Darum fällt der Rolls‑Royce‑Aktienkurs diese Woche

Darum fällt der Rolls‑Royce‑Aktienkurs diese Woche
Crispus Nyaga
22. Apr. 2026, 14:58 PM

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Invezz
Rolls-Royce (RR.L)

Verkaufen RR.L. Der Ölpreis steigt aufgrund des wiederaufgeflammten Iran‑Risikos, was RRs Erlöse aus dem zivilen Luftfahrtgeschäft (51 %) trifft — durch weniger Flüge in der Golfregion, mögliche Kerosinknappheit in Europa und Fluggesellschaften, die Strecken bzw. Flugstunden kürzen. Das schädigt die nach Flugstunden abgerechneten Serviceverträge. Die Aktie befindet sich bereits auf einem frischen Tief, sodass weiteres Abwärtspotenzial voraussichtlich anhält, bis sich der Konflikt deeskaliert.

Kernrisiko: Ein schneller Waffenstillstand bzw. eine deutliche Deeskalation, die den Brent‑Preis wieder senkt und die Flugstunden der Airlines rasch wiederherstellt.

IAG (IAG.L)

Verkaufen IAG.L. Derselbe indirekte Effekt zeigt sich bereits: Fluggesellschaften reduzieren die Kapazität, wenn Treibstoffkosten stark steigen und das Routenrisiko zunimmt. Sollten Kerosinknappheit oder dauerhaft hoher Ölpreis zu weiteren Flugstreichungen zwingen, verschlechtern sich IAGs kurzfristige Nachfrage‑ und Kapazitätsaussichten, und der Markt wird neben RR weiterhin Airline‑Titel herabstufen.

Kernrisiko: Der Ölpreis fällt stark und die Airlines nehmen Kapazitätskürzungen zurück, was belegt, dass der Treibstoff-/Routen‑Schock nur vorübergehend war.

  • Die Rolls‑Royce‑Aktie ist in den letzten drei Tagen gefallen.
  • Es besteht die Möglichkeit, dass der Krieg mit Iran noch eine Weile andauert.
  • Lufthansa und andere Fluggesellschaften haben begonnen, Flüge zu streichen.

Der Rolls‑Royce‑Aktienkurs fiel drei Tage in Folge und erreichte seinen niedrigsten Stand seit dem 7. April, als Rohöl kräftig anstieg. Er fiel auf ein Tief von 1.160p und damit deutlich unter das Jahreshoch von 1.420p.

Rolls-Royce-Aktienkurs

RR-Kursdiagramm | Quelle: TradingView

Der anhaltende Einbruch der Rolls‑Royce‑Aktie folgte darauf, dass Präsident Donald Trump erneut ein TACO (Trump zieht sich immer zurück) in Bezug auf Iran ablieferte. In einer Erklärung am Dienstag entschied er, Iran eine Verlängerung des Waffenstillstands anzubieten.

Das tat er, nachdem iranische Regierungsvertreter beschlossen hatten, Gespräche mit den USA in Pakistan ausfallen zu lassen. In einer Erklärung sagten iranische Vertreter, es bestehe kein Bedarf für die Gespräche, da die USA weiterhin Sanktionen verhängen und die Straße von Hormus blockieren.

Infolgedessen sind die Rohölpreise stark gestiegen, wobei Brent sich der wichtigen Widerstandsmarke von 100 $ nähert. Dieser Trend könnte anhalten, falls der Krieg kurzfristig wiederauflebt. 

Wie wir schon früher schrieben, glaubt Iran, dass ein lang andauernder Krieg, so schmerzhaft er auch sein mag, die USA daran hindern wird, einen weiteren Angriff zu starten. Zudem glaubt es, dass ein langer Krieg den Demokraten bei der Wahl im November zu Siegen verhelfen wird. 

All diese Faktoren sind für den Rolls‑Royce‑Aktienkurs riskant, da das zivile Luftfahrtgeschäft 51 % des Umsatzes ausmacht. Eine länger andauernde Kriegsperiode würde beispielsweise das Geschäft in der Golfregion beeinträchtigen. Das erklärt, warum Luftfahrtaktien wie IAG und EasyJet heute schwächeln.

Gleichzeitig besteht das Risiko von Kerosinknappheit in Europa, was die Flugstunden der meisten Kunden reduzieren würde. Dies würde auch das Wachstum des Geschäfts einschränken.

Zum einen verdient Rolls‑Royce Holdings den Großteil seines Geldes mit langfristigen Serviceverträgen für Fluggesellschaften. Diese Verträge werden auf Stundenbasis abgerechnet. 

Mit steigenden Flugkosten besteht das Risiko, dass Fluggesellschaften Strecken reduzieren, um Kosten zu sparen. Tatsächlich kündigte Luthansa, ein wichtiger Kunde, in einer Erklärung am Dienstag an, 20.000 Flüge zu streichen, und weitere Unternehmen könnten dies ebenfalls tun, falls der Krieg sich länger hinzieht.

Auch andere Gesellschaften wie KLM und SAS Scandinavian Airlines haben Flüge gestrichen; dieser Trend könnte kurzfristig anhalten.

Dennoch gibt es auf der positiven Seite Anzeichen dafür, dass sich die Aktie nach Ende des Krieges erholen wird. Zum Beispiel sprang die RR-Aktie nach Trumps Ankündigung des Waffenstillstands von 1.080p auf 1.300p.