Weißes Haus erwartet, dass Warsh im Mai den Fed-Vorsitz übernimmt

Weißes Haus erwartet, dass Warsh im Mai den Fed-Vorsitz übernimmt
Rivanshi Rakhrai
09. Apr. 2026, 17:38 PM
  • Hassett ist zuversichtlich, dass Warsh im Mai den Fed-Vorsitz übernehmen wird.
  • Powell wird voraussichtlich zurücktreten, sobald der neue Vorsitzende bestätigt ist.
  • Ermittlungen und Spannungen mit Trump trüben den Führungswechsel bei der Fed.

Kevin Hassett, Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, sagte am Donnerstag, er sei zuversichtlich, dass Kevin Warsh im Mai die Rolle des Vorsitzenden der Federal Reserve übernehmen werde, was auf einen möglichen Führungswechsel bei der US-Notenbank hindeutet.

In einem Gespräch mit Fox Business Network erklärte Hassett: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass das passieren wird“, und bezog sich damit auf Warshs erwartete Ernennung.

Er fügte hinzu, dass die Vorbereitungen für den Bestätigungsprozess voranschreiten und dass eine Anhörung für Warsh voraussichtlich bereits nächste Woche beginnen könnte.

Hassetts Äußerungen deuten auf eine wachsende Gewissheit innerhalb der Administration hinsichtlich des Zeitpunkts und der Ausrichtung des Führungswechsels bei der Federal Reserve hin, wobei Warsh als bevorzugter Nachfolger gilt.

Powell wird nach Bestätigung voraussichtlich zurücktreten

Hassett ging auch auf die Zukunft des aktuellen Vorsitzenden der Federal Reserve, Jerome Powell, ein und deutete an, dass Powell signalisiert habe, er sei bereit, zurückzutreten, sobald ein neuer Vorsitzender bestätigt sei.

„Er hat wirklich signalisiert, dass er, sobald ein bestätigter Vorsitzender da ist, zurücktreten wird, und das ist das Richtige, was er tun sollte“, sagte Hassett in der Sendung ‚Mornings with Maria‘.

Powells eigene jüngste Aussagen deuten jedoch auf eine zurückhaltendere Position hinsichtlich seiner Zukunft bei der Notenbank hin.

Im März erklärte Powell, er werde die Federal Reserve nicht verlassen, bis eine strafrechtliche Untersuchung, die von der US-Staatsanwältin Jeanine Pirro geleitet wird, abgeschlossen sei.

Er bemerkte außerdem, dass er sich noch nicht entschieden habe, ob er im Rat der Gouverneure der Federal Reserve verbleiben werde, dessen Amtszeit bis 2028 reicht.

Dies bringt ein gewisses Maß an Unsicherheit in den Führungswechsel, insbesondere falls die Untersuchung Powells Verbleib in irgendeiner Funktion verlängern sollte.

Spannungen zwischen Trump und Powell wegen Zinspolitik vertiefen sich

Der derzeitige Stillstand spiegelt auch eine langjährige und häufig belastete Beziehung zwischen Donald Trump und Powell wider, die bis zu Powells Ernennung im Februar 2018 nach Janet Yellen zurückreicht.

Obwohl Powell Trumps eigener Kandidat und ein eingetragener Republikaner war, wurde er schnell zum Streitpunkt, nachdem die Federal Reserve die Zinsen weiter angehoben hatte.

In seinem ersten Jahr als Vorsitzender beaufsichtigte Powell vier Zinserhöhungen im Rahmen eines Normalisierungszyklus, der unter Yellen 2015 begonnen hatte, und brachte den Fed-Leitzins bis Ende 2018 auf eine Spanne von 2,25 % bis 2,50 %, den höchsten Stand seit einem Jahrzehnt.

Bis Mitte 2019 kritisierte Trump jedoch offen die Haltung der Fed.

Er argumentierte, dass höhere Zinsen den US-Dollar stärkten und amerikanische Exporteure angesichts der eskalierenden Handelskonflikte mit China schwächten.

„Wir haben diesen Vorteil nicht, weil wir eine Fed haben, die die Zinsen nicht senkt“, sagte Trump im Juni 2019 gegenüber CNBC.

Die Fed kehrte später jedoch den Kurs um und senkte 2019 in drei Schritten die Zinsen, als das Wirtschaftswachstum nachließ.

Trump kritisierte Powell weiter und bezeichnete Fed-Beamte zeitweise als „Dummköpfe“ und machte sich öffentlich über den Vorsitzenden lustig.

Die Spannungen haben sich während Trumps zweiter Amtszeit verstärkt, wobei der Präsident die Zentralbank wiederholt drängte, tiefere Zinssenkungen vorzunehmen, selbst nachdem sie ab September drei aufeinanderfolgende Senkungen um jeweils einen Viertelpunkt beschlossen hatte.

Zuletzt hat Trump seine Haltung von öffentlicher Kritik zu direktem Druck auf Powell verschärft, entweder die Zinsen weiter zu senken oder zurückzutreten, noch vor dem Ende von Powells Amtszeit im Mai 2026.

Rechtliche Entwicklungen könnten Führungswechsel verzögern

Zur weiteren Verkomplizierung bestätigte ein US-Richter letzte Woche eine Aufhebung von Durchsuchungsbefehlen, die im Rahmen der Untersuchung gegen Powell ausgestellt worden waren.

Das Urteil ebnet den Weg für eine wahrscheinliche Berufung, die die Bemühungen von Präsident Donald Trump, einen neuen Fed-Chef zu installieren, weiter verzögern könnte.

Die rechtlichen Verfahren könnten daher eine bedeutende Rolle bei der Gestaltung des Zeitplans für Führungswechsel bei der Notenbank spielen, selbst während die Administration Vertrauen in Warshs bevorstehende Ernennung signalisiert.

Während sich die Lage weiterentwickelt, wird das Zusammenspiel zwischen politischen Entscheidungen und laufenden rechtlichen Herausforderungen voraussichtlich ein entscheidender Faktor bleiben, der die Aussichten für die Führung der Federal Reserve beeinflusst.