Kospi rutscht ab, Irans Hormus-Manöver verunsichert asiatische Märkte
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- Asiatische Märkte werden vorsichtig, nachdem Hormus-Spannungen das Öl erneut ansteigen lassen.
- Rohöl erholt sich und belebt Sorgen um Inflation und Zinspolitik.
- Fed-Signale und Futures deuten auf eine fragilere Risiko-Stimmung hin.
Asiatische Märkte standen am Donnerstag unter Nervosität, nachdem erneute Spannungen um die Straße von Hormus Investoren verunsichert, die Ölpreise erneut ansteigen ließen und die Sorgen über Inflation, Energieversorgung und den Zinsausblick wieder aufleben ließen.
Der zurückhaltendere Ton folgte auf eine deutliche Erholungsrallye am Vortag, als die Märkte sich von der Hoffnung leiten ließen, die Spannungen im Golf könnten nachlassen.
Diese Zuversicht schwand, nachdem Iran erklärte, die Straße von Hormus zu kontrollieren und von Schiffen, die die Route nutzen, eine Gebühr verlangen zu wollen – ein Schritt, der Befürchtungen über neue Störungen einer der weltweit wichtigsten Energiekorridore schürte.
Die Straße von Hormus transportiert etwa ein Fünftel des weltweiten Rohöl- und verflüssigten Erdgasverkehrs, was jede Bedrohung des Verkehrs dort besonders bedeutsam für die Weltmärkte macht.
Hormus-Spannungen rücken wieder in den Vordergrund
Die Ölpreise stiegen, als Händler das Risiko engerer Lieferungen neu bewerteten.
US-Rohöl kletterte um 2.82% auf $96.99 je Barrel, während Brent-Rohöl um 2.14% auf $96.74 zulegte und damit einen Teil des Rückgangs der vorherigen Sitzung wieder ausglich, als der Markt eine geopolitische Risiko- und Risikoprämie wieder einpreiste.
Diese Erholung beim Rohöl gab den Ton für den breiteren Handel in der Region vor.
Anleger, die in der vorherigen Sitzung in auf einen Waffenstillstand setzende Erholungsgeschäfte eingestiegen waren, mussten nun neu bewerten, ob der Waffenstillstand ausreichen würde, die Schifffahrt zu stabilisieren und die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts einzudämmen.
Das Ergebnis war eine defensivere Stimmung bei Aktien, Währungen und Zinsen.
Aktien verlieren Schwung
Japans Nikkei 225 veränderte sich kaum, nachdem er am Mittwoch um 5,4% stark gestiegen war, was darauf hindeutet, dass der anfängliche Optimismus bereits zu schwinden begann.
Der südkoreanische KOSPI gab 0,4% nach und gab damit einen Teil der übergroßen Gewinne der Vortagessitzung wieder ab, da Händler selektiver in ihrer Risikobereitschaft wurden.
Auch die US-Futures deuteten auf einen schwächeren Start hin.
S&P 500-Futures notierten 0,2% im Minus, während Nasdaq-100-Futures um denselben Betrag nachgaben, was darauf hindeutet, dass auch die Wall Street die jüngsten Entwicklungen vorsichtiger bewertet.
In Europa zeigte sich ein gemischtes Bild: Euro STOXX 50-Futures legten leicht zu, DAX-Futures fielen und FTSE-100-Futures waren moderat fester.
Inflationsängste kehren zurück
Der erneute Ölpreisanstieg hat die Inflation wieder in den Mittelpunkt der Markterzählung gerückt.
Höhere Energiepreise schlagen schnell auf Transport-, Produzenten- und Haushaltskosten durch, und Anleger befürchten zunehmend, dass ein weiterer anhaltender Anstieg beim Rohöl die Disinflationsdynamik erschweren könnte.
Diese Sorge wurde durch das jüngste Protokoll der Fed untermauert, das insgesamt einen weitgehend neutralen Ton gegenüber dem Wachstum anschlug, aber zeigte, dass eine wachsende Zahl von Politikern einen möglichen Anlass für höhere Zinsen sah, sollte die Inflation anhänglich bleiben.
Die Märkte haben ihre Erwartungen an Lockerungen stetig zurückgenommen; die Fed-Funds-Futures implizieren nun nur noch minimale Zinssenkungen für den Rest des Jahres.
Das markiert eine deutliche Verschiebung gegenüber den vor einigen Wochen noch vorherrschenden eher dovishen Annahmen.
Anleihen und Währungen spiegeln Vorsicht wider
Die Renditen von Staatsanleihen blieben erhöht, während Anleger das Szenario abwägten, dass anhaltende Energie-Inflation die Geldpolitik länger straff halten könnte.
Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe lag bei 4.29%, deutlich über den Niveaus, die zuvor in der jüngsten Phase geopolitischer Spannungen zu sehen waren, was darauf hindeutet, dass Anleiheinvestoren nicht mehr davon überzeugt sind, dass allein ein schwächeres Risikosentiment ausreicht, um die Renditen zu drücken.
Auch die Währungsmärkte spiegelten den unruhigen Ton wider.
Der Dollar veränderte sich insgesamt kaum, während der Euro in der Nähe eines jüngsten Tiefs blieb und der Yen als traditionelle Schutzwährung weiter im Fokus stand.
Sowohl Gold als auch Öl legten leicht zu – ein weiteres Zeichen dafür, dass Anleger wieder Schutz gegen das Risiko weiterer Turbulenzen aufbauten.
Worauf die Märkte achten
Für den Moment hängt der nächste Schritt davon ab, ob die Spannungen um Hormus weiter eskalieren oder ob die jüngste Rhetorik eher als Säbelrasseln denn als tatsächliche Politik zu werten ist.
Jegliche konkrete Störung der Schifffahrt würde die Sorgen um Versorgung, Inflation und die Zurückhaltung der Zentralbanken schnell verschärfen.
Das versetzt die Märkte in eine fragile Lage.
Die Erholungsrallye am Mittwoch zeigte, wie schnell sich die Stimmung verbessern kann, wenn die Eskalationsgefahr zurückgeht; der Handel am Donnerstag machte den gegenteiligen Effekt ebenso deutlich.
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