AMD übertrifft Erwartungen und hebt Ausblick an – warum ziehen sich die Profis zurück?

AMD übertrifft Erwartungen und hebt Ausblick an – warum ziehen sich die Profis zurück?
Devesh Kumar
06. Mai 2026, 09:31 AM

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Invezz
Relative Stärke von Nvidia

Kaufen Sie Nvidia (NASDAQ: NVDA) gegenüber AMD. Wenn das zentrale Problem darin besteht, dass das Wachstum fehlerfrei bleiben muss, ist NVDA die klarere Ausprägung der KI‑Infrastrukturinvestitionen und neigt dazu, Premium‑Multiples länger zu halten, wenn die Erwartungen reduziert werden. Setzen Sie NVDA als Nutznießer ein, falls AMDs Margen‑/Sichtbarkeitsprobleme das Kurspotenzial begrenzen.

Kernrisiko: NVidias KI‑Nachfrage oder Produktzyklus enttäuscht, oder der Wettbewerbsverlauf ändert sich so, dass AMDs KI‑Roadmap klar besser abschneidet.

Bewertungsanpassung bei AMD

Verkaufen Sie AMD (NASDAQ: AMD). Das Übertreffen der Erwartungen und die Anhebung des Ausblicks sind echt, doch die Aktie ist bereits für nahezu perfekte Umsetzung eingepreist (KGV ~138; HSBC vermerkt ein Re‑Rating auf das 33‑Fache der Gewinne 2027). Da ARK verkauft und Insider vor der Veröffentlichung reduziert haben, wertet der Markt „gut“ bereits als „nicht gut genug“. Erwarten Sie Multiple‑Kompression, selbst wenn die Ergebnisse stark bleiben.

Kernrisiko: Die KI‑/Rechenzentrumsnachfrage oder die Hochfahrten von MI450/Helios beschleunigen sich so stark, dass das Management über mehrere Quartale hinweg höhere Prognosen ausgibt, wodurch die Bewertung wieder ansteigt statt zu komprimieren.

  • AMD liefert ein starkes Q1 und übertrifft die Erwartungen bei Umsatz, Ergebnis je Aktie und beim Wachstum im Rechenzentrumsbereich.
  • Die Q2-Prognose übertrifft die Schätzungen und signalisiert anhaltende Dynamik der KI‑Nachfrage.
  • Die Bewertung weitet sich durch ein Re‑Rating von AMD, und mehrere Sorgen belasten die Anlegerstimmung.

Advanced Micro Devices NASDAQ:AMD übertraf am Dienstag die Erwartungen und hob den Ausblick an, doch die Aktie ließ Anleger mit einer schwierigeren Frage zurück.

Investoren fragen sich, ob das Quartal gut genug war oder ob die Messlatte bereits zu hoch liegt.

AMD gab an, dass der Umsatz im ersten Quartal im Jahresvergleich um 38% auf 10,3 Milliarden USD (ca. 8,9 Milliarden €) stieg, das bereinigte Ergebnis je Aktie bei $1.37 lag, und der Umsatz im Rechenzentrum um 57% auf 5,8 Milliarden USD (ca. 5,1 Milliarden €) zunahm.

Der Free Cashflow kletterte auf 2,6 Milliarden USD (ca. 2,2 Milliarden €). Das Unternehmen prognostizierte für das zweite Quartal einen Umsatz von 11,2 Milliarden USD (ca. 9,8 Milliarden €), damit über der Schätzung von Wall Street von etwa 10,5 Milliarden USD (ca. 9,2 Milliarden €).

Doch kurz vor der Veröffentlichung stufte HSBC AMD auf 'Hold' herab, ARK Invest verkaufte Aktien im Wert von etwa 75 Millionen USD (ca. 65,4 Millionen €), und Insider hatten in den vorangegangenen drei Monaten rund 64 Millionen USD (ca. 55,8 Millionen €) verkauft.

AMD-Aktie: Das Bewertungsproblem

Operativ hat AMD fast alles richtig gemacht.

Der Umsatz, das Ergebnis je Aktie und die Rechenzentrumsumsätze übertrafen die Erwartungen, und der Free Cashflow erreichte einen Quartalsrekord.

CEO Lisa Su sagte, die Ergebnisse markierten „einen klaren Wendepunkt in unserer Wachstumskurve“ und verwies auf eine beschleunigte Nachfrage nach KI‑Infrastruktur sowie auf bessere Sichtbarkeit rund um MI450 und Helios.

Das ist, was Bullen hören wollen, und es erklärt, warum die Aktien nach dem Bericht zunächst positiv reagierten.

Doch bei der Bewertung änderte sich die Stimmung: In einer Mitteilung vom 4. Mai schrieb HSBC, AMD sei bereits stark hochgestuft worden, die Aktie notierte damals bei etwa $360.54, und das Kursziel von $340 impliziere von dort rund 6% Abwärtspotenzial.

HSBC fügte hinzu, die Aktie habe sich vom etwa 19‑fachen der Gewinne 2027 auf das 33‑Fache verschoben, wobei das aktuelle KGV bei rund 138 liege.

Institutionelle Anleger ziehen sich zurück

Das ist ein Punkt, den Kleinanleger oft übersehen: Die Aktie reagierte nicht nur auf die Zahlen, sondern auch auf die Positionsierung.

ARK Invest verkaufte etwa 215.000 AMD-Aktien im Wert von ungefähr 75 Millionen USD (ca. 65,4 Millionen €) Ende April. Im gleichen Zeitraum verkauften Insider rund 64 Millionen USD (ca. 55,8 Millionen €) an Aktien.

Keine der Fakten beweist allein ein Hoch, aber zusammen signalisieren sie, dass einige der aktivsten Marktteilnehmer vor der Zahlenveröffentlichung Gewinne mitnahmen.

Northlands Schritt verstärkte diese Skepsis.

Nach mehr als einem Jahrzehnt bullisher Berichterstattung stufte Gus Richard AMD auf 'Market Perform' herab und warnte, die Schätzungen für 2027 wirkten zu optimistisch.

Er wies auch darauf hin, dass die Capex großer Tech‑Unternehmen abkühlen könnte und dass Konkurrenz durch Nvidia und Intel die Margen drücken könnte.

Saxo Bank formulierte die eigentliche Marktfrage unverblümter: „Wachsen Sie schnell genug, um die Aufregung zu rechtfertigen?“

Das ist genau die Frage, die eine Aktie wie AMD nun jedes Quartal beantworten muss.

Hohe Wachstumsraten, keine Fehlertoleranz

AMDs Wachstumsgeschichte hängt weiterhin davon ab, dass viele Faktoren gleichzeitig gut laufen, darunter anhaltende KI‑Nachfrage, reibungslose Produktanläufe und keine Überraschungen durch Exportkontrollen oder Änderungen bei den Kundenausgaben.

AMD sieht den Server‑CPU‑Markt bis 2030 mit mehr als 35% pro Jahr wachsen, wies aber auch auf engere Fertigungskapazitäten bei TSMC hin und darauf, dass Speicher‑ und Komponenten­kosten die zweite Jahreshälfte belasten könnten.

Das ist ein gutes Geschäft, aber kein risikoarmes Szenario bei einem KGV von 131.