Europäische Märkte eröffnen höher nach Hoffnungen auf Iran-Friedensvorschlag

Europäische Märkte eröffnen höher nach Hoffnungen auf Iran-Friedensvorschlag
Rivanshi Rakhrai
28. Apr. 2026, 08:49 AM

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Invezz
BP (LSE: BP)

Kaufempfehlung für BP. Der Iran-Friedensvorschlag begrenzt ein Worst‑Case-Szenario von Störungen in der Straße von Hormuz, wodurch Ölpreisspitzen gedämpft und Raffinerie- sowie Marketingmargen gestützt werden sollten, ohne dass der Rohölmarkt zusammenbricht. Der Ergebniskalender von BP steht kurzfristig an, und eine „weniger-schlechte“ Ölphase hebt die Stimmung integrierter Ölkonzerne in der Regel schnell an.

Kernrisiko: Trump weigert sich, die Blockade aufzuheben, und der Krieg eskaliert, wodurch Öl stark anzieht und Margen sowie die Risikobereitschaft stark unter Druck geraten.

Barclays (LSE: BARC)

Kaufempfehlung für Barclays. Wenn Fed/EZB/BoE wie erwartet auf Pause bleiben, entspannt sich der Finanzierungsstress bei europäischen Banken und die Volatilität im Zinsverlauf nimmt ab. Ein ruhigeres Zinsumfeld sowie ein leicht risikofreudiger Marktstart stützen Handels- und Investmentbanking-Aktivitäten im Vorfeld der Ergebnisberichte.

Kernrisiko: Die Zentralbanken werden restriktiver (oder die Inflation beschleunigt sich erneut), wodurch die Renditen steigen, die Kreditnachfrage leidet und die Sorge vor Kreditverlusten zunimmt.

  • Europäische Aktien dürften angesichts der Entwicklungen um den Iran-Friedensvorschlag höher eröffnen.
  • Anleger beobachten Unternehmenszahlen großer Firmen und Entscheidungen der Zentralbanken.
  • Ölpreise steigen leicht, da die Unsicherheit über den Ausgang des Kriegs anhält.

Europäische Aktien dürften am Dienstag höher eröffnen, da Anleger geopolitische Entwicklungen verfolgen und sich auf einen arbeitsreichen Berichtssaison- und Zentralbankkalender vorbereiten.

Europäische Märkte deuten auf moderate Zugewinne hin

Laut Marktdaten von IG dürfte der britische FTSE 100 leicht höher eröffnen.

Für Deutschlands DAX wird ein Anstieg um 0,23 % prognostiziert, während Frankreichs CAC 40 voraussichtlich um 0,34 % zulegt.

Auch Italiens FTSE MIB dürfte um 0,3 % höher handeln.

Der vorsichtige Optimismus bei Aktien entsteht, weil Anleger eine Verbesserung der Stimmung mit anhaltender geopolitischer Unsicherheit abwägen.

Marktteilnehmer bereiten sich auch auf eine Reihe von Unternehmenszahlen vor, die die kurzfristige Richtung beeinflussen könnten.

Am Dienstag werden Unternehmenszahlen großer europäischer Unternehmen erwartet, darunter Novartis, Airbus, BP und Barclays.

Iran-Vorschlag im Fokus

Die Anlegerstimmung wird von Entwicklungen rund um den Iran und den anhaltenden Konflikt beeinflusst.

US-Präsident Donald Trump und sein Nationales Sicherheitsteam diskutierten Irans Vorschlag zur Straße von Hormuz.

White House-Pressesprecherin Karoline Leavitt bestätigte am Montag, dass der Vorschlag die Wiedereröffnung der wichtigen Schifffahrtsroute vorsieht, falls die USA ihre Blockade aufheben und der Krieg endet.

Der Vorschlag würde Verhandlungen über Teherans nukleare Ambitionen auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

Berichte von Axios und The Associated Press zu Beginn der Sitzung skizzierten denselben Sachverhalt.

Unklar bleibt jedoch, ob Trump bereit ist, den Vorschlag in Betracht zu ziehen.

Er hatte zuvor erklärt, dass die Blockade erst aufgehoben werde, wenn ein Abkommen mit dem Iran „100 % abgeschlossen“ sei, so Reuters.

Die anhaltende Unklarheit hält die Märkte vorsichtig.

Die Ölpreise stiegen über Nacht leicht, was Bedenken über Angebotsstörungen und die weiteren Auswirkungen des Konflikts widerspiegelt.

Zentralbanken rücken in den Mittelpunkt

Über die Geopolitik hinaus richtet sich die Anlegeraufmerksamkeit diese Woche eindeutig auf die Zentralbanken.

Die US Federal Reserve, die Europäische Zentralbank und die Bank of England stehen alle auf dem Plan, geldpolitische Entscheidungen bekanntzugeben.

Die Entscheidung der Federal Reserve am Mittwoch wird genau beobachtet.

Sie könnte die letzte Sitzung unter Vorsitz von Jerome Powell markieren, bevor Kevin Warsh voraussichtlich im Mai übernimmt.

Jüngste Entwicklungen haben ebenfalls die Erwartungen geprägt.

Das US-Justizministerium stellte am Freitag seine strafrechtlichen Ermittlungen gegen Powell ein.

Dies veranlasste Senator Thom Tillis, sein Veto gegen Warshs Bestätigung aufzuheben.

Unterdessen werden die Europäische Zentralbank und die Bank of England voraussichtlich am Donnerstag ihre jüngsten geldpolitischen Entscheidungen veröffentlichen.

Ökonomen erwarten, dass beide Institute die Leitzinsen in diesem Monat unverändert lassen.

Politiker dürften jedoch signalisieren, dass künftige Zinserhöhungen später im Jahr weiterhin möglich sind.

Die sich entwickelnde geopolitische Lage und ihre Auswirkungen auf Inflation und Wachstum erschweren weiterhin die Aussichten.

Märkte wägen Risiken und Chancen ab

Insgesamt navigieren die europäischen Märkte durch eine komplexe Mischung aus geopolitischen Risiken, Unternehmenszahlen und geldpolitischen Erwartungen.

Obwohl die Aktien zu einer höheren Eröffnung ansetzen, dürfte die Unsicherheit rund um den Iran-Konflikt und die Maßnahmen der Zentralbanken die Volatilität kurzfristig erhöht halten.