FTSE 100 stabil, Öl steigt – britische Inflation zieht an

FTSE 100 stabil, Öl steigt – britische Inflation zieht an
Rivanshi Rakhrai
22. Apr. 2026, 14:40 PM

Unterstützt von

Invezz
BP (BP.L)

Kauf BP. Öl stieg über $100 wegen des Risikos in der Straße von Hormus, was die Cashflow‑Erwartungen für britische Energieriesen unmittelbar erhöht. BP’s +1.9% entspricht dem Gewinn‑Rückenwind des Sektors, und der Inflationswert (3.3%) rückt die Preissetzungsmacht der Energieunternehmen in den Fokus.

Kernrisiko: Eine rasche Deeskalation, die Brent wieder unter $100 drückt und kurzfristige Öl‑Risikoprämien eliminiert.

IAG (IAG.L)

Verkauf IAG. Der Artikel zeigt, dass Fluggesellschaften durch steigende Treibstoffkosten getroffen wurden: IAG -2.1% neben EasyJet und Wizz. Mit steigender britischer Inflation werden die Märkte weiter höhere Inputkosten und schwächere Margen für Airlines einpreisen.

Kernrisiko: Treibstoffabsicherungen und/oder eine schnelle Ölpreiswende, die anhaltenden Margendruck verhindert.

  • FTSE 100 bleibt stabil, da geopolitische Spannungen Anleger verunsichern.
  • Öl steigt über $100 – trifft Fluggesellschaften und hebt Energieaktien.
  • Britische Inflation steigt auf 3,3% und verringert den Handlungsspielraum der Bank of England.

Der Leitindex FTSE 100 in London blieb am Mittwoch weitgehend unverändert, da Anleger die Entwicklungen im Nahen Osten verfolgten und neue Inflationsdaten aus Großbritannien verarbeiteten.

Der Blue‑Chip‑Index fiel marginal um 0,03% auf 10,495.22 Punkte bis 1048 GMT.

Der Mid‑Cap‑Index FTSE 250 stieg indessen um 0,2%.

Marktteilnehmer blieben vorsichtig, da geopolitische Risiken die Stimmung weiterhin trübten.

Fragiler Waffenstillstand im Nahen Osten hält Märkte in Alarmbereitschaft

Die Anlegerstimmung wurde durch anhaltende Zweifel an einem fragilen Waffenstillstand im Nahen Osten belastet.

US‑Präsident Donald Trump verlängerte den Waffenstillstand mit Iran, doch blieb unsicher, ob sowohl Iran als auch Israel das Abkommen einhalten würden.

Die fehlende Klarheit hinsichtlich der Lage führte zu erhöhter Vorsicht an den Weltmärkten.

Händler verfolgten die Entwicklungen weiterhin genau, mit der Sorge, dass jede Eskalation Lieferketten und Energiemärkte stören könnte.

Ölpreise steigen stark und beeinflussen Sektorentwicklung

Die Ölpreise stiegen am Mittwoch deutlich, wobei Brent‑Rohöl die Marke von $100 pro Barrel überschritt.

Der Anstieg folgte auf Berichte, wonach mindestens drei Containerschiffe in der Straße von Hormus von Schüssen getroffen wurden.

Der Preissprung beim Rohöl wirkte sich uneinheitlich auf Aktien aus.

Fluggesellschaftsaktien gerieten unter Druck wegen der Sorgen um steigende Treibstoffkosten.

Die Aktien des British‑Airways‑Mutterkonzerns IAG fielen um 2,1%, während EasyJet um 1,6% und Wizz Air um 1,3% nachgaben.

Im Gegensatz dazu profitierten Energie‑Konzerne von dem Ölpreisanstieg.

BP legte um 1,9% zu, Shell gewann 0,8% – ein Hinweis auf verbesserte Gewinnerwartungen bei Ölproduzenten.

Bergbauwerte folgen Metallrallye

Bergbauunternehmen verzeichneten ebenfalls Zugewinne, gestützt durch steigende Preise für Edel‑ und Basismetalle.

Fresnillo, Rio Tinto, Glencore und Anglo American stiegen jeweils um mehr als 1%.

Die Gewinne bei Bergbauaktien boten dem breiteren Index etwas Unterstützung und kompensierten Verluste in anderen Sektoren.

Inflationsdaten verstärken Anlegerbedenken

Neue Wirtschaftsdaten zeigten, dass die britische Verbraucherpreisinflation im März auf 3,3% gestiegen ist, nach 3% im Februar.

Der Anstieg machte die Auswirkungen geopolitischer Spannungen auf das Preisniveau deutlich, insbesondere über Energiepreise.

Die Daten schürten Sorgen über die Fähigkeit der Zentralbank, die Geldpolitik in naher Zukunft zu lockern.

Aktien­spezifische Bewegungen bestimmen das Marktgeschehen

Unter den einzelnen Aktien fiel das Konsumgüterunternehmen Reckitt deutlich, nachdem die like‑for‑like‑Umsätze im Quartal die Schätzungen verfehlt hatten.

Die Aktie fiel um 6,2%.

Positiv zu vermerken: Der Distributor für Geschäftsausstattung Bunzl stieg um 3% nach einem Anstieg der Umsätze im ersten Quartal.

Vermögensverwaltungsfirmen verzeichneten ebenfalls Zuwächse nach starken Zuflüssen bei Quilter.

Quilters Aktie schoss um 4,9% nach oben, während Liontrust Asset Management um 0,7% und Aberdeen um 0,4% zulegten.

Marktausblick bleibt vorsichtig

Insgesamt blieb der britische Aktienmarkt verhalten, da Anleger geopolitische Risiken gegen inländische Wirtschaftsdaten abwogen.

Die Unsicherheit rund um den Nahen Osten und der steigende Inflationsdruck dürften die Märkte kurzfristig volatil halten.