Weltbank schlägt Alarm wegen Wirtschaftsaussichten für Europa und Zentralasien

Weltbank schlägt Alarm wegen Wirtschaftsaussichten für Europa und Zentralasien
Rivanshi Rakhrai
08. Apr. 2026, 16:24 PM
  • Weltbank sieht ein verlangsamtes Wachstum in Europa und Zentralasien für 2026.
  • Höhere Energiekosten belasten Energieimporteure und führen zu größeren Defiziten in der Region.
  • Russland, die Türkei und die Ukraine sehen sich aufgrund steigender Kosten mit schwächerem Wachstum konfrontiert.

Aufstrebende und sich entwickelnde Volkswirtschaften in Europa und Zentralasien werden 2026 aufgrund der durch den anhaltenden Konflikt im Iran verursachten höheren Energiepreise ein langsameres Wachstum verzeichnen, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Weltbank.

Dieser Preisanstieg hat die Betriebskosten für Unternehmen erhöht und die Kraftstoffausgaben der Verbraucher steigen lassen.

Obwohl Teheran und Washington Ende Dienstag ein zweiwöchiges Waffenstillstandsabkommen erreichten, stellte die Weltbank jedoch fest, dass die größeren wirtschaftlichen Risiken erheblich bleiben.

Regionale Auswirkungen und wirtschaftliche Belastungen

Die Weltbank betonte, dass der Konflikt ein erhebliches Risiko für die globale wirtschaftliche Stabilität darstellt und insbesondere die Entwicklungs- und Schwellenmärkte in Europa und Zentralasien trifft.

Die Region umfasst nahezu zwei Dutzend Länder.

Dazu gehören Kasachstan und Usbekistan in Zentralasien, EU-Mitglieder Polen und Rumänien, Balkanstaaten wie Albanien und Serbien sowie Russland, die Türkei und die Ukraine.

Während energieexportierende Länder in der Region vorübergehend von höheren Rohstoffpreisen profitieren könnten, sind die meisten Länder Energieimporteure.

Diese Volkswirtschaften werden voraussichtlich stärkeren fiskalischen Belastungen und wachsenden Leistungsbilanzdefiziten durch gestiegene Importkosten ausgesetzt sein.

Überarbeitete Wachstumsprognosen

Laut den aktualisierten Projektionen der Weltbank wird das gesamtwirtschaftliche Wachstum in der Region 2026 voraussichtlich auf 2,1 % sinken, nach 2,6 % im Jahr 2025.

Ohne Russland läge das Wachstum demnach leicht höher bei 2,9 %.

Diese überarbeitete Schätzung liegt geringfügig unter der Prognose der Weltbank vom Januar, die ein Wachstum von 2,2 % für das Jahr erwartet hatte.

Das Basisszenario geht davon aus, dass die Brent-Rohölpreise 2026 im Jahresdurchschnitt zwischen $88 und $100 pro Barrel liegen werden, ebenso wie erhöhte Preise für Erdgas und Düngemittel.

Länderspezifische Aussichten

Für die russische Wirtschaft wird ein Wachstum von 0,8 % erwartet, verglichen mit 1,0 % im Jahr 2025, obwohl sie von höheren Öl- und Gaspreisen profitiert.

Die Weltbank erklärte: „Etwaige Sondereinnahmen aus höheren Öl- und Gaserlösen dürften dazu verwendet werden, das Defizit einzudämmen, statt zusätzliche Ausgaben zu finanzieren“, und wies damit auf anhaltende fiskalische Beschränkungen hin.

Die Ukraine, die nun ins fünfte Jahr des Konflikts geht, dürfte ebenfalls ein langsameres Wachstum verzeichnen, wobei die Prognosen von 1,8 % auf 1,2 % sinken.

Die Wachstumsaussichten der Türkei wurden aufgrund steigender Energie- und Lebensmittelkosten deutlich nach unten revidiert, da diese den privaten Konsum belasten.

Die Wirtschaft wird nun für dieses Jahr auf 2,8 % Wachstum geschätzt, gegenüber der früheren Schätzung von 3,7 % im Januar.

Ähnlich wird für Polen ein Rückgang des Wachstums auf 3,1 % prognostiziert, nachdem Polen und die Türkei 2025 jeweils 3,6 % Wachstum verzeichneten.

Übergeordnete wirtschaftliche Risiken

Auf übergeordneter Ebene werden hohe Preise für wichtige Rohstoffe voraussichtlich weiterhin ein Hemmnis für die wirtschaftliche Aktivität sein, insbesondere für importabhängige Länder.

Da geopolitische Spannungen anhalten, könnten politische Entscheidungsträger in der gesamten Region vor schwierigen Zielkonflikten zwischen der Bekämpfung der Inflation und der Unterstützung des Wirtschaftswachstums stehen.