Rolls‑Royce‑Aktie bricht heute ein: Warum der 30. April entscheidend ist

Rolls‑Royce‑Aktie bricht heute ein: Warum der 30. April entscheidend ist
Crispus Nyaga
29. Apr. 2026, 12:18 PM

Unterstützt von

Invezz
Short auf Rolls‑Royce (RR.L)

Sell Rolls‑Royce (RR.L). Die Nachrichtenlage trifft die „per mile“‑Ökonomie seiner Triebwerke direkt: weniger Flüge in den Nahen Osten, anhaltendes Risiko in der Straße von Hormus und höhere Inputkosten (Aluminium/Stahl), die die Margen belasten können. Die technische Lage bestätigt das Momentum: Supertrend auf Rot, Kurs unter dem 50‑Tage‑EMA, RSI/MACD drehen nach unten. Erwarten Sie weiteren Abwärtsdruck bis zur Unterstützung bei rund 1,000p, sofern das Trading‑Statement keine deutliche Deeskalation des Krieges signalisiert.

Kernrisiko: Das Trading‑Statement zeigt, dass Nachfrage und Margen sich besser halten als befürchtet (oder das Krieg‑Risiko lässt nach) und löst dadurch eine scharfe Erholung aus.

Short auf GE Aerospace (GE)

Short GE Aerospace (GE). Der Artikel zeigt denselben Nachfrageschock im Reiseverkehr, der auch die Peers trifft (GE von ~346 $ auf ~290 $ gefallen). Wenn Airlines weiterhin Nahost‑Routen kürzen und die Treibstoffpreise erhöht bleiben, sollten Triebwerkshersteller mit ähnlicher Exponierung gemeinsam weiter abgewertet werden. Dies ist ein hochüberzeugender Fortsetzungs‑Trade auf ‚Sektor‑Beta‘, solange die Kriegsnarrative dominiert und kein glaubwürdiges Enddatum in Sicht ist.

Kernrisiko: GE meldet eine starke Robustheit bei Aufträgen/Backlog oder gibt eine Leitlinie, die die Reiseunterbrechungen ausgleicht und damit die Peer‑Korrelation durchbricht.

  • Der Kurs der Rolls‑Royce‑Aktie setzte am Mittwoch seinen deutlichen Abwärtstrend fort.
  • Donald Trump bereitet eine langwierige Blockade gegen den Iran vor.
  • Das Unternehmen wird morgen sein Trading‑Statement veröffentlichen und seine Hauptversammlung (AGM) abhalten.

Der Kurs der Rolls‑Royce‑Aktie fiel heute, am 29. April, um fast 2 %, da Hinweise auf einen langwierigen Krieg zwischen den USA und dem Iran zunahmen. Er ging zurück auf 1,113p, deutlich unter dem Jahreshoch von 1,418p. Die Aktie steht im Blickpunkt vor dem anstehenden Trading‑Statement am Donnerstag dieser Woche.

Rolls‑Royce Holdings’ Trading‑Statement dürfte Aufschluss über den Iran‑Konflikt geben

Der RR‑Kurs befindet sich seit Beginn des Krieges am 28. Februar dieses Jahres in einem freien Fall. Dieser Rückgang spiegelt die Entwicklung bei anderen ähnlichen Unternehmen wider. Die Aktie von GE Aerospace fiel von 346 $ auf 290 $. Ebenso sank RTX, die Muttergesellschaft von Pratt & Whitney, von 215 $ auf 175 $.

Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf den anhaltenden Krieg im Iran zurückzuführen, der zu erheblichen Reiseunterbrechungen geführt hat. Der Flugverkehr in Richtung Naher Osten geht weiter zurück, und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) suchen eine Rettung in Form von Währungsswaps mit den USA.

Airlines haben begonnen, Flüge zu streichen — ein Trend, der andauern könnte. Erst letzte Woche kündigte Lufthansa, ein wichtiger Kunde von Rolls‑Royce, an, in diesem Jahr 20.000 Flüge zu streichen, um sich auf besonders profitable Strecken zu konzentrieren. Das Geschäftsmodell von Rolls‑Royce hängt davon ab, dass Flugzeuge in der Luft sind, da das Unternehmen pro Meile abrechnet.

Analysten erwarten, dass die Jet‑Fuel‑Krise andauert, solange die Straße von Hormus blockiert ist. Wie wir zuvor berichteten, erwägt Trump eine langwierige Blockade, was erklärt, warum Brent auf fast 115 $ gestiegen ist.

Zugleich hat der Krieg zu einem Anstieg der Aluminiumpreise geführt, was die Margen von Rolls‑Royce künftig belasten könnte. Auch die Stahlpreise sind in diesem Jahr bereits leicht gestiegen.

Daher wird der bevorstehende Trading‑Report am Donnerstag wichtig für die Aktie sein, da er mehr Einblick in das Geschäft geben wird. Das ist bedeutsam, weil das Unternehmen bislang noch keine Mitteilung zum Einfluss des Krieges auf seine Geschäftsabläufe veröffentlicht hat.

Die jüngsten Ergebnisse zeigten, dass das Geschäft von Rolls‑Royce gut lief, gestützt durch das robuste zivile Luftfahrtgeschäft. Dieses Geschäft erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 10,38 Milliarden Pfund und einen Free Cashflow von 2,5 Milliarden Pfund. Umsatz und FCF stiegen damit im Jahresvergleich um 15 % bzw. 24 %.

Es folgte das Verteidigungsgeschäft mit 4,7 Milliarden Pfund Umsatz und 745 Millionen Pfund Free Cashflow. Das Energiesegment erzielte 4,8 Milliarden Pfund Umsatz und 648 Millionen Pfund FCF. Man hofft, vom boomenden KI‑Sektor zu profitieren, indem mehr auf diesen Bereich zugeschnittene Produkte eingeführt werden.

Analysten gehen davon aus, dass der Jahresumsatz bis 2028 auf 25,5 Milliarden Pfund steigen wird, nach 19,6 Milliarden im Vorjahr. 

Technische Analyse des Rolls‑Royce‑Kurses

Rolls‑Royce‑Aktienkurs

RR‑Aktienchart | Quelle: TradingView

Das Tageschart zeigt, dass die RR‑Aktie in den vergangenen Monaten stark gefallen ist und sich von einem Rekordhoch von 1,413p auf 1,120p heute bewegt hat. Der Supertrend‑Indikator hat von Grün auf Rot gewechselt, ein Zeichen dafür, dass die Bären an Momentum gewinnen. 

Die Aktie ist bereits unter den 50‑Tage‑EMA und den „Ultimate Support“ des Murrey‑Math‑Lines‑Tools gefallen. Auch der Relative‑Strength‑Index (RSI) und der MACD zeigen weiterhin Abwärtstendenz.

Daher wird Rolls‑Royce voraussichtlich kurzfristig weiter fallen, möglicherweise bis zur Unterstützung bei 1,000p. Eine Trendumkehr wird erst eintreten, wenn Anzeichen dafür vorliegen, dass der US‑Iran‑Konflikt dem Ende zugeht.