Morgenbrief: Globale Märkte richten Blick auf Hormus trotz anhaltender Spannungen

Morgenbrief: Globale Märkte richten Blick auf Hormus trotz anhaltender Spannungen
Rivanshi Rakhrai
20. Apr. 2026, 07:56 AM

Unterstützt von

Invezz
WTI (CL)

WTI‑Engagement über USOIL (oder CL‑Futures) aufbauen, da die Risikoaufschläge zunehmen: Die USA beschlagnahmten ein iranisches Schiff, Iran droht mit Vergeltung, und Hormus bleibt der Engpass. Selbst bei Ölpreisen unter 100 $ sorgt die Kombination aus Eskalation der Blockade und Schlagzeilen wie „wieder geschlossen“ dafür, dass kurzfristig ein Absicherungsbedarf unter den Angebotsprognosen besteht, während die Schifffahrtsdaten nur teilweise Schutz bieten (mehr als 20 Schiffe passierten weiterhin die Meerenge).

Kernrisiko: Ein glaubwürdiger Waffenstillstand/neuaufgenommene Gespräche, die das Blockaderisiko stark reduzieren und Öl wieder unter den aktuellen Risikoaufschlagsbereich drücken.

USOIL vs. Aktien (XLE long / SPY short)

Long XLE (Energy Select Sector SPDR) und short SPY: Aktien zeigen sich bei dünnem Volumen „resilient“, aber der Energiesektor preist die Geopolitik bereits neu ein (Öl +5–6%). Wenn das Hormuz‑Risiko anhält, verschiebt sich die Ergebnisempfindlichkeit zugunsten der Energiebranche, während breite Bewertungsmultiples durch Unsicherheit und geringe Überzeugung begrenzt bleiben.

Kernrisiko: Eine breit angelegte Risk‑on‑Erholung (Deal/Waffenstillstand), die den SPY schneller steigen lässt als den XLE und die Energie‑/Geopolitik‑Spanne zusammenpresst.

  • Märkte ignorieren Spannungen und konzentrieren sich auf Hoffnungen auf Schifffahrt durch die Straße von Hormus.
  • Öl steigt, während Aktien Vorsicht zeigen.
  • Geopolitik und Wirtschaftsdaten rücken wieder als wichtige Markttreiber in den Fokus.

Die globalen Märkte zeigten sich am Montag resilient und richteten ihren Blick nicht auf die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten, sondern auf die Hoffnungen auf eine Einigung, die die Schifffahrtsrouten durch die Straße von Hormus offen halten könnte.

Der Handel verlief dünn, blieb aber relativ stabil, was darauf hindeutet, dass Anleger ein Worst‑Case‑Szenario noch nicht einpreisen.

Die vorsichtige Zuversicht bestand trotz Überschriften am Wochenende, die auf das Risiko eines weiter gefassten regionalen Konflikts hinwiesen.

Aktien verzeichnen leichte Rücksetzer

Futures auf den S&P 500 gaben leicht nach, der Rückgang blieb jedoch begrenzt.

Bis zur Mittagszeit in Asien lagen die Futures 0,6% im Minus, ein moderater Rückgang angesichts der Rekordhochs vom Freitag.

Der Rückgang wurde auch auf geringe Handelsvolumina zurückgeführt, was auf ein fehlendes starkes Anlegervertrauen hindeutet.

Asiatische Märkte hingegen zeigten einen positiveren Ton, die meisten Indizes legten zu.

Im Gegensatz dazu deuteten europäische Futures auf einen schwächeren Start hin und fielen um rund 1,1%.

Ölpreise steigen, bleiben aber unter Schlüsselmarke

Die Ölmärkte reagierten stärker auf die geopolitischen Entwicklungen.

Die Preise schossen zunächst nach oben, gaben später jedoch etwas nach und schlossen am Tag etwa 5–6% höher.

Das Öl blieb unter der psychologisch wichtigen Marke von 100 $ pro Barrel, was darauf hindeutet, dass zwar Versorgungsängste zunahmen, die Märkte jedoch noch keine schweren Störungen erwarten.

US‑iranische Spannungen eskalieren

Geopolitische Risiken bleiben ein zentrales Thema.

Die USA teilten mit, sie hätten ein iranisches Frachtschiff beschlagnahmt, das versucht habe, einer Blockade zu entgehen, was eine scharfe Reaktion aus Teheran auslöste.

Iran wiederum kündigte Vergeltungsmaßnahmen an und erklärte, es werde nicht an einer zweiten Verhandlungsrunde teilnehmen, die Washington vor dem Ablauf eines am Dienstag endenden Waffenstillstands zu initiieren hoffte.

Diese Entwicklungen steigerten die Unsicherheit, insbesondere hinsichtlich der Stabilität der Schifffahrtsrouten in der Straße von Hormus, einer wichtigen Ader für die globale Energieversorgung.

Verbündete äußern Besorgnis über Diplomatie

Die Spannungen verändern auch die diplomatischen Beziehungen.

Europäische Verbündete äußerten die Sorge, dass ein unerfahrenes US‑Verhandlungsteam möglicherweise auf eine schnelle, medienwirksame Einigung dränge, die langfristig Risiken schaffe.

Wie in einem Reuters‑Bericht zitiert, sagte Kanadas Premierminister Mark Carney, dass enge Beziehungen zu den USA, einst als Stärke betrachtet, nun zu einer Schwäche geworden seien.

Seine Äußerungen spiegeln die wachsende Unruhe der Verbündeten über Washingtons Vorgehen wider.

Straße von Hormus bleibt im Fokus

Obwohl Iran erklärte, die Straße von Hormus sei erneut geschlossen, fand die Markstimmung Unterstützung in Schifffahrtsdaten.

Daten von Kpler zeigten, dass am Samstag mehr als 20 Schiffe die Straße passierten – der verkehrsreichste Tag seit dem 1. März.

Das deutete darauf hin, dass die Handelsströme sich zumindest vorerst trotz der politischen Spannungen fortsetzten.

Die Märkte schienen durch diese Daten beruhigt und bestätigten die Annahme, dass Unterbrechungen kurzfristig begrenzt bleiben könnten.

Abseits der Geopolitik rücken traditionelle Markttreiber allmählich wieder in den Fokus.

Gewinnberichte, wirtschaftliche Daten und politische Entwicklungen dürften die Stimmung in den kommenden Tagen beeinflussen.

Im Vereinigten Königreich wird Premierminister Keir Starmer am Montag vor dem Parlament sprechen.

Er steht unter wachsendem Druck wegen seiner Handhabung der Ernennung von Peter Mandelson zum US‑Botschafter, nach Kontroversen im Zusammenhang mit Mandelsons früheren Verbindungen.