SAP steigt 7% nach Gewinnüberraschung, Cloud-Wachstum dämpft KI-Bedenken

SAP steigt 7% nach Gewinnüberraschung, Cloud-Wachstum dämpft KI-Bedenken
Ananthu C U
24. Apr. 2026, 16:34 PM

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Invezz
SAP (buy)

Buy SAP ADR (SAP). Ergebnisüberraschung plus Cloud-Umsatz +19% und ein €21.9B Cloud-Backlog (+20%) bestätigen, dass die Nachfrage weiterhin stark ist. Der bekräftigte Cloud-Ausblick 2026 (€25.8B–€26.2B) stützt eine Bewertungsaufholung nach dem “SaaSpocalypse”-Ausverkauf. These: Der Kern-Enterprise-Cloud-Bereich von SAP hält sich, während die KI-Ängste für SAPs installierte Basis übertrieben sind.

Kernrisiko: Das Cloud-Wachstum verlangsamt sich stark oder der Backlog wächst nicht mehr, wodurch die Cloud-Guidance für 2026 zu optimistisch erscheinen würde.

Erholung bei Software-ETFs (buy)

Buy iShares Expanded Tech-Software ETF (IGV). Der Anstieg von SAP signalisiert, dass sich der Markt wieder hin zu „langweiliger“ Enterprise-Software mit echtem Cloud-Backlog dreht, nicht zum KI-Hype. Wenn SAP aufgrund von guter Umsetzung wieder neu bewertet werden kann, sollten andere Large-Cap-Enterprise-Software-Titel Unterstützung erhalten, während Investoren ihre KI-Disruptionsängste zurücknehmen.

Kernrisiko: Eine weitere Welle von KI-getriebenen Disruptionsängsten trifft die gesamte Gruppe und erzwingt eine breit angelegte Abwertung, die positive Einzeltitelnachrichten überlagert.

  • SAP steigt 7% nach Ergebnisüberraschung im Q1 und starkem Cloud-Wachstum.
  • Cloud-Umsatz und Auftragsbestand steigen, während SAP den Ausblick für 2026 bekräftigt.
  • KI-Ängste bleiben bestehen, aber SAP sieht das Nachfragemomentum stabil bleiben.

Die SAP-Aktie zog am Freitag an, nachdem der deutsche Softwarekonzern einen besser als erwarteten Gewinn für das erste Quartal gemeldet und seinen langfristigen Cloud-Ausblick bekräftigt hatte.

Das starke Ergebnis kam, obwohl Bedenken hinsichtlich künstlicher Intelligenz den breiteren Sektor weiterhin belasten.

Die American Depositary Receipts von SAP stiegen 7.3% auf $175.31 und erholten sich damit von einem Rückgang um 6.2% in der vorherigen Sitzung.

Die Erholung folgte, weil Investoren positiv auf die starke Cloud-Performance und robuste Nachfragetrends reagierten.

Starkes Cloud-Wachstum führt zur Gewinnüberraschung

SAP meldete für das erste Quartal ein nicht nach IFRS ausgewiesenes Ergebnis von €1.72 je Aktie und lag damit über den Analystenerwartungen von €1.65, während der Umsatz laut einer FactSet-Umfrage im Jahresvergleich um 6% auf €9.55 Milliarden stieg und damit den Prognosen entsprach.

Die Cloud-Sparte des Unternehmens blieb der primäre Wachstumstreiber. Der Cloud-Umsatz stieg 19% auf €5.96 Milliarden und lag damit leicht über den Erwartungen von €5.89 Milliarden.

SAP meldete zudem ein Cloud-Backlog von €21.9 Milliarden, ein Plus von 20% gegenüber dem Vorjahr, was auf anhaltende Nachfrageimpulse hindeutet.

SAP bekräftigte seine Erwartung für den Cloud-Umsatz 2026 im Bereich von €25.8 Milliarden bis €26.2 Milliarden.

Zudem erklärte das Unternehmen, dass das Gesamtumsatzwachstum in konstanten Währungen 2026 auf einem ähnlichen Niveau wie 2025 erwartet wird, bevor es 2027 anzieht.

Der Ausblick hängt jedoch von makroökonomischer Stabilität ab.

SAP wies darauf hin, dass die Guidance eine Deeskalation des Konflikts im Nahen Osten und den erfolgreichen Abschluss der geplanten Übernahme von Reltio, einem Anbieter von Datenmanagement-Software, voraussetzt, der voraussichtlich im zweiten oder dritten Quartal abgeschlossen wird. 

KI-Bedenken bleiben bestehen, bieten aber unerwartetes Aufwärtspotenzial

Der Quartalsbericht erscheint vor dem Hintergrund von Verkaufsdruck bei Software-Aktien, da Investoren den Sektor neu bewerten angesichts der Sorge, dass Fortschritte in der künstlichen Intelligenz traditionelle Geschäftsmodelle der Softwarebranche stören könnten.

Der Finanzvorstand von SAP, Dominik Asam, räumte ein, dass der Kursrückgang der Aktie im ersten Quartal eine ungewöhnliche Nebenwirkung hatte.

"The SaaSpocalypse debate and the related 28% decline in our share price during the first quarter alone left its traces in that position," Asam said during a call with analysts.

"While we hedge the lion's share of our cash-settled grants, the sheer magnitude of the move in the unhedged portion, in combination with related social charges that are not hedged, provided this, I have to admit, unintended relief, adding to continued strong general cost discipline."

Der breitere Ausverkauf war erheblich: Der iShares Expanded Tech-Software ETF fiel in diesem Jahr in seinen Tiefstständen zeitweise um bis zu 29% und spiegelt die Verunsicherung der Investoren hinsichtlich KI-getriebener Disruption wider.

Ausblick hängt an makroökonomischen und Umsetzungsrisiken

Trotz starker operativer Performance bleibt der Ausblick von SAP an externe Risiken gebunden, insbesondere an geopolitische Entwicklungen.

CFO Dominik Asam hob die potenziellen Auswirkungen einer anhaltenden Störung globaler Handelsrouten hervor.

"We did also judge whether our outlook of an acceleration in 2027 could be confirmed, and yes we can confirm that — under the caveat that we don't see too long of a continuation of the shutdown of the Strait of Hormuz," Asam said in a Barron's report.

"But I would venture to say that in such a meltdown scenario, SAP is probably the lesser of your concerns in terms of exposure in capital markets," he added.

CEO Christian Klein wies ebenfalls sowohl auf das Potenzial als auch auf die Grenzen der künstlichen Intelligenz in Unternehmensanwendungen hin.

"Is this enough when you are touching the payroll, the finance, the financial close, the supply chains of a customer? No, it's not enough. It's not that the customers don't see the value. They see the value. But we have to go the last mile," he said.