FTSE 100 steigt 3 % nach US-Iran-Waffenstillstand – Märkte erholen sich

FTSE 100 steigt 3 % nach US-Iran-Waffenstillstand – Märkte erholen sich
Rivanshi Rakhrai
08. Apr. 2026, 14:45 PM
  • FTSE 100 steigt nach der Ankündigung des Waffenstillstands auf ein Einmonatshoch.
  • Ölpreise stürzen ab und ziehen Energieaktien trotz der Rallye nach unten.
  • Investoren senken ihre Erwartungen an Leitzinserhöhungen angesichts verbesserter globaler Stimmung.

Britische Large‑Cap- und Mid‑Cap-Aktien kletterten am Mittwoch, nachdem ein Durchbruchsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran über einen vorübergehenden Waffenstillstand die Anlegerstimmung weltweit angehoben hatte.

Die Entwicklung löste eine breit angelegte Rallye bei Aktien aus und führte zu einem deutlichen Rückgang der Ölpreise.

Der Leitindex FTSE 100 stieg um 3,09 % und erreichte damit das höchste Niveau seit March 3.

Unterdessen übertraf der Mid‑Cap‑Index FTSE 250 die Entwicklung und schoss um 4,86 % nach oben, wodurch Niveaus erreicht wurden, die zuletzt am March 10 gesehen wurden.

Die Rallye folgte auf eine Ankündigung des US‑Präsidenten Donald Trump am späten Dienstag, in der ein zweiwöchiger Waffenstillstand mit Iran bestätigt wurde.

Das Abkommen kam nur zwei Stunden vor einer von Trump gesetzten Frist, in der Iran die blockierte Straße von Hormus wieder öffnen sollte oder mit schweren Konsequenzen rechnen müsste.

Trump hatte zuvor mit der Zerstörung der „gesamten Zivilisation“ Irans gedroht, falls die Frist nicht eingehalten würde.

Oil prices slide, energy stocks under pressure

Der kurzfristige diplomatische Durchbruch verbesserte die Marktstimmung deutlich, da Händler mit einer Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus rechneten.

Die kritische Passage wickelt etwa ein Fünftel der weltweiten Öl‑ und verflüssigten Erdgaslieferungen ab und ist damit zentral für die globalen Energieflüsse.

Infolgedessen fielen die Rohölpreise um fast 15 % und übten Druck auf Energieaktien aus.

Die Schwergewichte BP und Shell gaben beide um mehr als 5 % nach und folgten dem starken Ölpreisrückgang.

Shell veröffentlichte zudem ein frühes Update zu seinem operativen Ausblick, senkte die Gasproduktionsprognose für das erste Quartal und signalisierte einen Anstieg der Gewinne aus dem Ölhandel.

Das Unternehmen wies jedoch auf mögliche Einbußen der kurzfristigen Liquidität hin, was die volatile Wirkung des Nahostkonflikts auf die Erträge widerspiegelt.

Broad-based gains across sectors

Trotz der Schwäche der Ölkonzerne verzeichnete der breitere britische Markt in nahezu allen Teilsektoren des FTSE 350 Zugewinne.

Wie Reuters berichtete, führten zinsempfindliche Branchen die Rallye an, wobei Wohnungsbauunternehmen, Banken und Reiseunternehmen deutliche Zuwächse verzeichneten.

Der verbesserte geopolitische Ausblick beeinflusste auch die Erwartungen an die Geldpolitik.

Investoren reduzierten ihre Projektionen für Zinserhöhungen durch die Bank of England in diesem Jahr und preisen nun etwa 35 Basispunkte an Anhebungen ein, verglichen mit 63 Basispunkten einen Tag zuvor.

Diese Verschiebung deutet auf Erwartungen von einer oder zwei Zinserhöhungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte hin.

Housing data reflects economic uncertainty

Die durch den Iran‑Konflikt bedingte wirtschaftliche Unsicherheit belastete weiterhin die inländischen Indikatoren.

Daten des Hypothekengebers Halifax zeigten, dass die britischen Hauspreise im vergangenen Monat unerwartet sanken, was die gedämpfte Käufernachfrage inmitten geopolitischer Spannungen widerspiegelt.

Political developments and corporate activity

Politisch steht ein Besuch des britischen Premierministers Keir Starmer im Golf an, bei dem er Gespräche mit regionalen Führungskräften führen wird.

Seinem Büro zufolge zielen die Gespräche darauf ab, die dauerhafte Wiedereröffnung der Straße von Hormus nach dem Waffenstillstandsabkommen sicherzustellen.

In Unternehmensangelegenheiten gehörte Gamma Communications zu den stärksten Performern im FTSE; seine Aktien stiegen um nahezu 18 %.

Das Telekommunikationsunternehmen sagte, es befinde sich in vorläufigen Gesprächen mit mehreren Parteien über einen möglichen Verkauf, was das Interesse der Investoren steigerte.

Insgesamt bot die Entspannung der geopolitischen Spannungen einen starken Katalysator für Aktien, auch wenn die Volatilität auf den Energiemärkten die anhaltenden Unsicherheiten hervorhob.