gegenüber der Kfz-Finanzierung aufweist.

Der Kreditgeber hatte am 30. März mitgeteilt, er prüfe die Auswirkungen des Policy Statement der FCA, und die Marktreaktion vom Mittwoch deutet darauf hin, dass Anleger ein schlimmeres Ergebnis befürchtet hatten.

What comes next

Das jüngste Update klärt die Angelegenheit nicht vollständig.

Close Brothers erklärte, die bestehende Rückstellung werde weiterhin überprüft, und das endgültige Ergebnis werde weiterhin von rechtlichen, regulatorischen und branchenbezogenen Entwicklungen abhängen, da das Programm von Sommer 2026 bis Ende 2027 läuft.

Trotzdem signalisiert die Rallye vom Mittwoch, dass der Markt glaubt, der Kreditgeber habe sich etwas Luft verschafft.

Nach Wochen, in denen die Berichterstattung von Fragen zu versteckten Verlusten und Kapitalbelastungen dominiert wurde, hat das Unternehmen zumindest gezeigt, dass seine derzeitigen Reserven weitgehend mit dem Rahmen der Aufsichtsbehörde übereinzustimmen scheinen und damit das unmittelbare Risiko eines viel größeren Schocks reduzieren.