Invezz

Warum die Western Digital-Aktie trotz starker Zahlen um 11% fiel

Warum die Western Digital-Aktie trotz starker Zahlen um 11% fiel
Devesh Kumar
06. Aug. 2026, 06:28 AM

Unterstützt von

Invezz
WDC: Kaufen

Western Digital (NASDAQ: WDC) kaufen. Gewinn und Cashflow übertrafen die Erwartungen, die Margen stiegen auf 54,4 % und der Ausblick liegt über dem Konsens. Der Ausverkauf ist größtenteils auf „zu hohe Erwartungen“ zurückzuführen und nicht darauf, dass das Geschäft gebrochen sei. These: knappes Angebot plus Nachfrage von Hyperscalern/KI sichert Preissetzungsmacht; ein Beleg im nächsten Quartal (stärkere Margenausweitung und ein robusterer Umsatzausblick) würde Analysten erneut zu Zielanhebungen zwingen.

Kernrisiko: Risiko: Seagate übertrifft in der Umsetzung bei Margen/Preisgestaltung, sodass WDCs Ausblick weiterhin „weniger robust“ erscheint und der Markt zusätzliche Aufwärtsfantasie bestraft.

WDC vs Seagate – Spread verkaufen

Den relativen Spread verkaufen: WDC leerverkaufen und Seagate Technology (NASDAQ: STX) kaufen. Der Artikel weist darauf hin, dass WDCs Ausblick weniger beeindruckend wirkte als der von Seagate, und der Markt vergleicht beide. These: Wenn Seagate weiterhin eine schnellere Margenausweitung und einen stärkeren Ausblick zeigt, vergrößert sich der Bewertungsabschlag von WDC, selbst wenn beide Unternehmen „in Ordnung“ sind.

Kernrisiko: Risiko: WDC holt schnell auf — der nächste Ausblick zeigt eine Margenausweitung, die der von Seagate entspricht oder diese übertrifft, wodurch die relative Underperformance zusammenbricht.

  • Western Digital übertrifft Prognosen, doch hohe Erwartungen lösen Kursrückgang aus.
  • Umsatz und Gewinn übertreffen Prognosen, da die Nachfrage nach Cloud‑Speicher robust bleibt.
  • Der Ausblick übertrifft Prognosen, während Seagates stärkerer Ausblick die Messlatte höher legt.

Die Western Digital-Aktie NASDAQ:WDC fiel am Mittwoch im nachbörslichen Handel zeitweise um bis zu 10,8 %, nachdem sie bereits 5,4 % verloren hatte, obwohl das Unternehmen die Schätzungen der Wall Street übertroffen hatte.

Bereinigter Gewinn stieg auf 3,56 USD je Aktie von 1,70 USD ein Jahr zuvor und übertraf damit die Analystenprognose von 3,31 USD. Der Umsatz stieg um 44 % auf 3,75 Mrd. USD und übertraf den Konsens von 3,70 Mrd. USD.

Die Reaktion zeigte, dass Investoren Western Digital nicht mehr lediglich danach beurteilen, ob das Unternehmen die Schätzungen übertreffen kann.

Nach einer Rallye von mehr als 190 % im Jahr 2026 benötigte das Unternehmen eine noch größere Überraschung, um die in seiner Bewertung eingepreisten Erwartungen zu rechtfertigen.

Western Digital-Ergebnisse: Quartal stark, Erwartungen jedoch spektakulär

Western Digital meldete rekordhohe Profitabilität, da ein knappes Angebot an Festplatten, günstigere Preise und die Nachfrage aus der Cloud seine Ertragslage verbesserten.

Die Non-GAAP-Bruttomarge erreichte 54,4 % gegenüber 41,3 % vor einem Jahr. Der operative Cashflow stieg auf 1,39 Mrd. USD, der freie Cashflow erreichte 1,28 Mrd. USD.

Diese Zahlen lieferten kaum Hinweise darauf, dass die Nachfrage nach Speicher, der von Hyperscalern und KI-Workloads genutzt wird, nachlässt.

CEO Irving Tan erklärte, Western Digital gehe mit größerer Sichtbarkeit und mehr Zuversicht in die Nachfrage in das Geschäftsjahr 2027.

Festplatten gehören weiterhin zu den kostengünstigsten Möglichkeiten, die enormen Datenmengen zu speichern, die durch KI-Training, Inferenz und Software‑Agenten entstehen.

Die Aktie ging jedoch nach einer außergewöhnlichen Rallye in den Bericht. Analysten bezeichneten das Quartal als ausgezeichnet, stellten jedoch fest, dass der Kursrückgang die hohen Erwartungen widerspiegelt, denen Anbieter im Zuge des KI‑Booms ausgesetzt sind.

Ausblick übertraf Prognosen, im Seagate‑Vergleich jedoch enttäuschend

Western Digital prognostizierte einen Umsatz für das erste Quartal von 4,00 bis 4,20 Mrd. USD, verglichen mit der Analystenschätzung von 4,04 Mrd. USD. Bereinigter Gewinn je Aktie wurde bei 3,85 bis 4,15 USD angegeben und liegt über dem Konsens von 3,76 USD.

Der Mittelpunkt beider Spannen übertraf die Erwartungen, jedoch nur moderat. Nach dem Kursanstieg wollten Investoren einen Ausblick, der Analysten zu deutlichen Anhebungen der Schätzungen zwingen würde.

Der Vergleich mit Seagate ließ den Ausblick von Western Digital weniger eindrucksvoll erscheinen.

Investor’s Business Daily schrieb, der Ausblick wirke konservativer als die vor Kurzem von seinem wichtigsten Festplattenkonkurrenten veröffentlichte Prognose.

Der Morgan‑Stanley‑Analyst Erik Woodring blieb vor den Ergebnissen bullisch und sagte, er „schlägt kräftig auf den Tisch“ für Western Digital und Seagate.

Er argumentierte, dass KI‑Inferenz, Cloud‑Wachstum und begrenztes Angebot die Festplattennachfrage über Jahre hinweg stark halten könnten.

Ebenfalls lesenswert – Top-DRAM-ETF-Aktien, die Sie diese Woche beobachten sollten: Western Digital, SanDisk, Micron

Die KI‑Speicher‑These bleibt bestehen, benötigt jedoch neuen Nachweis

Die Ergebnisse untergruben die längerfristige Speicherstory nicht. Western Digital und Seagate dominieren einen konzentrierten Festplattenmarkt, während Hyperscaler kosteneffiziente Kapazität für wachsende Datensätze benötigen.

Das Unternehmen muss nun nachweisen, dass es Preise weiter anheben, Margen ausweiten und Nachfrage in Cash umwandeln kann, ohne in der Umsetzung hinter Seagate zurückzufallen.

Der Wedbush‑Analyst Matt Bryson identifizierte dieselbe Verwundbarkeit bereits nach dem vorherigen Bericht von Western Digital.

Er sagte gegenüber Investor’s Business Daily, dass die Prognose des Managements „weniger robust“ sei als von den Investoren erhofft, besonders weil die erwartete Margenausweitung hinter der von Seagate zurückblieb.

Die Reaktion am Mittwoch deutet darauf hin, dass die Sorge wiederkehrt. Western Digital liefert starke Ergebnisse, doch der Markt verlangt wiederholt zusätzliches Aufwärtspotenzial.