Novartis-Aktien fallen nach schwachem Q1 durch Entresto-Generika

Novartis-Aktien fallen nach schwachem Q1 durch Entresto-Generika
Rivanshi Rakhrai
28. Apr. 2026, 11:03 AM

Unterstützt von

Invezz
Novartis (NVS)

Kauf von NVS. Die Aktie notiert tiefer aufgrund eines vorhersehbaren, bereits angekündigten Entresto-Patentabfalls (Entresto −42 % im Jahresvergleich im Q1), und der Markt dürfte kurzfristige Störgeräusche gegenüber dem unveränderten Jahresausblick (Rückgang des bereinigten Betriebsergebnisses im niedrigen einstelligen Bereich) übermäßig einpreisen. Sollte das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte wie prognostiziert zurückkehren, dürfte sich das Bewertungsmultiple von der „Generika-Untergangs“-Narrative lösen.

Kernrisiko: Ein schnellerer als erwarteter Umsatzzusammenbruch bei Entresto/Promacta/Tasigna, der Novartis zu einer Kürzung der Jahresprognose zwingt.

Konkurrenten von Novartis (Pfizer, PFE)

Verkauf von PFE. Die gleiche Generikawelle trifft die großen Pharmaunternehmen, aber Pfizers Portfolio bietet kurzfristig weniger klare Ausgleichseffekte als Novartis' pipelinegetriebene Erholung in der zweiten Jahreshälfte. Wenn Anleger sich von „generikaexponierten“ Ergebnissen abwenden, dürfte PFE voraussichtlich unterdurchschnittlich abschneiden.

Kernrisiko: Ein bedeutender positiver Katalysator (Studienergebnis oder Produktlaunch), der den Generika-Druck ausgleicht und das Vertrauen in die Gewinnentwicklung wiederherstellt.

  • Novartis verfehlt Q1-Gewinn und Umsätze wegen Generikawettbewerbs.
  • Entresto-Umsatz stürzt nach US-Patentablauf um 42 % ab, Druck nimmt zu.
  • Unternehmen erwartet Wachstumsbelebung in der zweiten Jahreshälfte und bestätigt Ausblick.

Novartis meldete für das erste Quartal ein bereinigtes Betriebsergebnis und Umsätze unter den Markterwartungen, da der Generikawettbewerb um sein umsatzstärkstes Herzmedikament Entresto die Ergebnisse belastete.

Die Aktien des Schweizer Pharmakonzerns fielen am Dienstag im vorbörslichen Handel um rund 3 % nach der Quartalsmitteilung.

Das bereinigte Konzernergebnis aus dem operativen Geschäft, bereinigt um Sondereffekte, sank um 12 % auf 4,9 Mrd. US-Dollar.

Das lag unter den Analystenerwartungen von rund 5,1 Mrd. US-Dollar, laut Daten von Visible Alpha.

Die Nettoumsätze im Quartal beliefen sich auf 13,11 Mrd. US-Dollar und verfehlten damit ebenfalls die Erwartungen von 13,40 Mrd. US-Dollar.

Entresto-Generika belasten den Umsatz

Das Unternehmen durchläuft den größten Ablaufzyklus von Patenten seit zwei Jahrzehnten.

Dazu gehört Entresto, das im vergangenen Jahr 14 % der Nettoumsätze ausmachte.

Die Entresto-Umsätze gingen im ersten Quartal deutlich zurück.

Die Erlöse aus dem Medikament fielen um 42 % auf 1,31 Mrd. US-Dollar, nachdem in den USA Patente ausgelaufen waren und Generika auf den Markt kamen.

Analysten hatten für das Quartal bis zum 31. März Entresto-Umsätze von 1,37 Mrd. US-Dollar erwartet.

Der Druck dürfte anhalten.

In Europa läuft der Patentschutz für Entresto ab November aus, was den Wettbewerb weiter verschärfen dürfte.

Finanzchef kommentiert Ausblick

Finanzchef Mukul Mehta sprach während eines Telefonats mit Reportern über das Ergebnis.

Er sagte, die Ergebnisse lägen im Rahmen der internen Erwartungen des Unternehmens.

"Wir erwarten, dass das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte wieder in unsere GuV zurückkehrt," sagte Mehta, zitiert in einem Reuters-Bericht.

Breiterer Generikadruck auf das Portfolio

Abgesehen von Entresto stehen auch andere wichtige Medikamente unter Generikadruck.

Promacta zur Behandlung von Blutstörungen und das Leukämiemedikament Tasigna stehen unter ähnlichem Druck.

Das verschärft die Herausforderung für Novartis, das nun stärker auf neuere Medikamente zur Wachstumsförderung angewiesen ist.

Das Unternehmen hat bereits angekündigt, dass es in diesem Jahr aufgrund des Generikawettbewerbs um Entresto und die beiden anderen Medikamente mit einem Umsatzrückgang von 4 Mrd. US-Dollar rechnet.

Jahresprognose unverändert

Trotz der schwachen Performance im ersten Quartal bestätigte Novartis seinen Jahresausblick.

Der in Basel ansässige Konzern erwartet für das Jahr einen prozentualen Rückgang des bereinigten Betriebsergebnisses im niedrigen einstelligen Bereich, ohne Berücksichtigung von Währungseffekten.

Das Unternehmen verwies zudem auf seine Produktpipeline zur Unterstützung künftigen Wachstums, auch wenn die kurzfristigen Gewinne weiterhin unter Druck stehen.

Aktienentwicklung

Die Novartis-Aktie notierte am 28. April 2026 bei rund CHF 110,96.

Die Aktie lag im Tagesverlauf im Minus, was die Anlegerbedenken nach der Ergebnisverfehlung widerspiegelt.

Die 52-Wochen-Spanne liegt zwischen CHF 87,89 und CHF 131,00.

Langfristige Wachstumserwartungen bleiben bestehen

Trotz der aktuellen Gegenwinde signalisierte Novartis Vertrauen in seinen langfristigen Wachstumspfad.

Das Unternehmen erwartet, dass sich das Wachstum später im Jahr verbessert, und könnte seinen Ausblick je nach kommenden klinischen Studienergebnissen anpassen.

Kurzfristig dürfte die Performance jedoch weiterhin von anhaltendem Generikawettbewerb bei wichtigen Produkten beeinträchtigt bleiben.