Brent-Rohölpreis steckt an einem Schlüsselniveau fest: Steigt er stark oder bricht er ein?

Brent-Rohölpreis steckt an einem Schlüsselniveau fest: Steigt er stark oder bricht er ein?
Crispus Nyaga
05. Mai 2026, 06:34 AM

Unterstützt von

Invezz
Brent-Rohöl (BZ=F)

Brent kaufen, falls es über $114,31 ausbricht und dort hält (Stärke bei Retest/Schlusskurs). Der Text konstatiert Bullenübergewicht (über den 50-/100-Tage-EMAs) und ein klares Auslöse­niveau; ein Ausbruch zielt auf $120+ ab, falls die umgekehrte Kopf‑Schulter‑Formation durchsetzt.

Kernrisiko: Eine plötzliche Deeskalation oder Waffenruhe, die den Risikoaufschlag für Hormus/UAE beseitigt, Brent wieder unter $114 drückt und den Ausbruch beendet.

Brent-Rohöl (BZ=F)

Brent verkaufen bei einem dynamischen Durchbruch unter die $113‑Region (Risiko der Aktivierung des Doppeltops). Der Artikel weist auf wiederholte Rückweisungen um ~$114,3 und das Risiko einer Doppeltop‑Nackenlinie hin; falls die Unterstützung fällt, ist mit einem schnellen Rückgang zu rechnen, da Händler ihre Nahost‑Absicherung auflösen.

Kernrisiko: Die Lagerbestände verknappen sich schneller als erwartet (oder ein neuer Angriff trifft wichtige Produktions‑/Logistikstandorte), wodurch Brent weiter geboten wird und der Durchbruch nicht durchzieht.

  • Der Brent-Rohölpreis gab am Dienstag leicht nach, während Händler die Entwicklungen im Nahen Osten beobachteten.
  • Es besteht das Risiko erneuter Kampfhandlungen in der Region.
  • Brent sendet gemischte Signale, da es an einem entscheidenden Widerstandsniveau handelt.

Der Brent-Rohölpreis bewegte sich am Dienstagmorgen in einer engen Spanne, während Anleger auf weitere Details zur Lage im Nahen Osten warteten. Er gab leicht nach und strich damit einen Teil der am Montag erzielten Gewinne. Er notierte bei $113,17, etwas unter dem Wochenhoch von $115.

Krise im Nahen Osten eskaliert vor Trumps China-Reise 

Brent, der globale Referenzpreis, gab am Dienstag leicht nach, blieb aber in der Nähe seines diesjährigen Höchststands, da Marktteilnehmer auf weitere Entwicklungen im Nahen Osten warteten.

Die meisten Öl-Analysten gehen davon aus, dass die anhaltende Krise keinen einfachen Ausweg hat; viele betonen, dass Präsident Donald Trump in einer schwierigen Lage ohne einfachen Ausweg steckt.

In einer Erklärung am Montag startete Trump Operation Freedom, eine Maßnahme, die Schiffe beim Durchqueren der Straße von Hormus eskortieren sollte. Nachdem die Regierung die Komplexität dieser Operation erkannt hatte, präzisierte sie die Aussage und stellte klar, dass das Militär lediglich Karten mit den idealen Routen zur Verfügung stellen werde.

Die Lage eskalierte, als iranische Kräfte auf US-Militärschiffe schossen. Am gravierendsten war ein Angriff auf die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE), bei dem eine wichtige Ölanlage getroffen wurde. 

Dieser Schritt zielte vermutlich darauf ab, den USA zu demonstrieren, dass dem Iran weitere Eskalationsmittel zur Verfügung stehen. Das erklärt, warum Trump trotz seiner Warnung gegenüber dem Iran militärisch nicht reagierte. In einem Fox-News-Interview sagte er, Iran würde "vom Erdboden verschwinden", sollte es US-Schiffe ins Visier nehmen.

Mit Blick nach vorn wird der Ölmarkt auf jede neue Nachricht aus der Region reagieren; einige Experten, darunter Robert Pape, warnen, die USA könnten letztlich militärisch reagieren. 

Gleichzeitig gibt es Sorgen über den anhaltenden Rückgang der Lagerbestände. In einer Mitteilung am Montag warnte Goldman Sachs, dass fallende Bestände und eine ungleichmäßige Verteilung zu lokalen Engpässen führen werden. Die Bank schätzt, dass die globalen Ölbestände an Land und auf See in diesem Monat von derzeit 101 Tagen auf 98 Tage fallen könnten.

Positiv anzumerken ist jedoch, dass die Rohölversorgung allmählich zunimmt, wobei die US-Exporte in diesem Jahr eine deutliche Aufwärtsbewegung zeigen. Ebenso exportiert Saudi-Arabien weiterhin über 7 Millionen Barrel Öl pro Tag durch das Rote Meer.

Brent-Rohölpreis-Prognose 

Brent-Rohölpreis

Chart des Brent-Rohölpreises | Quelle: TradingView 

Das Tageschart zeigt, dass sich der Brent-Rohölpreis in den vergangenen Wochen erholt hat und von einem Tief von $85 am 17. April auf heute $113,7 gestiegen ist.

Ein genauerer Blick zeigt, dass der Preis über dem 23,6%-Fibonacci-Retracement-Niveau geblieben ist. Er hat sich zudem über die 50- und 100-Tage-Exponentiellen Gleitenden Durchschnitte (EMA) bewegt, ein Zeichen dafür, dass die Bullen die Kontrolle haben.

Bemerkenswert ist, dass er den wichtigen Widerstand bei $114,3 erneut getestet hat, an dem er seit Kriegsbeginn mehrfach gescheitert ist, darüber auszubrechen.

Es gibt Anzeichen dafür, dass Brent gemischte Signale sendet. Zum einen hat sich eine Doppeltop-Formation mit Nackenlinie bei $85 ausgebildet. Andererseits ist auch eine umgekehrte Kopf‑Schulter‑Formation erkennbar.

Ein Ausbruch über den Widerstand bei $114,31 würde signalisieren, dass die Bullen gesiegt haben, und könnte die Preise deutlich höher treiben, möglicherweise auf $120 und darüber. Das alternative Szenario wäre die Aktivierung des Doppeltops, was zu einem starken bärischen Einbruch führen könnte.