Pfund schwächelt, Inflationssorgen in Großbritannien nehmen zu

Pfund schwächelt, Inflationssorgen in Großbritannien nehmen zu
Rivanshi Rakhrai
23. Apr. 2026, 16:27 PM

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Absicherung gegen britische Inflation: Long auf Energie-/Nahrungsmittel-Beta

Kaufen Sie in Großbritannien gelistete Profiteure einer Energie-/Nahrungsmittelinflation (z. B. Shell (SHEL) und/oder British American Tobacco (BATS) als defensiven Proxy für die Durchleitung von Inflation, plus eine Lebensmittelpreis-Exponierung wie Tate & Lyle (TATE), falls verfügbar). Die Umfragen zeigen den größten Kostenschub seit Beginn der Aufzeichnungen und erwartete Preiserhöhungen entlang der Lieferkette – das stützt Unternehmen, die höhere Inputkosten durchsetzen können, solange die Nachfrage hält.

Kernrisiko: Ein rapider Nachfragerückgang, der die Weitergabe höherer Preise verhindert und die Margen trotz gestiegener Kosten unter Druck setzt.

Short auf GBP/USD

Verkaufen Sie GBP/USD (oder kaufen Sie USD/GBP). Die britischen Inputkosten erreichten Rekordhöhen und das Vertrauen in der Industrie liegt auf Pandemie-Tiefstwerten, was das Inflationsrisiko erhöht. Das ist keine klare "Zinssenkungs"-Geschichte; es bewahrt die Bank of England in ausreichendem Maße in einer restriktiven Haltung, um den USD über relative Wachstums-/Inflationsspannungen zu stützen, während globale Risikoaversion bereits den Dollar favorisiert.

Kernrisiko: Ein starker Rückgang der britischen Energie-/Nahrungsmittelinflation, der die Märkte zwingt, weniger BoE-Zinserhöhungen einzupreisen und eine GBP-Erholung auslöst.

  • Pfund schwächelt, Anleger bevorzugen den Dollar angesichts geopolitischer Spannungen.
  • Britische Unternehmen melden Rekordanstieg der Kosten und signalisieren wachsende Inflationsrisiken.
  • Märkte erhöhen ihre Wetten auf eine Zinserhöhung der Bank of England bis Juni.

Das britische Pfund gab am Donnerstag gegenüber dem US-Dollar leicht nach, da Anleger angesichts von Bedenken über einen fragilen Waffenstillstand im Nahen Osten zu sicheren Häfen wechselten.

Das Pfund fiel leicht auf $1.349 und verzeichnete damit einen Rückgang von 0.17% für die Woche.

Die Bewegung spiegelt eine breitere Risikoaversion an den globalen Märkten wider, wobei die US-Währung Zuflüsse anzog, da die geopolitische Unsicherheit anhielt.

Trotz der Schwäche gegenüber dem Dollar stärke sich das Pfund gegenüber dem Euro.

Die Einheitswährung fiel um 0.14% auf 86.59 pence und unterstrich damit die gemischte Währungsentwicklung des Tages.

Britische Unternehmen melden Rekordanstieg der Kosten

Aktuelle Konjunkturdaten wiesen auf zunehmenden Druck für britische Unternehmen hin: Im April meldeten Firmen einen Rekordanstieg der Kosten.

Eine von S&P Global zusammengestellte Umfrage zeigte, dass ihr Indikator für Inputpreise im Flash UK Composite Purchasing Managers’ Index den größten monatlichen Anstieg seit Beginn der Aufzeichnungen vor 28 Jahren verzeichnete.

Der Index erreichte zudem das höchste Niveau seit der Phase zweistelliger Inflation Ende 2022.

Die Daten unterstreichen wachsende Sorgen über inflationäre Spannungen, die vor allem durch steigende Energiekosten und breitere wirtschaftliche Störungen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg getrieben werden.

Gleichzeitig zeigte die gesamtwirtschaftliche Geschäftstätigkeit Widerstandskraft.

Die Umfrage deutete auf stärkeres Wachstum als erwartet hin und übertraf die Prognosen der von Reuters befragten Ökonomen.

Vertrauen im verarbeitenden Gewerbe fällt auf Pandemie-Tiefstwerte

Eine getrennte Umfrage der Confederation of British Industry zeigte eine deutliche Verschlechterung der Stimmung im verarbeitenden Gewerbe.

Inländische Hersteller meldeten ihre pessimistischste Aussichten seit Beginn der COVID-19-Pandemie.

Der Erwartungspreisindikator der Umfrage schnellte im April auf +32, nach +12 im März.

Dies war der größte Monatsanstieg seit Beginn der Reihenaufzeichnungen im Jahr 1975.

Die Ergebnisse zeigen das Ausmaß der Kostenbelastungen für Produzenten, wobei Unternehmen mit weiteren Preiserhöhungen entlang der Lieferkette rechnen.

Ökonomen warnen vor breiteren Inflationsrisiken

Ökonomen warnten davor, dass steigende Energiekosten breitere Folgen für Verbraucher haben könnten.

„Sicher ist, dass die Aussichten unklar bleiben. Während wir hinsichtlich zweiter Rundeneffekte eher gelassen bleiben, sind indirekte Effekte besorgniserregend. Höhere Energiepreise sind nicht das einzige, worüber sich Verbraucher Sorgen machen müssen. Die Lebensmittelpreise dürften steigen. Höhere Transportkosten könnten außerdem die Preise für Kernwaren nach oben treiben“, sagte Sanjay Raja, Ökonom bei Deutsche Bank UK, wie von Reuters berichtet.

Raja fügte hinzu, dass diese Entwicklungen vermutlich nicht unmittelbar geldpolitische Entscheidungen beeinflussen und die Situation die Bank of England kurzfristig voraussichtlich nicht zu Zinsschritten zwingen werde.

Zinserhöhungserwartungen und fiskalische Aktualisierung

Die Geldmärkte passten ihre Erwartungen an die britische Geldpolitik an.

Händler sehen nun eine 75%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung durch die Bank of England bis Juni, nach einer 50/50-Einschätzung zu Wochenbeginn.

Unterdessen zeichnen die fiskalischen Daten ein gemischtes Bild.

Das britische Haushaltsdefizit für das letzte Geschäftsjahr verringerte sich gemessen am Anteil am Wirtschaftsoutput auf den niedrigsten Stand seit sechs Jahren.

Die Kreditaufnahme im März übertraf jedoch die Prognosen, so das Office for National Statistics.

Die Kombination aus steigenden Kosten, fragiler Stimmung und veränderten Zinserwartungen deutet auf eine komplexe Perspektive für die britische Wirtschaft in den kommenden Monaten hin.